20.08.2020 20:00 Uhr

Cher träumt von Karriere bei der Post: Das steckt dahinter!

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zur Post und Superstar Cher sitzt hinterm Schalter. Wenn es nach der US-Poplegende ginge, könnte dieses Szenario schon ganz bald Realität werden.

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Cher geht es dabei allerdings nicht um Geld oder neue Karriereaussichten, sondern um Politik. Der Grund hinter ihrem Engagement: Der gerade in den USA wütende Streit um eine mögliche Behinderung der Briefwahl.

Cher will Behinderung der Briefwahl vermeiden

Wegen der Corona-Pandemie wollen einige Bundesstaaten die Möglichkeit der Briefwahl ausweiten, so dass letztlich gut drei Viertel der US-Bürger per Brief ihre Stimme abgeben könnten. Die US-Post fürchtet jedoch, dass diese Masse an Unterlagen für die Wahl am 3. November nicht rechtzeitig zugestellt werden kann. Und hier kommt Cher ins Spiel: Die 74-Jährige hat bei zwei Postämtern in der Nähe ihres Wohnorts im kalifornischen Malibu angerufen, berichtete die Sängerin am Mittwoch im Onlinedienst Twitter. „Ich habe gesagt: Hi, hier ist Cher und ich möchte gerne wissen, ob Sie Ehrenamtliche einstellen.“

Hilfsangebot der US-Poplegende wird abgelehnt

Aber – wie zu erwarten war: Die Post ist kein Ponyhof. Und ein Unternehmen mit Strukturen und sehr viel Bürokratie. Daran kann auch eine Pop-Legende nichts ändern. Eine Postangestellte verwies Cher demnach an einen Vorgesetzten weiter, der das überraschende Hilfsangebot aber ablehnte. Er wies die Ausnahme-Künstlerin zudem darauf hin, dass sich jeder Bewerber einer Hintergrundprüfung unterziehen müsse. Cher bekräftigte mit weiteren Tweets, dass ihr Angebot durchaus ernst gemeint sei. „Kann ich ehrenamtlich auf meinem Postamt arbeiten?“, fragte sie. Oder: “Kann mir hier keiner helfen bei dem Post-Thema?“

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Vorwurf: Trump will die Post bewusst vor der Wahl schwächen

Ein Unternehmenssprecher sagte auf Anfrage, die amerikanische Post stelle normalerweise keine Ehrenamtlichen ein. Chers Sprecher waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. In den USA hatten sich zuletzt Berichte über Verzögerungen bei der Post-Zustellung gehäuft. Sogar die Post selbst warnte mit Blick auf die Präsidentschaftswahl am 3. November in Briefen an die Wahlbehörden, sie könne vor der Wahl keine pünktliche Zustellung garantieren.

Das Thema hatte in den USA zuletzt für erbitterten Streit gesorgt: Die oppositionellen Demokraten werfen Präsident Donald Trump und dem erst vor wenigen Monaten von Trump ernannten Postchef Louis DeJoy vor, inmitten der Pandemie gezielt die Post zu schwächen, um Briefwahlen bei der Präsidentschaftswahl zu torpedieren.

Quelle: instagram.com

Cher ist mit Haut und Haaren Demokratin

Genau diesen Verdacht hegt auch Superstar Cher. Die Sängerin, die im Laufe ihrer langen Musikkarriere Millionen von Platten verkauft hat, ist mit Haut und Haaren Demokratin und Freundin und Verehrerin von Bill und Hilary Clinton. Inzwischen veröffentlich die Pop-Legende lieber beißend-lustige politische Kommentare auf Twitter statt neuer Alben – oder bietet sich gleich selbst als politische Postbotin an.

Wie es scheint, kann Cher die Uniform aber doch am Haken lassen. Nach immer lauter werdender Kritik hat Postchef DeJoy jetzt versprochen, die Briefwahlpost für die Präsidentschaftswahl werde „pünktlich“ ausgeliefert. Die seit langem geplanten und umstrittene Sparmaßnahmen würden auf Eis gelegt. Oder besser gesagt: auf die Zeit nach der Wahl verschoben.

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