Donnerstag, 3. Juni 2010 15:46 Uhr

Comedystar Ricky Gervais geht wegen Stierkampf auf die Barrikaden

London. Der britische Komiker und Schauspieler Ricky Gervais setzt sich für ein Ende der Stierkämpfe in Katalonien ein und unterstützt die weltweite Online-Kampagne der WSPA Welttierschutzgesellschaft. Jährlich erleidet  eine Viertelmillion Stiere einen grausamen Tod während Stierkampf-Spektakeln in aller Welt – damit soll jetzt Schluss sein. Ricky Gervais, der britische Komiker, Radiomoderator und Schauspieler, unterstützt die katalanische Anti-Stierkampfkampagne PROU („Genug ist genug“) gemeinsam mit der WSPA Welttierschutzgesellschaft.

Über 180.000 katalanische Bürger haben sich zusammengeschlossen, um ihr Regionalparlament zu einer Änderung des Tierschutzgesetzes zu bewegen. Dieses verbietet zwar die Gewalt an Tieren, doch die Stiere und Pferde in der Stierkampfarena werden davon bislang ausgeschlossen. Bei der Abstimmung im Dezember entschied das Parlament bereits, das Volksbegehren anzunehmen und sich mit einem Stierkampfverbot in Katalonien zu befassen. In den nächsten Wochen fällt dann die endgültige Entscheidung über das Stierkampfverbot.

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Wie ist es dazu gekommen, dass Sie sich gemeinsam mit der WSPA fu?r Tiere einsetzen?
Ich liebe die Natur sehr und ganz besonders die Tiere – ich finde sie wirklich unglaublich und jedes Tier ist auf seine eigene Art wunderschön. Tiere sind mir wirklich sehr wichtig und die WSPA macht sich für sie stark und versucht, Tiermissbrauch weltweit zu beenden. Das gefällt mir.

Warum unterstützen Sie die Anti-Stierkampfkampagne?
Es macht mich krank zu sehen, dass heutzutage Menschen immer noch Geld dafür bezahlen, ein Tier auf solch schreckliche Art leiden zu sehen.

Etwa 15 Minuten lang wird mit Speeren und Dolchen auf den Stier eingestochen. Sein Tod ist langsam und schmerzhaft. Wenn der Matador dem Tier dann den finalen Schwertstoß versetzen will, passiert es oft, dass er die Lunge anstelle des Herzens trifft und der Stier an seinem eigenen Blut ertrinkt.

Es ist unglaublich, dass es in Spanien und Lateinamerika so viele Fans dieses sogenannten “Sports” gibt. Ich kann einfach nicht akzeptieren, dass die Menschen die Bezeichnung “Kulturerbe” als Rechtfertigung dafür benutzen, diese verwirrten und verängstigten Tiere solchen Schmerzen auszusetzen.

Wenn der Stierkampf nun aber so beliebt ist, kann man ihn dann wirklich beenden?
Es sind schon einige Fortschritte auf diesem Gebiet zu verzeichnen: Im Moment steht die katalanische Regierung in Spanien kurz vor der Entscheidung u?ber ein mo?gliches Stierkampfverbot. Das könnte einen wichtigen Schritt nach vorn bedeuten, deswegen möchte ich mich an dieser Kampagne beteiligen und den katalanischen Parlamentsmitgliedern zeigen, dass es tausenden Menschen auf der ganzen Welt wichtig ist, wie sie entscheiden.

Außerdem ist der Stierkampf nicht einmal mehr besonders beliebt: Eine Umfrage – die vor einigen Jahren durchgeführt wurde – zeigt, dass sich 72 Prozent der Spanier nicht für den Stierkampf interessieren. In Barcelona, zum Beispiel, finden heute weniger Stierkämpfe statt, weil die Besucherzahlen stark abnahmen. Die Kämpfe werden auch nicht auf TVE, dem gro?ßten Fernsehsender Spaniens, übertragen. Und sogar in Lateinamerika ist das Interesse am Stierkampf rückläufig – eine Stadt in Ecuador hat sich öffentlich gegen den Stierkampf ausgesprochen.

Werden Sie jemals einen Stierkampf besuchen?
Auf gar keinen Fall – dadurch würde ich schließlich zum Weiterbestehen dieser brutalen Kämpfe beitragen. Einige Menschen besuchen Stierkämpfe in ihren Ferien, weil sie diese als kulturelles Ereignis ansehen. Ich finde diese Leute sollten stark über ihr Handeln nachdenken und sehen, ob sie diese Grausamkeit mit ihrem Gewissen vereinbaren können.

Foto: WSPA

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