Montag, 14. Oktober 2019 20:58 Uhr

Conor Maynard über seine Arbeit mit Snoop Dogg und Gewalt in Videos

Foto: JRP/Starpress

Conor Maynard (26) erlangte erstmals mit seinem 2012 erschienenen Debütalbum „Contrast“ größere Bekanntheit, das auf Anhieb Platz 1 der britischen Charts erreichte. Seitdem verbuchte er u.a. fünf Top 10-Singles in seiner Heimat, hat international zehn Millionen monatliche Hörer und zwei Milliarden Streams und arbeitete mit Größen wie Pharrell Williams, Wiley, Rita Ora und Ne-Yo zusammen.

Zuletzt meldete er sich mit „Hate How Much I Love You“ und „Not Over You“ zurück, den ersten Solo-Tracks nach vier Jahren. Nun geht er in Deutschland auf Tour. klatsch-tratsch.de hat mit ihm gesprochen.

Du hast kürzlich gesagt, dass du Alben für veraltet hältst. Warum?
Ich habe das Gefühl, dass Alben nicht mehr zeitgemäß sind und nicht mehr zum Konsumverhalten der Hörer passen. Es kommen nur noch Singles und die werden dann irgendwann zu einem Album zusammengefasst. Wenn man jetzt nicht unbedingt Ed Sheeran oder Adele ist, dann sehe ich da auch nicht wirklich den Grund dafür. Für Künstler ist es besser, wenn sie Single nach Single veröffentlichen. Es verkauft sich so auch besser.

Bei Alben ist es ja oft so, dass da 3-4 Singles drauf sind und dann halt noch eine Handvoll Songs, die zwar ganz gut sind, aber keine krassen Hits. Setzt das einen denn dann nicht extrem unter Druck, wenn man nur noch Knaller abliefern muss?
Naja, so muss ein Song dann halt wirklich gut sein. Dieser Druck macht mir nichts aus. Ich möchte auch keine Songs heraus bringen, die ich nicht zu 100% gut finde.

Lass uns über deine neue Single „Waste your Time“ sprechen. Wovon handelt der Song?
Der Song hat eine stärkere Aussage als viele meiner anderen Stücke. Jeder von uns hatte schon diese Momente, wo man einfach nicht so genau weiß, wohin man im Leben möchte. Es fehlt einem die Liebe oder die Leidenschaft für Dinge, die einen sonst den Weg weisen würden. Die Menschen, die sich in dieser Situation befinden, möchte ich erreichen und ihnen sagen, dass es okay ist sich auch mal so zu fühlen.

Das dazugehörige Video ist ziemlich außergewöhnlich. Wie kam es dazu?
Ich und ein guter Kumpel haben das Konzept dafür geschrieben. Ursprünglich war die Idee, dass ich ein total abgefahrener Superheld sein wollte, der kommt wenn er gebraucht wird und einen rettet. Die Ideen darum waren am Anfang ganz andere und viel zu extrem. Es hat sich dann aber in eine andere Richtung entwickelt. Ein bisschen wie im Film „The nice Guys“ mit Russel Crowe und Ryan Gossling, wo diese jungen Mädchen Stalker haben, die sie belästigen. Die Mädels gehen dann zu einer Person, die sie bezahlen, die diese Stalker vermöbelt, um sie abzuschrecken. (lacht) Ich mochte dieses Konzept irgendwie mit Peinigern umzugehen und die Idee dieses Antihelden. Vor allem im Zeitalter dieser ganzen Filme wie Avengers und wie sie noch alle heißen.

Du hast auch Regie für dieses Video geführt. Ist das etwas, das du künftig mehr machen möchtest?
Absolut. Mein Kumpel und ich führen bei all unseren Videos Regie. Uns macht das großen Spaß und wir haben auch schon gesagt, dass es cool wäre irgendwann mal bei  Filmen oder einer TV-Show Regie zu führen.

Conor Maynard über seine Arbeit mit Snoop Dogg und Gewalt in Videos

Foto: Warner Music

Wann war das letzte Mal, dass du nach jemandem rufen wolltest, der dich rettet – wie dein Antiheld im Video?
Die ganze Zeit! (lacht) Das letzte Mal ist schon etwas länger her. Das war in London. Da war ein besoffener Typ, der mich und meine Freunde belästigt hat und einen meiner Kumpel angreifen wollte. Er war wirklich sehr betrunken. Wir sind dann einfach weiter gelaufen.

Das „Waste your Time“-Video feiern aber nicht alle, da es ziemlich viel Gewalt beinhaltet …
Mir ist es eigentlich egal, was diese Leute sagen. Ich denke, da gibt es ganz andere Sachen. Zudem ist das ja auch oft so eine ganz feine Linie auf der man sich bewegt. Ich sehe beim Video zu keinem Moment, wo ich mir denke ich hätte die Linie von Unterhaltung oder gutem Geschmack zu etwas anderem überschritten.

Wie gehst du mit Hate und Trollen um?
Keine Ahnung. Ich glaube, man gewöhnt sich da irgendwann dran. Je mehr Hass du bekommst, umso erfolgreicher wirst du. Wenn du Menschen erreichst, die normalerweise nicht deine Fans sind und du die sogar dazu animierst das zu kommunizieren, dann machst du meiner Meinung nach etwas richtig.  Deshalb sehe ich das als etwas positives. Auf der anderen Seite kann es schon echt schwer sein solche Kommentare zu lesen. Ich kann mich noch erinnern, dass es mir am Anfang echt nicht gefallen hat und ich – wie alle Personen des öffentlichen Lebens – daran zu knabbern hatte. Mittlerweile habe ich aber so ein Ego, durch das ich so etwas ausblenden kann. Das ist echt nützlich. Ich habe dann die Einstellung: Du liegst falsch und ich habe Recht. So macht es macht es mir nichts mehr aus.

Für deine Single „How You Love Me“ hast du unter anderem mit Snoop Dogg zusammengearbeitet. Wie war das? Warst du mit ihm im Studio?
Nein, ich habe noch nicht mal mit ihm geredet. Da ist diese ganz moderne Arbeitsform. Ich glaube aber dass Hardwell und Snoop gute Freunde sind oder sich zumindest irgendwie kennen. Ich habe mich einige Male mit Hardwell getroffen und einmal hat er mir „How You Love Me“ geschickt und es hat mir auf Anhieb gefallen. Wir haben noch gemeinsam am Text gearbeitet und dann meinte er: ‚Ich hole noch Snoop auf den Song‘. Ich habe dann bestimmt acht-neun Monate nichts mehr gehört. Dann schrieb mir Hardwell: ‚Bro, ich hab den Vers von Snoop bekommen.“ Das klingt echt cool auf dem Beat. Ich bin nur ein bisschen traurig, dass er nicht meinen Namen sagt. (lacht)

Gab es denn je eine Reaktion zum Song? 
Nein, leider nicht. Da kam wirklich gar nichts. So war das auch bei den meisten Kollaborationen mit US-Stars wie A Boogie wit da Hoodie oder Ty Dolla Sign. Ich habe nie gehört was sie über die Songs dachten.

Was war dein abgefahrendstes Fan-Erlebnis?
Das war vermutlich bei meinem ersten Paris-Konzert. Wir kamen zum Bahnhof an. Da beim Eurostar-Zug von Deutschland nach Paris. Da warteten tausende Fans am Bahnhof auf uns. Das war verrückt, denn sie hatten die französische Armee da, weil sie nicht wussten was da los war, warum so viele Menschen da waren. Die standen dann da und mussten die Fans aufhalten. Das waren echt verrückte Szenen.

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