Corona-Ende im Sommer? Der hier sagt „Unrealistisch!“

Corona-Ende im Sommer? Der hier sagt "Unrealistisch!"
Corona-Ende im Sommer? Der hier sagt "Unrealistisch!"

© imago images / Future Image

26.01.2021 12:15 Uhr

Hamburgs Top-Virologe Dr. Jonas Schmidt-Chanasit nimmt einem die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie. Der Virus-Experte äußerte sich jetzt über bessere Schutzmaßnahmen und überhöhte Erwartungen an den Impfstoff.

„Wer sagt, wir haben spätestens im Sommer alles durchgestanden und die Immunität ist da, setzt unrealistische Ziele – und provoziert Frust“, erklärte Schmidt-Chanasit unverblümt im Gespräch mit dem „Hamburger Abendblatt“.

Die Impfung sei zwar ein wichtiger Baustein, aber Abstand, Hygiene, Masken, Lüften, Testen und der Schutz der Risikogruppen blieben genauso wichtig, erklärte er laut dpa in dem Interview. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit plädiere deshalb auch für den Einsatz der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks und freiwilliger Helfer. „Inzwischen haben wir so viele einfache und schnelle Testmöglichkeiten, dass wir nur noch negativ Getestete in gefährdete Bereiche lassen können: Dann sind Pflege- oder Altersheime sehr sicher.“

2022 weniger Einschränkungen

Schmidt-Chanasit, der am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin arbeitet, glaube aber mit vorsichtigem Optimismus, dass die Einschränkungen in diesem Jahr schrittweise zurückgenommen werden könnten: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir 2022 nur noch sehr wenige Einschränkungen benötigen. Aber wir hätten schon sehr viel von unserem alten Leben zurückgewonnen, wenn die Kitas, Schulen, Läden wieder öffnen und die Vereine wieder Sport machen dürfen.“

Unterdessen zitierte die „Bild“-Zeitung aus einer internen Videoschalte der Unions-Fraktionschefs von Bund und Ländern mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) am Sonntagabend.

Corona-Ende im Sommer? Der hier sagt "Unrealistisch!"

© imago images / IPON

Die Kanzlerin ist offenbar frustriert

So soll Merkel in dieser Runde diese Aussagen gemacht haben:

„Das ist alles furchtbar.
Man nennt es Naturkatastrophe.“

„Wir müssen auf eine Inzidenz unter 50 kommen,
aber jetzt freuen sich alle, wenn wir unter 200 sind.“

„Wir müssen noch strenger werden,
sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren.“

„Wir müssen den Flugverkehr so ausdünnen,
dass man nirgendwo mehr hinkommt.““