20.03.2020 17:23 Uhr

Corona killt den „Playboy“: US-Magazin wird eingestellt

Hugh Hefner 1972. Foto: imago images / ZUMA Press

Wie gut, dass Hugh Hefner das nicht mehr erleben muss: Die US-amerikanische Ausgabe des „Playboy“ wird eingestellt. Das aktuelle Heft wird vorerst das letzte sein. Nach 66 Jahren. Schuld daran sind das Internet – und das Coronavirus!

Wie das Unternehmen selbst bekannt gab, soll es in Zukunft keine gedruckte Ausgabe des berühmten Magazins mehr geben, das von „Playboy“-Legende Hugh Hefner († 91) ins Leben gerufen wurde. „In den letzten 66 Jahren sind wir weit mehr als nur eine Zeitschrift geworden“, erklärt Geschäftsführer Ben Kohn in einem offenen Brief. „Und irgendwann muss man die Vergangenheit loslassen, um Platz für die Zukunft zu machen.“

Corona killt den "Playboy": US-Magazin wird eingestellt

Erste Ausgabe mit Marilyn Monroe. Foto: imago images / ZUMA Press

Sinkende Auflage

Die Auflagenzahlen des „Playboy“ schwächeln in den USA schon länger, seit Anfang 2019 erschien das Magazin nur noch vierteljährlich. Die Corona-Krise hat eine längst überfällige Entscheidung jetzt nur noch beschleunigt.

„Vergangene Woche, als die Störung der Produktion von Inhalten und der Lieferketten durch die Coronavirus-Pandemie immer deutlicher wurde, mussten wir die Entscheidung in einem internen Gespräch beschleunigen“, so Geschäftsführer Kohn. Ab sofort gibt es die berühmten Bunnies nur noch digital, einzige Ausnahme könnten gedruckte Sondereditionen sein.

Die deutsche Ausgabe des Männermagazins geht einen ganz anderen Weg und verkündet, die Frequenz an gedruckten und digitalen „Playboy“-Magazinen sogar noch zu erhöhen. Anders als in den USA setzt man hierzulande weiterhin auf sehr viel nackte Haut – und feiert damit große Erfolge. Gerade erst bescherte die unbekleidete Wendler-Freundin Laura Müller dem Magazin Top-Verkaufszahlen.

Marilyn Monroe war erstes Covergirl

Der “Playboy” wurde 1953 von Hugh “Hef” Hefner in den USA gegründet. Highlight der ersten Ausgabe: ein sehr freizügiges Foto der damals gerade bekannt gewordenen Marilyn Monroe, das Hefner von einem kleinen Verlag für erotische Kalender für 500 Dollar gekauft hatte. Das Magazin schlug ein wie eine Bombe und bekam im Laufe der Jahre weltweit zahlreiche Ableger, darunter auch in Deutschland. Hier distanzierte man sich zuletzt von der US-Herangehensweise, auf weniger nackte Tatsachen zu setzen. Der leidenschaftliche Frauenheld und passionierte Bademantelträger selbst kann auf die Geschicke seines „Playboy“ keinen Einfluss mehr nehmen. Er starb 2017 im Alter von 91 Jahren. (dpa/KT)