29.03.2020 22:35 Uhr

Corona-Krise: New York wird zur Geisterstadt

imago images / ZUMA Wire

Die Millionen-Metropole New York steht vor einer Katastrophe. Die Zahl der Coronavirus-Infizierten steigt täglich dramatisch. US-Präsident Donald Trump, der gewohnt ist, sich die Tatsachen so zurechtzubiegen, wie sie ihm gefallen, verzichtet noch immer auf eine weitreichende Abriegelung von New York: „Eine Quarantäne wird nicht notwendig sein“, postete er noch am Samstag auf Twitter.

Dabei haben die USA bereits schon jetzt mehr Infizierte als jedes andere Land.

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New York: 52.000 Infizierte

Fast 125.000 Menschen sind in den USA bereits mit dem Coronavirus infiziert. In New York sind über 52.000 offiziell Träger von Covid-19 und bereits 730 Tote zu beklagen. Vor dem Mount Sinai West Hospital im New Yorker Central Park ist heute ein Camp (Foto oben) für weitere Infizierte errichtet worden. Die Kliniken in NYC platzen aus allen Nähten.

Die Stadt, die niemals schläft, steht still: Die Corona-Krise macht die brodelnde Metropole New York zur fast verlassenen Geisterstadt. Eine nie dagewesene Ruhe hat sich über den Lärm des alltäglichen Lebens gelegt. Friedlich? Eher gruselig.

Corona-Krise: New York wird zur Geisterstadt

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Krisenerprobte Metropole

Wenn eine Stadt krisenerprobt ist, dann ist es New York: der 11. September, Hurrikan Sandy, Notlandung im Hudson River. All das meisterte die Metropole. Vor allem dank der New Yorker, die in Notzeiten zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Weil sie ihre Stadt fast genau so sehr lieben wie die eigene Familie. Doch die Corona-Krise ist anders: ein unsichtbares Feind, der die Einsamkeit im Gepäck hat.

Mit 8,4 Millionen Einwohnern auf 784 Quadratkilometern ist New York die am dichtesten besiedelte Stadt der USA– in normalen Zeiten. Doch jetzt herrscht Stillstand. Raus darf nur, wer zwingend zur Arbeit muss, Lebensmittel einkaufen oder den Arzt und die Apotheke besuchen will. Sport im Freien ist nur allein erlaubt. Zehntausende Restaurants, Bars, Geschäfte und Cafés sind geschlossen, die U-Bahn-Stationen, in denen sich normalerweise vor allem in den Stoßzeiten Hunderttausende Menschen drängen, sind gespenstisch verwaist. Ganz selten ist noch ein „Yellow Cab“, eines der berühmten gelben New Yorker Taxis in den leeren Straßen unterwegs.

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Manhattan ist menschenleer

Selbst Manhattan, eines der wichtigsten Geschäfts-, Finanz- und Kulturzentren der Welt, ist menschenleer. Die Mitarbeiter von Banken, Tech-Firmen, Unternehmensberatungen oder Anwaltskanzleien sitzen im Home-Office. Die Wall Street hat ihren Parketthandel ausgesetzt.

Solche Szenen hat man zuvor nur in Science-Fiction-Filmen wie „I Am Legend“ gesehen, in der Hauptdarsteller Will Smith durch ein leeres New York geht – weil ein Virus die Menschen dahingerafft hat. Doch die Situation ist realer, als den New Yorkern lieb ist.