19.03.2020 23:48 Uhr

Corona-Krise: Venedig wird zur Geisterstadt – die Schockbilder

imago images / Independent Photo Agency Int.

Wenn die Gondeln Trauer tragen – dann dürfte das ungefähr so aussehen. Aktuelle Bilder aus Venedig zeigen leergefegte Strassen, einen menschenleeren Markusplatz, verwaiste Brücken. Eine fast gespenstische Stille liegt über der sonst chronisch überfüllten Lagunenstadt: so klingt der Ausnahmezustand.

Die anhaltende Corona-Krise hat Venedig zur Sperrzone gemacht. Der einstige Magnet des globalen Massentourismus ist menschenleer und doch schöner, denn je.

Corona-Krise: Venedig wird zur Geisterstadt - die Schockbilder

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Weit und breit kein Mensch

Wie ein Gemälde liegt sie da, die Stadt, die sonst nie zur Ruhe kommt. Zu Spitzenzeiten schieben sich bis zu 130.000 Besucher täglich durch Venedig. Doch von denen fehlt im Moment jede Spur. Der einstige Tummelplatz für Touristen und Jetsetter aus aller Welt und Lieblingsziel des Kreuzfahrttourismus ist zum Erliegen gekommen. Die Vaporetti, die sonst immer überfüllten Wasserbusse am Canal Grande, wiegen einsam im Wasser.

Durch die Gassen huschen lediglich einige Einheimische, die so schnell wie möglich ihre Einkäufe erledigen. Die Gondeln stehen still, die Gastronomen am Markusplatz haben die Sonnenschirme zu und die Rollläden unten. Selbst das berühmte Café Florian, in dem bereits Richard Wagner, Thomas Mann und Ernest Hemingway ihren Blick auf die schwimmende Stadt genossen, musste vor dem Coronavirus kapitulieren.

Doch so schmerzhaft die ausbleibenden Einnahmen für alle vom Tourismus abhängigen Wirtschaftszweige sind (jährlich kommen normalerweise rund 30 Millionen Touristen), hat die Quarantäne auch einen positiven Nebeneffekt: Das sonst immer stark getrübte und modrig riechende Wasser in den Kanälen der Lagunenstadt ist plötzlich kristallklar und sauber wie nie zuvor. Und das lockt so manches lange nicht mehr gesehenes Getier an: Neben vielen bunten Fischen wurden auch Schwäne und sogar Delphine gesichtet. Selbst Wildschweine wurden fotografiert!

Corona-Krise: Venedig wird zur Geisterstadt - die Schockbilder

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„Viel besser ohne Touristen“

Die momentane Ruhe in der Stadt dürfte aber nicht nur den Tieren gefallen, sondern durchaus auch einigen Menschen. Eine Bewohnerin schreibt auf Twitter: “Venedig sieht so viel besser aus ohne Touristen!”

Bis vorerst zum 3. April ist ganz Italien Sperrzone. Sollte die Zahl der Infektionen bis dahin zurückgehen, hofft vor allem Venedig auf Lockerungen der drakonischen Vorsichtsmaßnahmen. Bleiben die Touristen zu lange aus, könnten in der Stadt der Masken mindestens 10.000 Arbeitsplätze wegfallen.