08.08.2020 15:41 Uhr

Corona-Umfrage: 91 Prozent sind gegen diese Demos

Die Bundesbürger sehen sie als Minderheit: Die "Anti-Corona-Proteste", die am vergangenen Wochenende in einer Demonstration in Berlin gipfelten, werden von der großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt.

imago images / Rolf Zöllner

91 Prozent der Bundesbürger (darunter 94 Prozent der 18- bis 29-Jährigen) äußerten im aktuell erhobenen RTL/ntv-Trendbarometer, dass sie kein Verständnis für die Proteste haben. Nur 9 Prozent der Gesamtbevölkerung gaben sich verständnisvoll.

Während die Anhänger fast aller Parteien den Protesten mit großer Mehrheit ablehnend gegenüberstehen, begrüßen aber 59 Prozent der AfD-Anhänger die Demonstrationen.

Demos repräsentieren absolute Minderheit

Die meisten Deutschen (87%) sind überzeugt, dass die „Anti-Corona-Demonstranten“ nur eine Minderheit der Bevölkerung repräsentieren. Auch hier sind die AfD-Anhänger anderer Auffassung: 63 Prozent glauben, dass die Proteste die Mehrheit der Gesellschaft hinter sich haben. Die Anhänger aller übrigen Parteien und auch die große Mehrheit in allen Altersgruppen halten diese Einschätzung für falsch.

Das glauben 51 Prozent

51 Prozent der Bundesbürger sind sich sicher, dass die „Anti-Corona-Demonstranten“ der AfD nahestehen. 32 Prozent denken, dass die Protestler mit keiner Partei verknüpft sind. Auch in dieser Frage kommen lediglich die Anhänger der AfD zu deutlich anderen Einschätzungen: Nur 8 Prozent von ihnen glauben, dass die Demonstranten zum Umfeld der AfD gehören. 64 Prozent der AfD-Anhänger meinen, dass die Protest-Teilnehmer keiner Partei zuzuordnen sind.

Verschlechterung der Wirtschaftslage erwartet

61 Prozent befürchten Verschlechterung der Wirtschafts-Lage Vor dem Hintergrund einer wachsenden Zahl von Neuinfektionen und der Diskussion über „Anti-Corona-Demonstrationen“ wächst die Sorge der Deutschen um die Pandemie und ihre Folgen. Für drei Viertel der Befragten (74%) ist Corona mit Abstand das wichtigste Thema. Entsprechend werden die Deutschen auch mit Blick auf die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse pessimistischer. 61 Prozent der Bundesbürger erwarten, dass sich die ökonomische Lage in Deutschland verschlechtern wird – das sind sechs Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. 23 Prozent der Befragten (minus drei Prozentpunkte) erwarten in den kommenden Jahren eine Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse. 14 Prozent meinen, es werde sich nichts ändern.

Hintergrund

Die Daten zu Parteipräferenzen und Wirtschaftserwartungen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 3. bis 7. August 2020 erhoben. Datenbasis: 2.502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte. Die Daten zu „Corona-Demonstrationen“ wurden am 6. und 7. August erhoben, ebenfalls im Auftrag der Mediengruppe RTL. Datenbasis: 1.005 Befragte.

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