Corona-Zahlen in Australien nehmen dramatisch zu

dpadpa | 05.01.2022, 10:30 Uhr
Warteschlange für Covid19-PCR-Tests vor einer Klinik in  Sydney.
Warteschlange für Covid19-PCR-Tests vor einer Klinik in Sydney.

Mick Tsikas/AAP/dpa

Australien hatte lange eine Null-Covid-Strategie verfolgt. Es gab strenge Regeln und Lockdowns. Jetzt wird das Land von der Omikron-Welle überrollt.

Die Corona-Lage in Australien spitzt sich dramatisch zu: Die Behörden in dem Land mit 25 Millionen Einwohnern meldeten am Mittwoch mehr als 64 700 Neuinfektionen, fast 17 000 mehr als am Dienstag.

Seit Tagen verzeichnen die Behörden vor allem wegen der Ausbreitung der ansteckenden Omikron-Variante immer neue Rekordwerte. Zum Vergleich: Ende November lagen die Zahlen noch bei 1000 bis 1500 Neuinfektionen täglich.

Besonders betroffen sind die bevölkerungsreichsten Bundesstaaten New South Wales mit der Großstadt Sydney und Victoria mit der Metropole Melbourne. Allein in New South Wales wurden am Mittwoch rund 35 000 neue Fälle gemeldet, nach 23 000 am Dienstag. Fast 1500 Menschen liegen in der Region an der Ostküste mittlerweile in Verbindung mit Covid-19 im Krankenhaus – sehr zur Sorge der Gesundheitsbehörden.

Es fehlt an Personal in den Kliniken

Da rund 2500 Krankenhausmitarbeiter nach Kontakten mit dem Virus in Isolation geschickt worden seien, fehle es vielerorts an Personal, um die Kranken zu betreuen, berichtete der australische „Guardian“. In einigen Kliniken würden deshalb bereits „verzweifelte Maßnahmen“ ergriffen: Pfleger und Pflegerinnen seien zurück zum Dienst gerufen worden, obwohl sie positiv auf das Virus getestet worden seien, so das Blatt unter Berufung auf Betroffene.

Die oberste Gesundheitsbeamtin von New South Wales, Kerry Chant, hatte zuletzt die Bürger dazu aufgerufen, sich nur noch dann ins Krankenhaus zu begeben, wenn es absolut notwendig sei. Ein PCR-Test sollte nur dann gemacht werden, wenn jemand auch Symptome habe, riet sie. „Es ist wichtig, dass wir alle unseren Beitrag dazu leisten, das Gesundheitssystem nicht unnötig zu belasten“, betonte sie.