13.03.2020 14:49 Uhr

Coronavirus: „Das Nachtleben ist in der größten Krise der Nachkriegszeit“

Asier Romero/Shutterstock

Das Coronavirus betrifft mittlerweile Jeden in Deutschland mittelbar oder unmittelbar. Großveranstaltungen werden nach und nach abgesagt oder gar untersagt. Clubs droht eine vorübergehende Schließung. Wie wird die Clubszene diese schwierige Zeit überleben? Ein Sprecher der Berliner Clubkommission erklärt, wie schlimm es wirklich um die Hauptstadt-Clubs steht.

Nach und nach werden alle Großveranstaltungen abgesagt. Nicht nur Sportevents, sondern auch Kulturveranstaltungen werden verschoben oder ganz abgesagt. Der Berliner Kultclub „Berghain“ wird bis Ende April geschlossen bleiben. Lutz Leichsenring, ein Sprecher der Berliner Clubkommission, äußerte sich zu der Ausnahmesituation, die allein das Berliner Nachtleben bedroht.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Lutz Leichsenring (@revolutz) am Dez 18, 2019 um 3:27 PST

Werden Berliner Clubs pleitegehen ?

Leichsenrings Aussichten auf die Zukunft des Nachtlebens sind kaum positiv. Der ‚Berliner Zeitung‘ gegenüber sagte er: „Es wird das Aus für viele Clubs bedeuten“, wenn der Betrieb  nach und nach eingestellt würde. Es müsse „Rettungspakete für Härtefälle geben“, damit die Betroffenen und die Clubs überleben können. 10 Millionen Euro pro Monat hält der Unternehmer für eine angemessene Summe zur Überbrückung der Krise.

Zudem habe der Sprecher ein Katalog zur Corona-Vorsorge verfasst, in welchem er Clubbesitzern und -gängern dazu rät, Warteschlangen zu vermeiden, Menschenmengen zu entzerren und Desinfektionsmittel anzubieten. Zudem sollen auch generell weniger Leute reingelassen werden. Leichsenring wolle den Besuchern auch ans Herz legen, lieber zuhause zu bleiben, wenn man sich nicht wohlfühle.

Feiern in Clubs bleibt risikoreich

„Einige Clubs sammeln Namen und Adressen von ihren Besuchern. Im Fall einer Infektion kann jeder einzelne schnell identifiziert und informiert werden. Aber wir wissen auch, dass das die Ausbreitung nicht ganz verhindern wird. Es wird weiterhin ein Risiko sein, in den Club zu gehen.“ Er sei sich bewusst, dass, die üblichen Gäste altersbedingt nicht in die Hochrisikogruppe fallen, den Erreger aber trotzdem weiter verbreiten können.

Wenn die Schließung aller Clubs für sechs Wochen in Kraft trete, so wie es Kultursenator Lederer forderte, hätte es radikale Folgen für die 280 Clubs in Berlin, laut Leichsenring: „Die reine Schließung, auch nur für einige Woche, würde ohne finanzielle Hilfe unweigerlich zu vielen Privatinsolvenzen und Firmenpleiten führen. Die Finanzen der meisten Szeneakteure sind auf Kante genäht. Das Nachtleben in Berlin erlebt seine größte Krise seit der Nachkriegszeit.“ Ein Rettungspaket ist also dringend nötig.