Freitag, 20. März 2009 12:15 Uhr

Crank 2 – ein Fest für Tattoo-Freunde

Am 16. April 2009 kehrt Jason Statham aka Chev Chelios zurück auf die Kinoleinwände. Den Zuschauer erwarten diesmal nicht nur grandiose Action-Szenen, irrwitzige Einfälle und pointenreiche Dialoge: In dem mit Adrenalin geladenen Action-Vergnügen gibt es wieder einmal reichlich muskelbepacktes und auffällig tätowiertes Fleisch zu bestaunen – zum Beispiel wenn Chev Chelios es mit den brutalen Ganoven der chinesischen Triaden aufnimmt. Der Wunsch nach unvergänglichem Körperschmuck verbindet heutzutage Menschen aus aller Welt. Für Fans gelten Tattoos häufig als Teil der Selbstdarstellung auf dem eigenen Körper – als Symbol für Abgrenzung und Exklusivität.
Tattoos haben eine lange Tradition, welche tausende von Jahren zurückreicht. Auf der Suche nach den Wurzeln dieses Körperkults wird schnell klar, dass die Kunst des Tätowierens in verschiedenen Kulturen beheimatet ist.

Eine Geschichte so alt wie die Menschheit

Bereits vor über 5000 Jahren trug die Gletschermumie Ötzi Zeichen auf der Haut, die mit Nadeln eingestochen waren.. Archäologen fanden heraus, dass die frühen Ainu-Siedler in Japan ihre Gesichter und Körper mit Tattoos schmückten – die Motive wie Drachen oder Dämonen sind ein Spiegel ihrer Mythologie. In die westliche Welt schwappte die Sitte des Tätowierens durch die Entdeckungsreisen von Seefahrern wie Abel Tasman, Louis Antoine de Bougainville oder James Cook. Dieser brachte von einer seiner Reisen den von Kopf bis Fuß tätowierten Polynesier Omai mit nach England. Vor allem die Matrosen zeigten sich angetan von den damals so bezeichneten „Tatauierungen“ Omais und wollten nun auch ihre eigenen Körper damit verschönern. Aufgrund der immer größeren Nachfrage entstanden daraufhin die ersten Tattoo-Shops. Zu Anfang wurde die Farbe noch auf traditionelle Weise mit spitzer Nadel und einem Hämmerchen in die Haut gebracht. Im Dezember 1891 erfand Samuel O’Reilly schließlich die elektromechanische Tätowiermaschine. Die Verbreitung der Tätowierkunst entwickelte sich seitdem rasant. Waren Tattoos noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich bei Seeleuten, Soldaten oder Häftlingen zu sehen, entwickelte sich in den späten 80er Jahren aus dieser Sitte ein weltweiter Modetrend.

Moderne Tattoo-Trends

Besonders beliebt waren in den 1990er Jahren vor allem Tribal-Tattoos. Hierbei handelt es sich um verschlungene Ornamente, die als ursprüngliche Stammeszeichen eine traditionelle, religiöse Bedeutung haben. Das als „Arschgeweih“ prominent gewordene Steiß-Tribal erfuhr in dieser Phase einen besonderen Boom. Ende der 90iger Jahre besann man sich schließlich wieder auf einfache Seemansmotive wie Sterne, Herzen oder Anker. Besonders im Trend liegen derzeit auch die so genannten Geek- oder Nerd-Tattoos, deren Motive in der Regel der digitalen Bilderwelt entstammen: Liebeserklärungen im Binärcode auf dem Unterarm, Spielecharaktere aus Online- oder PC-Spielen wie „World of Warcraft“ auf dem Rücken oder Molekularstrukturen im Nacken – die persönlichen Vorlieben sind hierbei oft sehr exotisch. Die ursprünglich japanische Sitte, sich im Laufe seines Lebens immer wieder (oft von einem einzigen Künstler) tätowieren zu lassen wird ebenfalls immer populärer. Dabei entsteht über Jahre hinweg ein großflächiges Gemälde auf dem ganzen Körper – so wird der Mensch zum wandelnden Kunstwerk.

Fotos: Universum

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