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Mittwoch, 5. Februar 2014 17:00 Uhr

„Dallas Buyers Club“: Rock Hudson und Freddie Mercury wären stolz

Für die Rolle als AIDS-Kranker in ‚Dallas Buyers Club‘ nahm „Mister Sixpack“ Matthew McConaughey bekanntlich 20 Kilo ab. Für die Darstellung ist der Hollywood-Star der Extraklasse gerade mit dem Golden Globe als bester Schauspieler in der Sparte Drama ausgezeichnet worden.

"Dallas Buyers Club“: Rock Hudson und Freddie Mercury wären stolz

Unterstützung gibt es vom Allround-Künstler und Beau Jared Leto (Band: 30 Seconds to Mars; Film: „Requiem for a Dream“). Er überzeugt als schlagfertiges Playmate Rayon und gewinnt verdient den Golden Globe als bester Nebendarsteller.

Ab Donnerstag ist der Film in den deutschen Kinos.

Ron Woodroof (Matthew McConaughey, 43, „Magic Mike“) ist ein zähes Stück von einem Mann. Er ist drahtig, aasig und ein Schlitzohr. Er lebt allein in einem Trailerpark so vor sich hin zwischen den Job als Elektriker, Bullenrodeo, Drogen, Alkohol und natürlich Frauen. Er ist ein Unsympath, in den ersten Bildern im ‚Dallas Buyers Club‘ ist er unter der Holztribüne beim Rodeo mit zwei Frauen – sagen wir – beschäftigt. Ron ist zugedröhnt, das Publikum über ihm schreit und johlt. Aber Ron ist weit weg, wie in Zeitlupe und verzerrt agiert er dort zwischen dreckigen Stützpfeilern mit den zwei Damen. Ein Alptraum wie sich später herausstellt, denn eine der Gespielinnen hat deutliche Einstichspuren über den ganzen Unterarm.

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Aber Ron ist zugekokst und so genau nimmt er es generell nicht mit seinen Mitmenschen. Ron ist der Typ Mann, der keine Zweifel an seiner Männlichkeit hat und so ist die Fallhöhe im ‚Dallas Buyers Club‘ grandios: er hat sich nicht nur mit dem HI-Virus angesteckt, die Krankheit Aids ist bereits im Endstadium als er die Diagnose bei einem Routinecheck serviert bekommt.

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Und jetzt kommt die gruseligste Nachricht: wir schreiben das Jahr 1985 und wie der Titel schon sagt; wir sind in Texas. Hollywood-Altstar Rock Hudson (‚Giganten‘, ‚Was der Himmel erlaubt‘, ‚Ein Goldfisch an der Leine‘, ‚Bettgeflüster‘) ist gerade an dieser „Schwulenseuche“ gestorben. Ron hasst Schwule, es gibt kein größeres Schimpfwort für ihn und nun wird er eben so genannt: Schwuler.

Es gibt ein erstes Medikament, das die Symptome bekämpfen kann, es ist aber noch im Studienmodus. Die Ärztin Dr. Eve Saks (Jennifer Garner, 41, „30 über Nacht“) ist eine der wenigen, die sich dem Allmachtsgebaren der Pharmakonzerne in den Weg stellt. Ron darf an der Medikamenten-Studie nicht teilnehmen, er bekommt die Prognose, dass ihm noch 30 Tage bleiben. Und dann beginnt der eigentliche Film. Die Superhete Ron wird zum Aussätzigen, die Menschen meiden ihn. Die Angst vor einer Ansteckung ist diffus und macht hystherisch, von den Vorurteilen gegen ein schwul-selbstbestimmtes Leben mal ganz zu schweigen.

Aber Ron beißt sich durch: das einzige in den USA zugelassene Medikament hilft ihm nicht, der Tipp eines Krankenpflegers führt ihn nach Mexiko. Die Zulassungsbehörde für Nahrung und Medikamente in den USA wehrt sich mit mächtiger Lobbyarbeit gegen Forschungserfolge in jedem beliebigen anderen Land der Erde.

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Die Behörde ist mächtig und stur. Aber was hat Ron zu verlieren? Er tanzt auf Messers Schneide mit einer Chuzpe, die ihm Respekt auf allen Seiten einbringt. Er zieht zusammen mit dem wunderschönen Paradiesvogel Rayon (Jared Leto, 42, „Fight Club“, Foto oben) den ‚Dallas Buyers Club‘ auf, in dem jeder für 400 Dollar Monatsgebühr Medikamente erhält, die zumindest das Schlimmste verzögern können. Ron erkennt die eigentliche Bestimmung seines Lebens.

Die Reise seines Lebens beginnt mit dem Ende vor Augen und diese Reise ist sehr witzig, bissig, sexy und natürlich auch traurig. (KW)

Fotos: Ascot Elite

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