Dienstag, 11. September 2018 18:16 Uhr

Daniel Küblböck: Das hier ist die Originaldurchsage des Kapitäns

Zum Thema Daniel Küblböck hat uns ein Audiomitschnitt von Bord der AIDAluna erreicht. Auf dem Mitschnitt ist die Original-Durchsage des Kapitäns des Kreuzfahrtschiffes zum Verschwinden seines Passagiers zu hören – bereitgestellt von einem 64-jährigen Leser der TZ München, der sich selbst an Bord befand.

Daniel Küblböck: Das hier ist die Originaldurchsage des Kapitäns

Foto: AIDACruises

In dem Mitschnitt heißt es: „Einen Passagier suchen wir an Bord unseres Schiffes. Wir wissen zur Zeit nicht, wo er sich hier an Bord aufhält. Von daher habe ich mich entschieden, direkt die höchste Eskalationsstufe zu wählen. Es haben sich alle Besatzungsmitglieder auf ihrer Notfallposition gemeldet und wir suchen nun das gesamte Schiff ab“, ist in der Durchsage zu hören. Schließlich der Kapitän um Nachsicht für die frühe Störung per Durchsage: „Ich denke, es ist aber auch nachvollziehbar, dass wir in einer solchen Situation keine Zeit verlieren möchten und so schnell wie möglich die Person hier an Bord finden möchten.“

Die AIDAluna war am 29. August – zwei Tage nach dem 33. Geburtstag von Daniel Kaiser-Küblböck – in Hamburg zu der Kreuzfahrt gestartet, die nach 17 Tagen in New York enden soll. Heute traf das Schiff im kanadischen Halifax ein.

Fehlendes Infrarotsystem

Wolfgang Gregor, nautischer Offizier und Kapitän auf Last- und Containerschiffen und Autor des Buches „Der Kreuzfahrtkomplex – Traumschiff oder Albtraum“, wies im Interview auf ein besonderes Problem der Suche hin. Im Interview mit RP-Online sagte er:

Die Wassertemperatur vor Neufundland betrug zum Zeitpunkt des Verschwindens von Küblböck am frühen Sonntagmorgen Ortszeit nur 10,5 Grad. Gregor dazu: „Das ist das eigentliche Problem. Bei dieser Temperatur ist die Überlebensdauer extrem schlecht, sie liegt durchschnittlich bei 60 Minuten. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum die Kreuzfahrtschiffe keine automatisierten Mann-über-Bord-Systeme installiert haben. Das halte ich für die eigentliche Frage. (…) Das sind Infrarot-Kameras, die rund um ein Kreuzfahrtschiff angebracht werden können und sofort erfassen, wenn ein Mensch über Bord geht. Sie geben diese Information zusammen mit den GPS-Koordinaten sofort an die Brücke weiter.“

Daniel Küblböck: Das hier ist die Originaldurchsage des Kapitäns

Küblböck beim Fototermin für die TV-Doku-Serie „Verrückt nach Fluss“ 2016. Foto: Schultz-Coulon/WENN.com

Wann wird ein Vermisster für tot erklärt?

Wann der einstige DSDS-Sänger für tot erklärt wird, ist offen. Geht jemand über Bord eines Schiffes und wird vermisst, kann ein Gericht auf Antrag den Tod erklären oder die Todeszeit feststellen. Dies regelt das sogenannte Verschollenheitsgesetz. Das Gesetz sieht für eine Todeserklärung unterschiedliche Fristen vor, die verstrichen sein müssen. Als verschollen gilt jemand, von dem es seit längerer Zeit kein Lebenszeichen gibt und ernstliche Zweifel an seinem Fortleben bestehen.

Allgemein kann jemand für tot erklärt werden, wenn er seit zehn Jahren als verschollen gilt. Wenn Menschen bei einer Fahrt auf See verschwinden – bei einem Schiffsuntergang oder durch einen Sturz vom Schiff – dann gilt eine kürzere Frist von sechs Monaten.

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Foto: AIDACruises

Presserklärung

In einer heute veröffentlichten Presserklärung des Tourveranstalters AIDA Cruises heißt es: „Wie die Canadian Coast Guard mitteilte, wurde die Suche nach dem vermissten Daniel Kaiser-Küblböck eingestellt. Seit Sonntag früh (Ortszeit) waren Rettungskräfte in der Labrador See etwa 110 Seemeilen nördlich von St. John’s (Kanada) rund um die Uhr im Einsatz gewesen. Die Suche blieb leider ohne Erfolg. Der Kapitän und die Crew von AIDAluna hatten umgehend nach dem Vorfall und in enger Abstimmung mit den örtlichen zuständigen Behörden alle erforderlichen Rettungsmaßnahmen eingeleitet.“

Daniel Küblböck: Das hier ist die Originaldurchsage des Kapitäns

Foto: AIDACruises

Weiter heißt es: „AIDA Cruises und die Besatzung von AIDAluna sind tief betroffen über den tragischen Vorfall. Unser Mitgefühl in dieser schwierigen Zeit gilt ganz besonders der Familie des Vermissten. Das AIDA Care Team steht in Kontakt mit den Angehörigen, um erforderliche Unterstützung zu bieten. AIDAluna befindet sich jetzt auf dem Weg nach Halifax. Dort wird das Schiff am 11. September 2018 um 8 Uhr Ortszeit festmachen. AIDA kooperiert vollumfänglich mit den Behörden und hat seine uneingeschränkte Zusammenarbeit für die laufenden Ermittlungen zugesichert.“ (KT/dpa)

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