30.10.2018 14:13 Uhr

Daniel Küblböck: Schauspielschule der „Hauptauslöser der Tragödie“?

Am 9. September sprang Daniel Küblböck vermutlich von dem Kreuzfahrtschiff „AIDAluna“ und wird seitdem vermisst. Die Küstenwache hat die Suche längst eingestellt, für seine Familie wird das Thema jedoch nie abgeschlossen sein.

Foto: WENN

Sein Vater Günther Küblböck spricht nun mit dem Magazin „Bunte“ über seinen seither verschollenen Sohn und nennt einen Hauptverantwortlichen für das Geschehene: Die Berliner Schauspielschule. Sie sei „ein Hauptauslöser der ganzen Tragödie“.

Weiter heißt es: „Er nahm die Ausbildung dort extrem ernst und war froh, dass im September alles vorbei gewesen wäre. Danach wollte er sich ein Engagement an einem deutschen Theater suchen. Er liebte es, klassische Stücke zu spielen. Leider wählte die Dozentin dann dieses, aus meiner Sicht, völlig kranke Stuück ,Unschuld: Das Leben auf der Praca Roosevelt‘ als Abschlussarbeit aus. Daniel musste einen Transvestiten spielen. Das wollte er zuerst nicht, plötzlich ging er voll auf in der Rolle. Er wollte ja einen guten Abschluss machen.“

Keine Hilfe für Daniel Küblböck

Daniela Vater Günther hätte sich mehr Hilfe vom Betreuungsgericht, Gesundheits- oder Ordnungsamt gewünscht, er habe vergeblich versucht, Hilfe anzufordern, um seinen Sohn therapieren zu lassen. „Die Kernaussage war eigentlich immer gleich: Erst müsse etwas Schlimmes passieren, dann könne reagiert werden. Mich macht dieses System einfach nur wütend. Es ist im Prinzip unterlassene Hilfeleistung, was Daniel widerfahren ist.“

Übrigens, eine Trauerfeier für seinen verschollenen Sohn kann er sich zwar vorstellen, ein Grab nicht: „Einen Grabstein wird es auf keinen Fall geben. Ein Grab ohne die Person, um die es geht, wollen wir nicht. Daniel ist in unseren Herzen, in unserem Haus stehen überall Bilder von ihm.“