Montag, 3. Dezember 2018 11:16 Uhr

Daniel Küblböck: Vater erhebt schwere Vorwürfe im TV

Foto: MG RTL D / Frank Hempel

Als Daniel Küblböck im September dieses Jahres von Bord der AIDAluna sprang, sorgte er für tiefe Bestürzung und Trauer in ganz Deutschland. Am gestrigen Sonntag-Abend war sein Vater Günther beim Jahresrückblick „Menschen, Bilder, Emotionen“ – moderiert von Günther Jauch auf RTL – zu Gast und sprach erstmals live im TV über das tragische Schicksal seines einzigen Sohnes.

Daniel Küblböck: Vater erhebt schwere Vorwürfe im TV

Foto: MG RTL D / Frank Hempel

In der Talk-Sendung machte er besonders deutlich, dass das Schiffs-Personal einen großen Teil der Schuld am Verschwinden seines Sohnes tragen würde. Die Beteiligten hätten viel mehr auf die eindeutigen Signale achten müssen. Günther Küblböck hatte verzweifelt versucht, die Teilnahme Daniels an der Kreuzfahrt zu verhindern. Er habe den Verantwortlichen sogar eine Audio-Datei zukommen lassen, in der sein Sohn gerade eine Psychose erlitt. „Man fühlt sich nur machtlos. Man ist machtlos. Ich habe mit allen Behörden gesprochen – Polizei, Ordnungsamt, Betreuungsgericht“. Diese hätten aber nur ausreichend eingreifen können, wenn die „betroffene Person auch selbst kooperativ sei“.

Bevor Daniel das Schiff betrat nahm sein Vater Kontakt zum Kapitän auf, telefonierte mit den Schiffsärzten. Beim Boarding hätte aber niemand seinen Sohn genauer angeschaut, keiner soll mit dem offenbar psychisch erkrankten Musiker gesprochen haben. „Das macht mich fassungslos“.

Daniel Küblböck: Vater erhebt schwere Vorwürfe im TV

Foto: MG RTL D / Frank Hempel

„Staatlich unterlassene Hilfeleistung“

Küblböck verglich gegenüber Jauch die Situation mit einem Herzinfarkt-Patienten. Den würde man auch nicht erst fragen, ob er behandelt werden wolle. „Für mich ist das staatlich unterlassene Hilfeleistung. Daniel war ein sehr positiver Mensch, immer voller Tatendrang, hatte Ziele vor Augen. Er hat das Leben geliebt“.

In den letzten Monaten vor seinem (wahrscheinlichen) Tod, bemerkte der Vater des Sängers bereits, dass dessen seelischer Zustand sich verschlechterte. „Unser Sohn war krank. Wenn jemand wirres Zeug redet, dann merkt man, dass etwas nicht stimmt“. Der ehemalige DSDS-Sänger soll zwischenzeitlich mit verstellter Stimme gesprochen und in seiner Wohnung Dinge zertrümmert haben. Er sei manchmal vollkommen ausgerastet.

So auch angeblich geschehen am 09. September. Daniel soll in seiner Kabine randaliert und mehrfach den Alarmknopf betätigt haben. Außerdem wollte er offenbar auch zum Schiffsarzt, doch die Praxis sei geschlossen gewesen. Überwachungskameras sollen dann kurze später den Sprung des Sängers zeigen.

„Kein geplanter Selbstmord“

An einen geplanten Selbstmord seines Sohnes glaubt Günther Küblböck aber nicht. Er geht davon aus, dass Daniel einen Psychose-Schub erlitten habe und in diesem schrecklichen Moment unwillentlich den Entschluss zum Sprung fasste. „Ich bin sicher, dass er nicht gewusst hat, was er da tut“. Der Vater des Sängers hofft nun, dass das traurige Schicksal seines Sohnes dafür sorgt, dass sich der Umgang mit psychisch Kranken ändert und verbessert und vielen Anderen zukünftig mehr geholfen werden kann. (SV)

 

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