09.06.2020 12:42 Uhr

Daniel Radcliffe distanziert sich von J.K. Rowling

imago images / Pacific Press Agency

J.K. Rowling und die Transgender-Debatte. Zum wiederholte Male hat sich die „Harry Potter“-Autorin in diskriminierender Weise zu dem Thema geäußert. Jetzt distanziert sich sogar ihr Ex-Zauberlehrling Daniel Radcliffe.

In einem Blogbeitrag stellt der Schauspieler klar, dass es sich bei seinem Kommentar nicht um ein Zerwürfnis mit der weltberühmten Autorin handelt. Er wolle lediglich einige Dinge klarstellen und entschuldigte sich bei allen, die sich von J.K.s Kommentar verletzt gefühlt haben.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Daniel Radcliffe (@danielradcliffeactor) am Mai 27, 2020 um 9:26 PDT

Radcliffe gegen Rowling

„Transgender-Frauen sind Frauen. Jedes Statement, das das Gegenteil besagt, radiert die Identität und Würde von Transgender-Menschen aus und geht gegen jeden Rat, den professionelle Gesundheits-Verbände geben würden, die viel mehr Ahnung von diesem Thema haben als Jo oder ich“, erklärte der Schauspieler in einem Statement durch die LGBTQ-Selbstmordpräventions-Organisation The Trevor Project.

Worum geht es genau? Zum wiederholten Male hat sich die weltberühmte britische Autorin in einer Weise über Transfrauen geäußert, die von vielen als diskriminierend empfunden wird.

Ende 2019 hatte sie geschrieben: „Ich denke, dass männliche Menschen keine Frauen sind. Ich denke nicht, dass Frausein eine Frage der Identität oder weiblicher Gefühle ist. Es geht um Biologie.“

Und jetzt legte sie abermals auf Twitter nach: „Wenn das biologische Geschlecht nicht real ist, löscht das die Realität von Frauen weltweit aus“.

Die Botschaft ist die gleiche, die Reaktionen sind es auch: Empörung und Unverständnis. Auch bei Daniel Radcliffe. Der hofft jetzt, dass diese negative Erfahrung für alle Betroffenen nicht die Geschichten um Harry Potter beschmutzt habe.

„An all die Menschen, die jetzt das Gefühl haben, dass ihre Erfahrung mit den Büchern beschmutzt oder getrübt wurde: Es tut mir wirklich leid, dass diese Kommentare eure Gefühle verletzt haben.“

Daniel ist überzeugt, dass die Geschichten trotzdem etwas für den einzelnen Menschen bedeuten können.

„Wenn ihr je etwas in diesen Storys gefunden habt, das euch berührt und zu einer Zeit in eurem Leben geholfen hat, dann ist das zwischen euch und dem Buch, das ihr lest, und es ist heilig. Meiner Meinung nach kann das keiner anrühren. Es bedeutet euch, was es euch bedeutet und diese Kommentare werden es nicht zu sehr mindern.”

J.K. Rowling erklärt mitten in den Shitstorm: „Ich kenne und liebe Transgender-Leute, aber das Konzept das Geschlecht auszuradieren, entfernt auch die Fähigkeit, ihre Leben bedeutungsvoll zu diskutieren. Es ist kein Hass, die Wahrheit zu sprechen.” (Bang)