Mittwoch, 15. Januar 2020 20:49 Uhr

Daniela Büchner unter Beschuss: Das sagt der Medienpsychologe!

Foto: TVNow

Die selbst ernannte „Danni Show“ wird für die Büchner-Witwe im RTL-Dschungelcamp offenbar zum Rohrkrepierer. Immer mehr Mitcamper unterstellen der fünffachen Mutter und VOX-Auswanderin egozentrische Züge und auch im Netz brodelt es mächtig. Die Pro-Danni-Fraktion scheint da in der Minderheit.

klatsch-tratsch.de hat beim Medienpsychologen und Vorsitzenden des Deutschen Digital Instituts – Prof. Dr. Jo Groebel – nachgehakt.

Wie schätzen Sie die bisherigen Auftritte von Daniela Büchner im Dschungelcamp ein?
Ich habe es mir nicht von morgens bis abends gebannt angeschaut, möglicherweise bin ich da der schlechteste Gesprächspartner.

Daniela Büchner unter Beschuss: Das sagt der Medienpsychologe!

Experte mit Durchblick: Prof. Dr. Jo Groebel. Foto: Starpress/AEDT

Leidet sie an Selbstüberschätzung?
Es ist ein scheinbar sehr selbstbewusstes Auftreten, das aber zwei Ursachen haben kann. Ich tendiere zu einer selbstauferlegten Wichtigkeit. Das ist das, wie man glaubt, sich verhalten zu müssen, um möglichst autonom und selbstbewusst zu erscheinen. Ob das jetzt Selbstüberschätzung ist, das ist die zweite Frage. Denn es mag genauso sein, dass sie in Wirklichkeit sich gar nicht als so großartig empfindet, wie sie sich gibt. Wir reden über mindestens drei verschiedene Perspektiven. Das eine ist, wie die Leute tatsächlich sind. Wie sie im Alltag sind. Das zweite ist, wie sie glauben, sich geben zu müssen, wenn sie vor der Kamera stehen. Das verändert einen in jedem Fall immer schon selbst. Und die dritte Ebene ist, wie andere es tatsächlich wahrnehmen. Im besten Fall, wenn jemand ganz authentisch ist, kommen alle drei Ebenen zusammen. Wenn ich die drei Punkte zusammenfüge, dann ist mein Eindruck, dass die Fremdwahrnehmung allerdings von dem abweicht, wie sie sich selbst gibt.

Was macht Sie falsch?
Es gibt im Dschungelcamp nicht wirklich eine Strategie. Die Frage ist, inwiefern man dort mit einer eindeutigen Strategie durchkommt oder alternativ, aus der Situation heraus, sich anzupassen weiß. Sollte es eine Strategie sein, dann zweifle ich am Erfolg. Wäre es eine Strategie, dann wäre es nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Die Frage ist eher, ist es eine Strategie oder ist es eher aus der Situation geboren.

Daniela Büchner unter Beschuss: Das sagt der Medienpsychologe!

Foto: TVNow/Stefan Menne

Das Gesamtproblem der Medienfigur Daniela Büchner ist ja, dass sie nur vom Schicksal ihres Mannes zehren kann, weil sie selbst ja für überhaupt keine eigenständige Leistung steht. Der Job als fünffache Mutter dürfte nicht aussreichen. Damit ist sie ja nicht alleine hierzulande. Wie sehen Sie das?
Da würde ich kaum eine Prognose wagen. Man muss aber auch knallhart sagen, sie ist nicht die einzige, die mit ihrem Schicksal hausieren geht. Selbst absolute deutsche oder internationale Superstars rollen gerne, wenn es gerade passt, ihr jeweiliges Schicksal aus. Irgendwann ist die Nummer und ich sage das jetzt gar nicht zynisch, irgendwann ist das Thema durch, das wird dann nicht mehr öffentlichkeitswirksam sein. Die Frage ist aber nach dem Dschungel, was ist es, was sie ausmacht? Zum Beispiel, fünffache Mutter und dass sie sich in diese Richtung weiter positioniert. Und Frauen, die sich sozial mit ihr vergleichen, da kann es durchaus sein, dass sie mit dieser Identität, auch weitergehend irgendetwas macht. Im Moment ist noch nicht zu sehen, was macht sie aus, außer einer Fünffach-Mutter eines nicht mehr existierenden Mannes zu sein. Schauspielerin, Sängerin oder Moderatorin, bei allem Respekt, das würde ich weniger sehen.

Das Fancafé von Jens Büchner ist ja nicht Graceland und Jens Büchner war schließlich nicht Elvis Presley. Wie schätzen Sie die Zukunft dieses vor allem dank VOX inszenierten Wallfahrtsstätte ein?
Die Haltbarkeit von Prominenten, die da keine großen oder Superstars waren, ist vergleichsweise gering. Jens Büchner, bei allem Respekt, das war ein netter Mann, aber das war wahrlich kein Superstar, noch nicht einmal für deutsche Maßstäbe.  Da ist irgendwann dieser nostalgische Effekt und diese Fangeschichte ist in wenigen Jahren vorbei. Man wird sich nicht ewig auf dem recht bekannten, aber nicht Superstar-Namen ausruhen können. Irgendwann sind die Leute auch ganz schnell vergessen. Wenn sie da nicht ihr eigenes Profil aufbaut, unabhängig von ihrem verstorbenen Mann, dann wird das nicht weiter funktionieren. Das muss mehr sein als eine Fanstätte, für jemanden, der nicht mehr unter uns weilt. Funktioniert ja nicht einmal bei den Beatles oder John Lennon, geschweige denn, bei jemanden der vorübergehend ein bisschen berühmt war in Deutschland. Das funktioniert mittelfristig nicht.

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