15.11.2020 21:00 Uhr

DDR-Star Reinhard Lakomy (†): Seine Tochter über den Job als Luxus-Prostituierte

Hanna Lakomy ist die Tochter von Reinhard Lakomy und Monika Erhardt. Der 2013 verstorbene Musiker und Songwriter war in der verblichenen DDR ein Star. Seine Witwe hat als Schriftstellerin und Texterin Karriere gemacht. Jetzt schreibt die gemeinsame Tochter Hanna über ihren Job.

imago images / Kai Horstmann

Von 1978 bis 1991 produzierten Reinhard Lakomy und Monika Erhardt sämtliche Kinderrevuen im Friedrichstadt-Palast Berlin, zudem zahlreiche Stücke für Musiktheater und TV-Produktionen. Das bekannteste Werk der beiden ist „Der Traumzauberbaum“. Lakomy war übrigens Mit-Entwickler eins DDR-Synthesizers und widmete sich seit 1980 für ein paar Jahre der elektronischen Musik.

Die gemeinsame 36-jährige Tochter Klara Johanna „Hanna“ Lakomy, eine studierte Philosophin, arbeitete viele Jahre als Escort-Girl Salomé Balthus. Damit fing sie bereits während ihres Studiums an. Vor zwei Jahre enthüllte sie ihre wahre Identität. 2016 gründete sie die eigene Agentur Hetaera, „den feministische High-Class-Escortservice aus Berlin“ oder auch „Escort for intelligent people“. Für ein Dinnerdate müssen Freier 1.000 Euro löhnen, eine Nacht kostete 3.000 Euro.

„Eine Hetäre ist immer exklusiv“

Die spezielle Kundschaft mit den Platin-Kreditkarten wird auf der Website auch direkt angesprochen: „Sie gehören zur internationalen Elite. Eine anspruchsvolle, gebildete Class of her own, die nicht nur wegen der Sehenswürdigkeiten in Deutschlands Großstädte wie Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, München, Köln oder Berlin kommt. Am Abend nach dem Business wollen Sie sich gerne verwöhnen lassen und genießen – am liebsten in erotischer, inspirierender Begleitung… die ganze Zeit freuen Sie sich schon auf den Besuch in dem neuen, coolen Restaurant mit einer geheimnisvollen Frau. Sie haben viel geleistet, um sich Ihren Lebensstil zu gönnen. Eine Hetäre ist immer exklusiv. Sie bereitet sich auf jedes Date sorgsam vor, wie auf ein Fest. Während des Dates dann wird sie versuchen, der ganzen Persönlichkeit ihres Gefährten gerecht zu werden und einen unvergesslich schönen Abend mit ihm zu verbringen, dessen Ausgang bis zum Ende offen und überraschend bleibt. Nur eines ist sicher: Sie werden es wieder tun wollen…“

In einem Beitrag für die „Berliner Zeitung“ schrieb Lakomy nun über ihr spannendes Leben als High-Class-Escort-Girl – und Promikind.

Inkognito unterwegs

„Einst war ich inkognito in diesem Gewerbe. Eine Kunstfigur, die ich selbst erschaffen habe“, schreibt die 36-Jährige in der neuen Kolumne „Nachtgeschter“. „Eine mysteriöse Verführerin mit dem offensichtlich unrichtigen Namen Salomé Balthus. Die Metamorphose vollzog sich in meiner winzigen Neuköllner Einzimmerwohnung, meinem geheimen Boudoir, in meinem Mätressenzimmer in einem Haus, wo mich bis heute niemand kennt, niemand mich erkennt … Oder etwa doch?“

Über ihr Outing

Weiter erklärte sie: „Mein Outing als Prostituierte geschah aus politischen Gründen, um mich für die Sache der Sexarbeit einzusetzen, für meine Rechte. Ich wusste, wenn ich anfange, mich öffentlich zu äußern, muss ich mein Gesicht zeigen, damit man mir glaubt, dass es mich gibt, dass ich echt bin. Und wenn ich das tue, muss ich auch meinen Namen nennen, denn sonst tun es früher oder später meine Feinde oder denken gar, sie könnten mich damit unter Druck setzen.“

„Das ewige Kind“

„Das ist eine ganz eigene Welt des Kults und der Magie, in der ich aufgewachsen bin, und mein Weg möglichst weit weg aus dieser Welt meiner Eltern und ihrer Fans, der hat mich doch unter anderem in die Prostitution geführt. In eine sehr erwachsene Sphäre, wo der Name meiner Eltern mir so gar nichts nützte. Doch dieser Weg, wie es scheint, hat mich keinen einzigen Schritt aus meiner Kindheit entfernt. Ich bleibe das Kind meines Vaters, das ewige Kind.“