Mittwoch, 28. August 2019 15:55 Uhr

Deichkind: Klare Ansage – und „Keine Party“ muß man gesehen haben!

Foto: imago images / Martin Müller

Die Mitglieder der Elektropunkband Deichkind haben sich jetzt deutlich zum Rechtsruck und Populismus in diesem Land geäußert. „Ein Großteil der Bevölkerung nimmt eine kleine, aber hochaktive Gruppe, die die Foren bestückt, als riesige Menge wahr – und das schafft neue Realitäten“, sagt Henning Besser im Interview mit dem ‚Zeit Magazin‘.

„Wie viel Gewalt in der Sprache ist und was das mit der Gesellschaft macht, das macht mir schon Sorgen.“ Auf die Frage, ob die Musiker auch den Moment kennen würden, den Jan Delay mit „Ich möchte nicht, dass ihr meine Lieder singt“ besungen hat, antwortet Sebastian Dürre: „Mir ist es lieber, wenn ich ein verlorenes Schaf zurückholen kann.“

Deichkind: Klare Ansage - und "Keine Party" muß man gesehen haben!

Foto: Benjakon

„Wir wollen Leute zurückholen“

Er selbst sei nicht der „Ihr Nazis braucht alle aufs Maul!“-Typ. Er sei eher der „Hört damit auf und kommt zurück“-Typ. „Weil es einfach geiler auf der guten Seite ist. Wir wollen keine verbalen Vergeltungsschläge machen, wir wollen Leute aufwecken und zurückholen. Wir haben keinen Bock mehr auf Hass.“

Am 27. September erscheint das neue Album „Wer sagt denn das?“. Darauf gibt es, wie häufig bei Deichkind, ein Lied zum Thema Alkohol und Exzess mit dem Titel „1000 Jahre Bier“. „Für mich geht es bei 1000 Jahre Bier darum, den Gegner einzuschüchtern“, sagt Philipp Grütering. Und weiter: „Früher haben sie ja auch Kriegsgesänge gebrüllt, wenn sie in Schlachten der gegnerischen Armee gegenüberstanden, um sie einzuschüchtern.“ Sebastian Dürre ergänzt: „Und es ging auch darum, dieses ewige Bier mal zu thematisieren. Da habt ihr euer Bier, ihr Saufleute!“

Derwisch Lars Eidinger tanzt durch neues Video

Letzte Woche ist das neue Video zum neuen technoiden Song „Keine Party“ featuring Bela B. erschienen, die dritte Single des neuen Albums. In dem Clip ist wieder Kino-, TV- und Theatergott Lars Eidinger zu sehen, wie er knapp 4 Minuten zu hämmernden Beat durch Berlin hüpft – an teils völlig unspektakulären Orten.

Eidinger hatte schon bei den ebenso dadaistisch daherkommenden Vorgängerclips „Wer sagt denn das?“ und „Richtig Gutes Zeug“ mitgewirkt. Mit all den neuen Songs beweisen Deichkind noch immer ihre Klasse – vor allem eben auch textlich!

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