Der Gärtner & die Gattin: Wegen ihrer Tagebücher fliegen sie immer getrennt

Der Gärtner & die Gattin: Wegen ihre Tagebücher fliegen sie immer getrennt
Der Gärtner & die Gattin: Wegen ihre Tagebücher fliegen sie immer getrennt

© IMAGO / Photopress Müller

08.03.2021 15:30 Uhr

Claus Theo Gärtner ist den meisten als Josef Matula bekannt, den er über drei Jahrzehnte in der kultigen ZDF-Krimiserie "Ein Fall für zwei" verkörperte. Im Lockdown hatte auch er wie Millionen Landsleute reichlich Zeit daheim. Mit der Göttergattin.

Mit seiner 36 Jahren jüngeren Frau Sarah hat der 77-Jährige TV-Star am Testatment und Patientenverfügungen gearbeitet. Die Idee dazu kam ihm schon zum Beginn der Pandemiezeit letzte Jahr.

„Coronabedingt gab es Momente, in denen ich dachte: jetzt möchte ich möglichst viel gemeinsame Zeit möglichst intensiv genießen. Wer weiß, was passiert und wie schnell was passiert?“ erzählte Gärtner im Gespräch mit Andreas Kurtz in dessen schon jetzt kultigen, weil lebensbejahenden Sonntags-Kolumne der „Berliner Morgenpost“.

„Wann bin ich dran?“

Die Tode von bekannten Film- und Theaterkollegen hatten Claus Theo Gärtner Kopfzerbrechen bereitet: „Da frage ich mich: wann bin ich dran?“ Sich selbst gibt der Schauspieler allerdings noch zehn Jahre. „Meine Mutter ist 96 geworden. Und wenn sie keinen Unfall gehabt hätte, wäre sie jetzt 100.“

Dass sich das Paar in der Pandemiezeit nicht an die Gurgel gegangen ist und der Gärtner nicht zum Mörder wurde, betrachtet er als eine herausragende Errungenschaft. „Man geht sich ja schnell auf den Wecker. Aber jetzt haben wir mal fünf Monate aufeinander gegluckt. Ein großer Erfolg! Wenn ich so höre, was bei anderen abgegangen ist, kann ich nur sagen: Wir sind glücklich dran.“

Darum fliegen sie lieber getrennt

In dem durchaus heiteren Gespräch über Testament und Patientenverfügungen überraschte Sarah Gärtner ihren Ehemann, mit dem sie übrigens schon seit 2008 verheiratet ist, dann doch noch. Denn vor dem jeweiligen Ableben müsse dringendst noch etwas geregelt werden. Das Paar wolle offensichtlich noch ein paar Geheimnisse mit ins Grab nehmen. Jeder für sich.

Sarah Gärtner dazu:  „Man müsste vielleicht noch ein paar alte Tagebücher verbrennen. Sollte ich vom Himmel stürzen, musst Du bitte meine Tagebücher verbrennen!“ Ihr Göttergatte daraufhin: „Deswegen fliegen wir ja auch immer getrennt. Damit wir im Notfall die Tagebücher des anderen verbrennen können.“

Diese letzten Zeilen wünscht sich Gärtner

Und schließlich hätte der begeisterter Motorsportler und Oldtimer-Fan noch einen witzigen Spruch auf seinem Grabstein. In Südtirol beeindruckte diese in Stein gemeißelte literarische Kostbarkeit: „Hier wohnt die alte Frau Rappen, sie nähte Mützen und Kappen. Hier liegt sie nun in sel’ger Ruh – wer näht’se nu?“

Gärtner fühlte sich inspiriert, deswegen wünscht er sich diese Inschrift hier: „Wandrer steh und weine, hier ruhen meine Gebeine – ich wollt’ es wären Deine!“