02.12.2020 18:45 Uhr

Der Gärtner ist der Mörder: Hanno Koffler in „Das Geheimnis des Totenwaldes“

Im Sommer 1989 verschwindet die Schwester des Hamburger LKA-Chefs Thomas Bethge spurlos aus ihrem Haus in Niedersachsen, in dessen Nähe furchtbare Doppelmorde geschehen sind. Die Polizei in Weesenburg scheint überfordert.

© NDR/ConradFilm, Bavaria Fiction/Christiane Pausch

Bethge steht vor der schwierigsten Aufgabe seines Lebens: Er will seine Schwester finden, darf aber als Hamburger Polizist nicht in Niedersachsen ermitteln. Unbeirrt und fast drei Jahrzehnte lang recherchiert Thomas Bethge gegen große Widerstände in einem rätselhaften Kriminalfall, ehe er, bereits pensioniert, einem mysteriösen Serienmörder auf die Spur kommt …

Der Serienmörder wird gespielt von Hanno Koffler.

Der Gärtner ist der Mörder: Hanno Koffler in "Das Geheimnis des Totenwaldes"

© NDR/ConradFilm, Bavaria Fiction 2020/SOAP IMAGES

„Der fiktionale Dreiteiler ‚Das Geheimnis des Totenwaldes‚ handelt, inspiriert von wahren Ereignissen, nicht nur von der spannenden Suche eines Bruders nach seiner spurlos verschwundenen Schwester“,  so Joachim Knuth, NDR-Intendant in einer Mitteilung. „Die Perspektive der Verbrechensopfer steht, im Gegensatz zu vielen anderen Krimi-Formaten, bei diesem Dreiteiler ausdrücklich im Mittelpunkt.“

Hanno Koffler in der Rolle als eiskalter Mörder

Jürgen Becker ist Friedhofsgärtner und lebt mit seiner Frau in Weesenburg. Der charismatische Frauenschwarm kommt mit der frisch getrennten Barbara auf einer Gartenparty ins Gespräch. Die betrunkene Barbara beginnt einen Flirt. Vor allem Anne Bach vermutet, dass der so aalglatte wie undurchsichtige Becker etwas zu verbergen hat. Hat Becker tatsächlich etwas mit dem Verschwinden von Barbara Neder und gar der brutalen Mordserie im Iseforst zu tun?

Der wie immer brillante Hanno Koffler (40) spielt in dem ARD-Krimi die dem eiskalten Friedhofsgärtner Kurt-Werner Wichmann nachempfundene Figur, die fünf Menschen auf dem Gewissen hat.

„Die Beschäftigung mit dem Charakter des Jürgen Becker (alias Kurt-Werner Wichmann) und seiner Psychologie war für mich gleichermaßen erschütternd wie faszinierend. In meiner Arbeit als Schauspieler gehört es zur wesentlichen Aufgabe, bei meinen Figuren nach Anteilen zu suchen, die ich persönlich nachvollziehen kann und die vielleicht auch etwas mit mir selbst zu tun haben, um sie schlussendlich vor der Kamera auch mit echtem Leben füllen zu können“, erzählte er im Begleitheft zum Dreiteiler.

Der Gärtner ist der Mörder: Hanno Koffler in "Das Geheimnis des Totenwaldes"

imago images / Andre Lenthe

Einer der schlimmsten Serienmörder

„Sich klar zu machen, dass einer der möglicherweise schlimmsten Serienmörder der deutschen Nachkriegszeit auch nur ein Mensch aus Fleisch und Blut gewesen ist, und dass dieser Mensch erst durch bestimmte Umstände und charakterliche Dispositionen zu diesem Unmenschen
geworden ist, entschuldigt zwar keine seiner grauenvollen Taten, führte mir aber vor Augen, dass in jedem Täter auch ein Opfer steckt und dass wir alle dankbar und demütig dafür sein sollten, wenn wir in unserem Leben Liebe, Zuneigung und Glück erfahren haben. Denn Gewalt erzeugt in den meisten Fällen eben Gegengewalt.“

„Trotzdem“, so Koffler weiter, blieben alle Erklärungsversuche lückenhaft. „Sicher ist Jürgen Becker ein Mensch mit zwei Gesichtern: einerseits
ein sadistischer Narzisst und andererseits ein manipulativer Charmeur, von dem sich ein bestimmter Frauentypus angezogen fühlt. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des ‚Totenwalds‘ hat mich tief berührt.“

Der Gärtner ist der Mörder: Hanno Koffler in "Das Geheimnis des Totenwaldes"

Foto: Imago Images/Future Image

Koffler-Karriere im Schnelldurchlauf

Sein Kinodebüt gab der gebürtige Berliner 2003 in „Anatomie 2“. Unvergessen seine Rollen 2004 in „Sommersturm“ und 2013 in „Freier Fall“ – zwei bewegende schwule Stoffe. Der Vater zweier Töchter durfte schon 2014 neben dem großen Götz George {1938-2016) im vielbeachteten TV-Drama „Besondere Schwere der Schuld“ spielen.

Über die erste Begegnung mit der Filmlegende erzählte er der „BZ“: „An meinem ersten Drehtag hatte Götz George eigentlich frei, kam aber trotzdem ans Set, um mir ‚Hallo‘ zu sagen. Gleichzeitig begrüßten sie sich mit ‚Toll, dass wir miteinander arbeiten‘ und stellten schnell eine gewisse optische Ähnlichkeit fest. „Er hatte sich vorher mit meiner Arbeit beschäftigt und sah in mir den jungen Götz. Was für eine Ehre!“. George schenkte ihm schließlich einen Familien-Talisman: „Er bekam ihn einst von seiner Mutter und jetzt darf ich ihn in meiner Hosentasche tragen. Ein wertvolles Stück, das ihn die letzten 30 Jahre begleitete.“

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2016 war Hanno Star des großen ARD-Zweiteilers „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“ und spielte 2018 in der Amazon-Thriller-Serie „Beat„. In „Babylon Berlin“ wirkte er in fünf Episoden mit. Nicht zu vergessen seine großartigen Theaterrollen …

Zuletzt drehte Hanno im Sommer unter Corona-Bedingungen die Kinokoproduktion „Die Saat“ (AT), der zweite Spielfilm von Mia Maariel Meyer, mit der er auch das Drehbuch verfasste.

Übrigens: Mit seinem älteren Bruder Max (42) gründete er im Jahr 1994 eine Band. (PV)