17.08.2020 08:39 Uhr

Designer Philipp Plein beklagt fehlenden Glamour

Die Modewelt hat sich verändert: Die ganze Power sei weg, beklagt der Designer Philipp Plein.

imago images / Independent Photo Agency Int.

Der deutsche Modedesigner Philipp Plein vermisst frühere Topmodels wie Naomi Campbell oder Kate Moss in der heutigen Fashion-Welt. „Das, was es heute gibt, sind mehr Instagram-Models“, sagte der 42-Jährige im Podcast „Tomorrow“.

Früher habe die Industrie noch aus Glamour und Jetset bestanden. „Da war Reichtum, da war Geld, Kreativität, Sex und Beauty mit den Models, die ganze Power war vereint. Das gibt es heute nicht mehr.“

Quelle: instagram.com

Designer sind nur noch Angestellte

Grund für diesen Wandel ist laut Plein, dass ein Großteil der Marken mittlerweile Eigentum von Investmentfonds oder börsenorientiert ist. „Die Designer, wenn es sie denn noch gibt, sind meistens Angestellte, die spielen halt für den Club, solange sie der Club bezahlt.“ Und wenn sie keine nachgefragte Kollektion produzierten, würden sie einfach ausgetauscht, sagte Plein, der für seine luxuriösen Modelinien bekannt ist.

Fashionshows gehen am Konsumenten vorbei

Auch die Fashion-Show an sich sei überholt und nicht mehr im Sinne des Konsumenten, so Plein. „(…) Der sieht etwas heute – und der will es auch heute haben. Der will nicht sechs Monate warten, bis es rauskommt.“ Der Bayer, der die größte Show seiner über 20-jährigen Karriere im Februar in Mailand vor 6000 Gästen gezeigt hatte, will daher etwas ändern. „Meine nächste Show werde ich in meinem Haus in Los Angeles machen, in meinem Wohnzimmer mit nur drei, vier Leuten.“

Das ist Philipp Plein

Philipp Plein gründete 1998 das Unternehmen „International AG“ in München, das seinen Sitz heute in Lugano in der Schweiz hat. Die Marke mit seinem Namen wurde 2004 gegründet.

Er begann seine Designerkarriere zunächst mit der Herstellung von Taschen und Accessoires aus übrig gebliebenen exotischen Ledern. Pleins erste Kollektionen waren Vintage-Militärjacken, die er mit Swarovski-Totenköpfen bestickte.

Rund um die Welt eröffnete er seit 2010 eigene Boutiquen.

© dpa-infocom, dpa:200817-99-192835/3, KT

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