Desirée Nick und die verhängnisvollen 5 E’s

Desirée Nick und die verhängnisvollen 5 E's
Desirée Nick und die verhängnisvollen 5 E's

Beispielfito: © n_defender/Shutterstock

14.01.2021 14:35 Uhr

Desirée Nick hat das nächste Mobbing-Opfer gefunden: Jetzt feuert die 64-Jährige gegen die großartig geerdete SAT-1-Promiexpertin Vanessa Blumhagen. Die hatte sich doch tatsächlich erlaubt, den Rachefeldzug der Lästerschwester gegen die Berliner Drag Queen Nina Queer zu kommentieren.

In dem Gespräch im SAT.-1-Frühstücksfernsehen zitierte Blumhagen listigerweise auch aus einem Kommentar von Nick aus dem Jahr 2006. Damals zog die Schauspielerin, Kabarettistin über Barbara Becker im künstlerischen Sinne her. Die hatte die Rolle der Buhlschaft im berühmten Theaterstück von Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ in Berlin übernommen.

„Dann korrigieren Sie sich bitte!“

Auf Facebook und Instagram tobt Desirée Nick und beschimpft Blumhagen – wie gewohnt –  im Stile der stets überheblichen und fehlerfreien Gouvernante, die sich als moralische Instanz über andere erhebt, um die Deutungshoheit zurückzugewinnen.

Die prosaische Kostbarkeit als die übliche pathologische Reaktion auf die Majestätsbeleidigung dürfen wir an dieser Stelle in ihrer Gesamtheit wiedergeben (mit Fehlern):

„Sagen Sie mal Frau Blumhagen, lesen Sie mehr als eine Schlagzeile oder sind Sie zu der frühen Stunde noch im Wachkoma? Der Artikel auf den Sie sich beziehen besagt das ganze Gegenteil: Rassismus besteht darin, sich weiß anzumalen und NICHT zu seinem genetischen Erbe zu stehen. ICH würde als Schauspielerin dieses immer betonen, um die Grenzen zu erweitern, anstatt mich heller zu schminken. Mit dem uraltem Artikel der herausgekramt wird, schießen Sie sich selbst ins Bein, denn er besagt das ganze Gegenteil: dass man stolz auf seine genetische Herkunft sein sollte, anstatt diese zu verbergen. Besonders die Bühne bietet eine Platform in der man die Grenzen für Toleranz erweitern kann. Diese Chance wurde seinerzeit leider versäumt! Haben Sie es jetzt verstanden? Dann korrigieren Sie sich bitte, sowas ist nämlich hochgradig peinlich für Sie! Ich breche sogar eine Lanze für jeden der sich aufgrund seines genetischen Erbes von der Masse abhebt, anstatt es zu kaschieren! DO YOUR HOMEWORK! @vanessa_blumhagen @fruehstuecksfernsehen“.

Desirée Nick und die verhängnisvollen 5 E's

@ imago images / Future Image

„Mit Nasen-Ringen und bemalten Brüsten“

Währenddessen Nick mit älteren Zeitungsartikeln wesentlich dazu beitrug, dass RTL ihre langjährige Freundin Nina Queer ins Aus beförderte, monierte sie nun selber einen „uralten Artikel, der herausgekramt wird“! Aber das nur am Rande.

Mehr noch: Nick unterschlägt in ihrem neusten Wutpost die zweite Hälfte des Zitats, mit der ja aus heutiger Sicht im Rahmen der umstrittenen „Cancel Culture“ Kündigungen gemacht werden – und die Nick bei anderen anprangert.

Die Berliner Tageblatt „B.Z:“ zitierte Nick im August 2006:

„Wenn ich schwarz wäre, würde ich mich nicht auf dem Plakat heller retuschieren lassen. Also, wenn ich Babs Becker wäre, würde ich mich als Buhlschaft pechschwarz anmalen und mit Nasen-Ringen und bemalten Brüsten auftreten. Das wäre doch lustig.“ Das sind sie doch die Klischees, wegen der heute Karrieren zerstört werden!

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von De?sire?e Nick (@nickdesiree)

Verlogen und verdreht?

Dieser bemerkenswerte User-Kommentar unter dem Nick-Post steht unterdessen für sich:

„Jetzt wirds aber peinlich Desiree – wenn Sie wirklich vor 50 Jahren als professionelle Bühnentänzerin gearbeitet haben, dann müssten Sie ja wissen, dass die wenigen farbigen Künstler, die Auftrittsmöglichkeiten hatten, IMMER sich heller schminken MUSSTEN – nicht, weil sie es selber so wollten, sondern der künstlerische Stab es so verlangte! Erst jüngst ging der Fall einer farbigen Ballerina des Staatsballetts, die sich dagegen aktuell (2020) gewehrt hat, durch die Presse. Es war deshalb sicher NICHT Barbara Becker selbst, die sich das damals beim ‚Jedermann‘ auferlegt hat! Und was machen Sie? Ziehen das rassistisch überspitzt durch den Kakao, in dem Sie ihr damals vorschlugen als quasi „Buschfrau“ mit angemalten Brüsten aufzutreten. Es hat Sie einfach gejuckt, dass Sie für diese Rolle der Buhlschaft nicht in Frage kamen. Ihre Rechtfertigung ist daher verlogen und verdreht wider besserem Wissen die Tatsachen!“

Die fünf E’s der Narzissten

Wir möchten vor diesem Hintergrund die Aufmerksamkeit unser geneigten Leserschaft auf ein andere Seite des Nickschen Universums lenken.

Das Problem, was auch eine Desirée Nick mit ihren stets umstrittenen öffentlichen Angriffen immer wieder offenbart, fasst Reinhard Haller, Psychotherapeut und Sachbuchautor aus Österreich in einem sehr aktuellen Interview mit der „Berliner Zeitung“ (13. Januar 2021) über Donald Trump im Besonderen und Narzissmus im Allgemeinen unter der Überschrift „Keine Götter neben mir“ zusammen. Haller ist einer der renommiertesten Gerichts-Psychiater in Europa.

Es demonstriert aus unserer Sicht treffend, woraus beispielweise auch eine Desirée Nick ihre Verbalangriffe zu speisen scheint.

„Manche Eigenheiten von Narzissten sind hinlänglich bekannt, zum Beispiel ihre Eigensucht oder Egozentrik. (…) Jede Kritik gleicht in ihren Ohren einer Majestätsbeleidigung, verletzt sie zutiefst und führt auch zu Rachegedanken. Narzissten sind nicht kritikfähig. Hinzu kommt Empathiemangel und daran entkoppelt die Entwertung von anderen Menschen. Diese Faktoren werden ihnen zum Verhängnis. In Summe sind es fünf E’s, die einen Narzissten ausmachen: Eigensucht, Egozentrik, Empfindlichkeit, Empathiemangel und Entwertung“.

Hass, Zwietracht und Rache säen, Denunziationen und Co. – das gehört einfach nicht in die sozialen Medien und überhaupt nicht ins Netz! Dafür werden andere neuerdings bei Twitter & Co. lebenslang gesperrt.  (PV)