Donnerstag, 26. September 2019 10:07 Uhr

Deutscher Radiopreis: Die Branche feierte sich – das sind alle Gewinner

Herr Lindenberg. Foto: Deutscher Radiopreis/Benjamin Hüllenkremer

Glückliche Gewinner in zwölf Kategorien: Bei der Gala des Deutschen Radiopreises in der Elbphilharmonie gibt es viel Lob für spannende, innovative und gut recherchierte Radioformate – doch auch mahnende Worte vom Bundespräsidenten.

Rockige Töne, viel Prominenz und ein eindringlicher Appell: Deutschlands Radiomacher haben ihre Besten am Mittwochabend mit einer großen Gala in der Hamburger Elbphilharmonie gefeiert. In zwölf Kategorien wurden Auszeichnungen vergeben.

Foto: Deutscher Radiopreis/Philipp Szyza

Panikrocker Udo Lindenberg präsentierte vor den rund 1400 geladenen Gästen seine neue Single „Niemals dran gezweifelt“ auf der Bühne. Herbert Grönemeyer bekam für seinen Song „Fall der Fälle“ mit der Botschaft „Keinen Millimeter nach rechts“ Standing Ovations. Laudatoren waren unter anderem die Schauspieler Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf sowie die Moderatorin Marietta Slomka.

Frech-witzig führte Barbara Schöneberger im maritimen Kleidchen durch das bunte Programm.

Deutscher Radiopreis: Die Branche feierte sich - das sind alle Gewinner

Frau Schöneberger auf’m Balkon der Elphi. Foto: NDR/Morris Mac Matzen

Neue Ideen

Ehrengast war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er appellierte an Deutschlands Radiomacher, das kostbare Vertrauen ihrer Hörer zu erhalten. „Für viele sind Sie eben diejenigen, die die Meinung des Hörers im Alltag zu einem guten Stück prägen“, sagte Steinmeier. Der gemeinsame Wunsch müsse es sein, mit diesem Privileg verantwortungsvoll und sorgsam umzugehen. Fehler würden sich nicht versenden. „Nicht die schnelle, die richtige Nachricht, die schafft Vertrauen.“

Deutscher Radiopreis: Die Branche feierte sich - das sind alle Gewinner

Der Preis für die „Beste Comedy“ ging an Dirk Haberkorn (r) und Boris Meinzer von Hit Radio FFH. Foto: Axel Heimken

Den Preis für die „Beste Comedy“ erhielten Dirk Haberkorn und Boris Meinzer von Hit Radio FFH für „Achtung Alexa“. Das Format macht den Sprachassistenten zum Lockvogel am Telefon. Die Auszeichnung für die „Beste Reportage“ ging an Holger Senzel von NDR Info für „Unter Schlamm begraben – Spurensuche in Petobo“. Über den Preis für die „Beste Programmaktion“ konnten sich Johannes Ott und Mike Thiel von Radio Gong 96,3 freuen – für das Projekt „Taxi von Frauen für Frauen“.

Deutscher Radiopreis: Die Branche feierte sich - das sind alle Gewinner

Marc Haberland & Vivian Pickelmann von 104.6 RTL mit Laudatorin Andrea Sawatzki. Foto: Deutscher Radiopreis/Morris Mac Matzen

Als „Meilenstein“ lobte die Jury in der Kategorie Innovation „Swop“ von 104.6 RTL, bei dem sich der Hörer zwischen mehreren musikalischen Alternativen entscheiden kann. Als beste Moderatorin wurde Carmen Schmalfeldt von Radio Leverkusen gewürdigt, als bester Moderator Steffen Lukas von Radio PSR. Die beste Sendung war aus Sicht der Jury „Deutschlands tiefste Morgensendung“ (Lennart Hemme und Ralf Laskowski) von Radio Emscher Lippe zum Ende der Steinkohle-Ära.

Auch die N-Joy Morningshow mit Andreas Kuhlage und Jens Hardeland konnte sich über eine Auszeichnung freuen.

Deutscher Radiopreis: Die Branche feierte sich - das sind alle Gewinner

Andreas Kuhlage & Jens Hardeland von N-JOY mit Laudator Sönke Wortmann. Foto: Deutscher Radiopreis/Morris Mac Matzen“

442 Einreichungen

„Bester Newcomer“ ist David Mayonga alias Roger Rekless von Bayern 3 – unter anderem weil er seinen Gästen Wertschätzung und ehrliches Interesse entgegenbringe. Der Podcast „Geheimakte Peggy“ bei Antenne Bayern (Christoph Lemmer und Ralf Zinnow) wurde „als souverän recherchiert und gut erzählt“ gewürdigt. Den Preis für das „Beste Interview“ bekam Bremen Zwei für die „Gesprächszeit“. Dem Team um Moderator Mario Neumann gelinge es bravourös, Menschen Geschichten zu entlocken, hieß es. Themen für eine junge Zielgruppe präsentiert „Update“ bei Deutschlandfunk Nova – und bekam dafür ebenfalls einen Preis in der Sparte „Bestes Nachrichten- und Informationsformat“.

Deutscher Radiopreis: Die Branche feierte sich - das sind alle Gewinner

Verena Fi und Christoph Lindemann (l) nahmen stellvertretend für Roger Rekless (Foto M.) vom Bayerischen Rundfunk den Radiopreis in der neuen Kategorie „Bester Newcomer“ entgegen. Foto: Axel Heimken

In diesem Jahr hatte es mit 442 Einreichungen von 154 Radioprogrammen so viele Bewerbungen wie nie gegeben. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer unabhängigen Jury des Grimme-Instituts. Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die Privatradios in Deutschland. Knapp 70 öffentlich-rechtliche und private Radios übertrugen die Gala live.

Der NDR zeigte die Verleihung zeitversetzt am späten Abend im Fernsehen. (dpa/KT)

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Herr Grönemeyer. Foto: Deutscher Radiopreis/Benjamin Hüllenkremerewinner

Die Preisträger

Beste Comedy
HIT RADIO FFH, Dirk Haberkorn und Boris Meinzer, „Achtung Alexa“

Beste Innovation
104.6 RTL, Marc Haberland und Vivian Pickelmann, „SWOP“

Beste Moderatorin
Carmen Schmalfeldt, Radio Leverkusen, „Radio Leverkusen am Morgen“

Beste Morgensendung
N-JOY vom NDR, Andreas Kuhlage und Jens Hardeland, „Die N-JOY Morningshow“

Beste Programmaktion
Radio Gong 96.3, Johannes Ott und Mike Thiel, „Gong 96.3 Team Taxi: Das Taxi von Frauen für Frauen“

Beste Reportage
NDR Info, Holger Senzel, Unter Schlamm begraben – Spurensuche in Petobo“

Beste Sendung
Radio Emscher Lippe, Lennart Hemme und Ralf Laskowski, „Deutschlands tiefste Morgensendung“

Bester Moderator
Steffen Lukas, RADIO PSR, „Die Steffen Lukas-Show“

Bester Newcomer
Roger Rekless, Bayern 3, „Bayern 3 Spätschicht präsentiert von PULS“

Bester Podcast
ANTENNE BAYERN, Christoph Lemmer und Ralf Zinnow, „Geheimakte Peggy“

Bestes Interview
Bremen Zwei, Mario Neumann und Nicole Ritterbusch, „Gesprächszeit“

Bestes Nachrichten- und Informationsformat
Deutschlandfunk Nova, Thilo Jahn und Ilka Knigge, „Update“

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