Devid Striesow über 9/11: „Das sah alles so unwirklich aus“

Devid Striesow bei der Premiere des Kinofilms "Nahschuss" im Juli in Hamburg. (ili/spot)
Devid Striesow bei der Premiere des Kinofilms "Nahschuss" im Juli in Hamburg. (ili/spot)

imago/Future Image

11.09.2021 13:49 Uhr

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Auch 20 Jahre danach erinnern sich Schauspieler Devid Striesow und andere Künstler noch genau an den Tag.

Vor 20 Jahren verbreitete sich die Nachricht von den Terroranschlägen in New York City, bei denen 3.000 Menschen ihr Leben verloren, rasend schnell um die Welt. Wer es damals erlebt hat, erinnert sich in der Regel noch heute an die schrecklichen Bilder der einstürzenden Zwillingstürme des World Trade Centers am 11. September 2001 in Lower Manhattan.

„Wie in einem schlecht gedrehten Science-Fiction-Film“

Schauspieler Devid Striesow (47, „Für immer Eltern“, „Nahschuss“) erzählt im Gespräch mit spot on news, wie er davon erfahren hat. „Ich war unterwegs, als mich jemand anrief, der in New York sein Abitur gemacht hat und mit der Stadt eng verbunden ist – ich selbst war noch nie da. Er berichtete ganz aufgeregt, was passiert war. Dann habe auch ich die Ereignisse Stück für Stück mitbekommen und war völlig paralysiert von den Bildern, die ich sah“, sagt er und fügt hinzu: „Das sah alles so unwirklich aus, wie in einem schlecht gedrehten Science-Fiction-Film, sodass ich für einen Moment gar nicht glauben konnte, dass das wirklich stattgefunden hat. Es hat lange gedauert, bis ich es verstehen konnte.“

Auch Multitalent Annabelle Mandeng (50, „Umwege sind auch Wege: Vom Schwarzsein und anderen Abenteuern“, „Berlin Alexanderplatz“) bekam damals einen Anruf. Ein Freund habe ihr gesagt, sie solle den Fernseher anmachen, die Twin Towers würden angegriffen werden. „So hatte ich live mitbekommen, wie sie einstürzten. Furchtbar“, erinnert sie sich an den schrecklichen Moment.

„Dieser Tag hat sich eintraumatisiert“

Musiker Axel Stosberg (54) von der vielfach ausgezeichneten Band Santiano (seit 2011, „Mit den Gezeiten“) erinnert sich ebenfalls genau an den schicksalsträchtigen Tag: „Ich bereitete mich in einem Flensburger Fitnessstudio auf meine erste Theaterrolle für das Hamburger Ohnsorg-Theater vor, als ich beim Auschecken auf einen der Fernseher blickte und den Einschlag in den ersten Tower sah. Ich war wie paralysiert, ging nach Hause und konnte den Rest des Tages den Blick nicht mehr vom Fernseher und diesen fürchterlichen Bildern wenden“, erzählt er der Nachrichtenagentur. „Dieser Anschlag hat unsere gesamte Weltanschauung nachhaltig und bis heute beeinflusst“, so Stosberg weiter.

Und Musikerkollege Axel „Aki“ Bosse (41, „Kraniche“) beschreibt das Trauma so: „Ich habe damals in einer WG gelebt und der Fernseher lief. Dann kam der Anschlag und mit ihm der Schock. Ich habe Freunde in New York, die ich telefonisch nicht erreicht habe. Einfach schrecklich. Dieser Tag hat sich dermaßen eintraumatisiert. Das vergisst man einfach nicht“, sagte der Sänger.