Donnerstag, 26. Dezember 2013 11:56 Uhr

Die fette Hoppe: Nora Tschirner, Christian Ulmen und eine tiefgefrorene Leiche

Eine Verfolgungsjagd durch schmale Altstadtgassen im Pferdefuhrwerk, derweil eine Leiche zu Erpressungszwecken in der Tiefkühltruhe des Kutschers gebunkert ist – die Kinostars Nora Tschirner (32) und Christian Ulmen (38) bekommen es in ihrem Debüt als ARD-‚Tatort‘-Kommissare mit allerlei Skurrilem zu tun.

Die fette Hoppe: Nora Tschirner, Christian Ulmen und eine tiefgefrorene Leiche

Weimar ist die Kulisse des Krimis ‚Die fette Hoppe‘, den das Erste am Zweiten Weihnachtsfeiertag um 20.15 Uhr ausstrahlt, und in dem sich alles um die berühmte Thüringer Bratwurst dreht. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) verspricht einen Krimi voll schrägen Humors.

Das Ermittlerduo sei für den ‚Tatort‘ so ungewöhnlich wie die Story selbst, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres bei der Voraufführung in Weimar. Tschirner (‚Keinohrhasen‘) und Ulmen (‚Herr Lehmann‘) als Kriminalkommissare Kira Dorn und Lessing haben die Entführung der Weimarer Wurstkönigin Brigitte Hoppe (Elke Wieditz) aufzuklären, deren Bratwurstrezept dem Film den Namen gibt.

Lessing, dem die Autoren keinen Vornamen gegeben haben, hat sich vom stressigen Hamburg ins beschauliche Weimar versetzen lassen, wo er eher mit Diebstählen und Sachbeschädigung rechnet. Tschirners Figur, die schwangere Kommissarin Kira Dorn, ist ein Weimarer Urgestein, das alles und jeden in der Stadt kennt – die Verdächtigen für den Mord an der in der Stadt nicht gerade beliebten Fleischereibesitzerin eingeschlossen.

Die fette Hoppe: Nora Tschirner, Christian Ulmen und eine tiefgefrorene Leiche

Auch ihr Vorgesetzter Stich (Thorsten Merten/’Halbe Treppe‘, ‚Der Turm‘) ist in der kleinstädtischen Szene bestens verankert und sich auch nicht zu schade, für das Weimarer Stadtmarketing mit Perücke und Schillerkragen herumzulaufen.

Aus dieser Konstellation ergeben sich Komik und trocken-schlagfertige Dialoge anstelle von stuntreicher Action. „Wir wollen das Genre aber nicht parodieren“, sagt Andreas Pflüger, der gemeinsam mit Murmel Clausen das Buch geschrieben hat.

Der Film unter der Regie von Franziska Meletzky offenbart absurde, tragikomische Abgründe hinter der Fassade des klassischen Weimar – etwa dann, wenn sich der von Dominique Horwitz gespielte Pferdekutscher Caspar Bogdanski als Erpresser versucht. Herres spricht von „Blasphemie auf geheiligtem Boden“.

Die fette Hoppe: Nora Tschirner, Christian Ulmen und eine tiefgefrorene Leiche

Humor und ‚Tatort‘ – das ist bislang eigentlich ein Synonym für die Münster-Ausgabe von Deutschlands bekanntester Krimireihe. Daran wollen sich Ulmen und Tschirner aber nicht messen lassen. „Weder Christian noch ich haben jemals einen Münster-‚Tatort‘ gesehen“, sagt Tschirner und Ulmen ergänzt: „Das hier ist der Weimar-Tatort, das ist die fette Hoppe.“ Münster-Erfahrungen stecken trotzdem in dem Weimarer Krimi. Franziska Meletzky hatte 2011 mit einer Münster-Folge ihr ‚Tatort‘-Debüt gegeben.

Nora Tschirner saghte der ‚Berliner Zeitung‘ zur ‚Fetten Hoppe‘: „Ich finde noch nicht mal, dass es ein sonderlich witziger ‚Tatort‘ ist. Vielleicht kann man ihn am Tonfall von anderen unterscheiden.“

Die fette Hoppe: Nora Tschirner, Christian Ulmen und eine tiefgefrorene Leiche

Der Filmproduktion war jedenfalls eine offene Ausschreibung des MDR für den ‚Tatort‘ aus Thüringen vorangegangen, bei der nach Angaben von Intendantin Karola Wille mehr als 80 Ideen eingingen. Erstes Ergebnis: der kürzlich angelaufene neue Erfurter ‚Tatort‘. Anders als dieser war der ‚Tatort‘ aus Weimar ursprünglich als einmaliges Weihnachtsspecial angelegt. Doch schon vor der Ausstrahlung steht fest: Es wird eine zweite Folge geben. Sie soll laut MDR im Sommer 2014 gedreht und möglichst wieder an einem Feiertag ausgestrahlt werden. (Katrin Zeiß, dpa/KT)

Fotos: MDR/Andreas Wünschirs

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren