05.10.2020 23:07 Uhr

„Die Höhle der Löwen“: Diese Gründerin wollen alle Löwen

Das passiert nicht oft in der "Höhle der Löwen": Die relativ simple Idee einer geschäftstüchtigen ehemaligen Pharmareferentin überzeugt alle Investoren - sodass letztendlich diese bei ihr werben müssen.

TVNOW / Stefan Gregorowius

Mehr Muckis mit weniger Arbeit, gute Laune mit einer Tageslicht-Brille, ein saubereres Auto dank Kindersack und gesundes Fast Food – das sind die Produkte, die diesen Montag in der „Höhle der Löwen“ nach Geldgebern suchten. Doch besonders die Idee einer Gründerin überzeugte durch die Bank alle Investoren.

Selten war eine Präsentation so erfolgreich wie die von Jaqueline Torres Martinez. Die ehemalige Pharmareferentin will mit „MediDusch“ das klassische Erkältungsbad in die Dusche verlegen und hat dafür einen Duschschaum erfunden, der auf ätherischen Ölen wie Menthol und Eukalyptus basiert. Das soll Zeit und Wasser sparen und auch die ein oder andere Erkältung verhindern. Für 75.000 Euro bietet sie 20 Prozent Anteile.

Die Idee und die Vertriebsfähigkeiten der Gründerin kommen so gut an, dass alle Löwen einsteigen wollen. Dr. Georg Kofler (63) schlägt als erster zu, Ralf Dümmel (53) zieht nach und nimmt gleich Carsten Maschmeyer (61) mit und so weiter. Letztendlich bewerben sich alle auf eine Zusammenarbeit mit „MediDusch“ und bessern ihre Angebote sogar noch nach, um sich gegenseitig zu überbieten. „Träum ich, oder…?“ freut sich die Vertrieblerin mit Tränen in den Augen und geht schließlich den Kombi-Deal mit Maschmeyer und Dümmel ein.

Einfach Idee, schnell zu verstehen – dieses Prinzip haben auch Marc Duttle und David Seidewitz verinnerlicht. Sie präsentieren einen Schmutzsack für Kinder, kurz „Schmuki“, der Autopolster und Elternnerven schonen soll. Die Idee eines schmutzabweisenden Sacks für dreckige Kinderbeine finden Nils Glagau (44) und Dümmel gut – wollen aber doppelt so viel wie die angebotenen 20 Prozent Firmenanteile für ihre 100.000 Euro. Die Gründer entscheiden sich für letzteren.

Ellas Basen Bande und die gefürchtete Kühlkette

Die ehemalige Ärztin Ella Della Rovere will mit ihrem Sohn und einem Koch „gesundes Fast Food“ in die Supermärkte bringen. Ellas Basen Bande nennt sich das Start-up, dass die 68-Jährige dafür gegründet hat und das fertig gekochtes Gemüse ohne jegliche Zusätze ins Kühlregal bringen will. Vorteil: Die Gläser sollen optimal mit jeder Ernährungsweise kombinierbar sein. Nachteil: Der für viele Löwen abschreckende Nahrungsmarkt inklusive Kühlketten-Problem. Glagau – als Orthomol-Geschäftsführer Experte im Gesundheitsbereich – traut sich trotzdem und erwirbt 20 Prozent für 150.000 Euro. Und die Zusammenarbeit mit einer überaus sympathischen Macherin gleich dazu.

Nicht geklappt hat es dagegen für die sportbegeisterten Brüder Lukas und Bastian Erdmann und ihre Sportmanschetten. Mit der „mybimaxx“-Bandage soll es möglich sein, beim Krafttraining, in der Hälfte der Zeit und trotz Reduzierung der Gewichte denselben Muskelaufbau zu erwirken. Der Trick liegt in einem künstlich herbeigeführten Blutstau durch die Manschette, der dem Gehirn eine enorme Muskelbelastung vorspielt.

Das Produkt überzeugt keinen Löwen wirklich – Glagau fährt sogar die Krallen aus, für ihn ist Krafttraining eine Einstellung: „Wenn man gewisse Ergebnisse erzielen will, muss man jeden Tag was tun.“ Dafür verrät Judith Williams begeistert, dass sie neuerdings Krafttraining für sich entdeckt hat: „Plötzlich nach zwei Wochen Training – was ja echt kurz ist – steig ich aus der Dusche und denk so: Hm, gar nicht so schlecht Judith, da kann ja noch was draus werden. Gib ihr noch ne‘ Chance!“ Keine Chance bekommen die Brüder von den Löwen.

Ebenfalls ohne Deal müssen Mark Wallerberger und Michael Geyer das Studio verlassen. Ihr Produkt heißt „Pocket Sky“ und ist eine Art Tageslichtlampe in Brillenform, die dem Gehirn sozusagen einen Sonnaufgang direkt vor den Augen vorspielt. Dabei geht’s im Prinzip darum, das Schlafhormon Melatonin zu unterdrücken. Das soll sowohl gegen den Winterblues oder Jetlegs helfen. Für 200.000 Euro gibt’s 20 Prozent – obwohl Nico Rosberg sehr interessiert scheint und das Produkt viel Lob für das Design erhält, steigt letztendlich kein Löwe ein. Klassischer Fall von: Die Idee ist gut, aber die Löwen noch nicht soweit.

(mia/spot)

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