Der Sänger im Interview„Die Liebe meine Lebens!“: Roland Kaiser schwärmt von seiner Silvia

Sänger Roland Kaiser ist seit über zwanzig Jahren glücklich mit seiner Silvia verheiratet. (spot)
Sänger Roland Kaiser ist seit über zwanzig Jahren glücklich mit seiner Silvia verheiratet. (spot)

imago/Eibner Europa

SpotOn NewsSpotOn News | 14.11.2022, 14:35 Uhr

"Ich liebe ihre Klugheit, Verlässlichkeit und Stärke", schwärmt Roland Kaiser über seine Frau im Interview. "Sie ist eine ganz besondere und ungewöhnliche Frau und definitiv die Liebe meines Lebens!"

Mit seinem aktuellen Album „Perspektiven“ gelang Roland Kaiser (70) im Herbst eine Sensation: Nach über 40 Jahren stürmte er wieder an die Spitze der Deutschen Albumcharts.

Und auch live ist der Schlagerstar erfolgreich wie nie. Von Mitte Mai bis Anfang September 2023 ist er mit seiner „Alles o.k!“-Open-Air-Tournee auch im nächsten Jahr wieder in zahlreichen Städten in Deutschland und Österreich zu sehen.

„Ich freue mich auf das, was noch kommt und genieße den Moment – ohne dabei zu vergessen, dass das nicht mehr ewig so bleiben wird“, erklärt der mittlerweile 70-jährige Sänger im Interview. Kaiser hat in seinem Leben bereits einige Höhen und Tiefen durchleben müssen. Doch erst durch „das große Tief, das ich zehn Jahre lang durchwandern musste, bin ich zu dem restlos glücklichen Menschen geworden, der ich heute bin“, ist er sich sicher. Zu seinem großen Glück gehört vor allem auch seine dritte Ehefrau Silvia. „Sie ist eine ganz besondere und ungewöhnliche Frau und definitiv die Liebe meines Lebens!“

Ihr inzwischen 30. Studioalbum Album „Perspektiven“ hält sich seit Wochen in den Charts. Gab es einen Meilenstein, bei dem sich Ihre Perspektive auf das Leben stark verändert hat?

Roland Kaiser: Ich bin Vater von drei wunderbaren Kindern – im Grunde sind es sogar vier, da ich Tim, den meine Frau Silvia mit in die Ehe gebracht hat, längst wie meinen eigenen Sohn betrachte. Und das hat natürlich alles verändert! Ich stand auf einmal nicht mehr im Mittelpunkt, sondern die Kinder. Dadurch habe ich mich auf die normale Größe zurück reduziert und hauptsächlich darauf geschaut, was gut für den Nachwuchs ist. Das tut mir sehr gut!

Warum genau?

Kaiser: Weil ich in einer Branche arbeite, in der ich immer wieder verführt war zu glauben, dass ich größer als andere und irgendwie unfehlbar bin. Erfolg und Applaus sind etwas Wunderbares; beides kann dir aber auch zu Kopf steigen und dich negativ verändern. Am Ende sind wir dann aber doch alle nur kleine Menschlein, die sich zuweilen viel zu wichtig nehmen. Am eigenen Leib erfahren zu müssen, wie zerbrechlich unser aller Leben sein kann, hat mich ebenfalls demütig werden lassen.

Sie spielen auf die Zeit an, als Ärzte bei Ihnen die chronische und lebensgefährliche Lungenkrankheit COPD diagnostiziert haben?

Kaiser: Genau! Die ersten Jahre hatte ich die Diagnose ja konsequent nicht öffentlich gemacht, da ich meinen Fans gegenüber partout keine Schwäche zeigen wollte. Bis es dann irgendwann einfach nicht mehr ging. Durch die Lungentransplantation vor 12 Jahren hat dann mein zweites Leben begonnen. Seitdem erlebe ich alles viel bewusster, aufmerksamer und gehe mit den Dingen viel sorgfältiger um – auch mit meinem eigenen Leben.

Haben Sie sich damals auch mal gefragt: Warum ausgerechnet ich?

Kaiser: Nein, denn ich finde, dass wir Schicksalsschläge; Höhen und Tiefen im Leben einfach akzeptieren müssen. Und außerdem hatte das gesundheitliche Drama im Rückblick doch auch etwas Gutes: Erst durch das große Tief, das ich zehn Jahre lang durchwandern musste, bin ich zu dem restlos glücklichen Menschen geworden, der ich heute bin.

Der Titel „Zuversicht“ vom neuen Album ist ein Appell an die Versöhnung und das aufeinander zugehen. In Zeiten von gesellschaftlicher Spaltung ein schönes Signal.

Kaiser: Ich würde mich sehr freuen, wenn wir alle den Dialog miteinander wieder aufnehmen würden. Denn wenn die auseinandergedrifteten Teile der Gesellschaft nicht wieder zusammenfinden, hätte das fatale Folgen. Wir müssen aufeinander zugehen und miteinander reden – in allen Bereichen: Das gilt für Themen wie Corona, Migrationspolitik, Energiekrise oder den Ukrainekrieg. Bei letzterem gilt: Nur Säbelrasseln alleine wird diesen Konflikt garantiert nicht beenden. Der richtige Weg geht in meinen Augen über die Diplomatie und Verhandlung.

Was gibt Ihnen persönlich Zuversicht, dass wir alles gut überwinden werden?

Kaiser: Für mich war und ist das Glas immer halbvoll. Das war auch in meinen schwersten Krisenzeiten so. Ich habe immer daran geglaubt, dass am Ende alles gut gehen wird – und zumindest bei mir war es bislang zum Glück auch immer so.

Live sind Sie erfolgreich wie nie. Alleine im Verlauf Ihrer diesjährigen Open-Air-Sommertournee haben Sie vor mehr als 300.000 Fans gespielt …

Kaiser: Das ist wirklich fantastisch. Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass Konzerte nach zwei langen Jahren der Pandemie endlich wieder möglich sind. Die Menschen haben sich nach dieser Form der Unterhaltung gesehnt.

Genießen Sie Ihre Live-Shows heute viel bewusster und intensiver als früher?

Kaiser: Ja, früher war ich vor Auftritten immer unglaublich nervös und hatte große Angst davor, Fehler zu machen. Durch das zweite Leben, das mir geschenkt wurde, ist die ewige Suche nach der Perfektion einer tiefen inneren Ruhe und Vorfreude auf die Show gewichen. Das ist ein großes Glück! Ich empfinde meine Auftritte heute nicht mehr als Belastung, sondern weiß, dass es auf jeden Fall ein schöner Abend wird.

Haben Sie sich jemals gefragt, warum Sie auch bei der jungen Generation so gut ankommen?

Kaiser: Meine Tochter hat einmal zu mir gesagt: Papa, du versucht es gar nicht erst, dich uns anzubiedern. Du ziehst dir auch bei 35 Grad im Schatten deinen Dreiteiler auf der Bühne an und ziehst dein Ding durch: keine Jeans und T-Shirt, keine aufgesetzt coolen Sprüche. Du bleibst authentisch und das finden wir cool! Vielleicht ist das eine Erklärung.

Sie sind bald 50 Jahre erfolgreich im Showbiz. Spukt Ihnen da manchmal im Kopf die Frage herum, wo nur die Zeit geblieben ist?

Kaiser: Wehmütige Rückblicke liegen mir nicht wirklich. Noch bin ich ja da, ich werde ganz sicher auch noch eine Weile weiter machen und insofern schaue ich lieber nach vorne. Ich freue mich auf das, was noch kommt und genieße den Moment – ohne dabei zu vergessen, dass das nicht mehr ewig so bleiben wird. Ich kann nur versuchen, so lange wie möglich gesund und fit zu bleiben.

Was tun Sie dafür?

Kaiser: Ich teile mir meine Kräfte viel bewusster ein als früher, genieße Alkohol nur noch in Maßen und treibe jeden Tag Sport. Dafür habe ich in meinem neuen Haus sogar ein kleines Fitnesscenter eingerichtet; mit Geräten, Rudergerät und einem Laufband. Und in meiner Garderobe steht immer ein Ergometer. Ich möchte meine Kondition unbedingt erhalten, damit ich auch noch in paar Jahren zweieinhalb Stunden ohne Pause auf der Bühne stehen kann.

In diesem Mai sind Sie 70 Jahre alt geworden. Die Lebenszeit, die noch bleibt, wird überschaubarer. Gibt es Momente, in denen Sie die Uhr gerne noch einmal zurückdrehen würden?

Kaiser: Nein! Denn wenn ich das tun würde, dann würde ich ja noch einmal an der Schwelle zu den extrem herausfordernden Zeiten mit meiner schweren Krankheit stehen. Und darauf kann ich gut und gerne verzichten! Es ist alles gut so, wie es ist. Ich habe eine fantastische Frau, wunderbare Kinder und Enkelkinder. Heute bin ich rundum glücklich und zufrieden. Das ist ein riesiges Geschenk, zumal das viel zu wenige Menschen wirklich von sich behaupten können.

Was hilft Ihnen, wenn Sie über die eigene Endlichkeit und den Tod nachdenken?

Kaiser: Ich bin nicht nur Sozialdemokrat, sondern auch ein sehr gläubiger Mensch. Ich weiß, dass es für mich nicht das Ende ist, wenn ich eines Tages gehen muss, sondern dass danach noch etwas kommt. Außerdem ist es für mich sehr tröstlich, dass vieles von mir ja in gewisser Weise hierbleibt: In meinen Kindern und Enkelkindern; in den Gedanken und den Herzen der Menschen, die mich lieben. Ich habe keine Angst vor dem Tod! Irgendwann ziehen wir uns doch alle das letzte Hemd an.

Mit Ihrer dritten Frau Silvia sind Sie seit mehr als 26 Jahren verheiratet. Warum passt es diesmal so perfekt, während Ihre ersten beiden Ehen gescheitert sind?

Kaiser: Im Rückblick gesehen, geht das Scheitern meiner ersten beiden Ehen hauptsächlich auf mein Konto: Bei meiner ersten Ehe war ich einfach noch zu neugierig auf andere Frauen und ging oft fremd. Und bei meiner zweiten Frau war es meine unbändige Arbeitswut. Das war die Zeit in der ersten Hälfte der Neunzigerjahre, in der ich neben meiner Musikkarriere auch noch erfolgreich als TV-Produzent gearbeitet hatte. Ich war deshalb fast nur noch unterwegs und habe in dieser Zeit meine Ehe leider sehr vernachlässigt.

Und mit Silvia war dann alles anders?

Kaiser: Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Zudem stimmen bei Silvia einfach alle Komponenten. Ich liebe ihre Klugheit, Verlässlichkeit und Stärke – und die große Anziehungskraft, die sie bis heute in allen Bereichen besitzt. Außerdem bedarf es sehr viel Stärke, Liebe und Empathie, um so viele Jahre mit einem sehr kranken Menschen gemeinsam den steinigen Weg zu gehen und dabei auch noch zwei Kinder großzuziehen.

So etwas schweißt zusammen …

Kaiser: Es kann aber auch eine Ehe zerstören. Uns zwei hat die Krise tatsächlich so fest zusammenwachsen lassen, dass uns nun nichts mehr trennen kann. Silvia ist eine ganz besondere und ungewöhnliche Frau und definitiv die Liebe meines Lebens!

Was ist Ihr ganz persönliches Glücksrezept?

Kaiser: Wir haben den großen Respekt und die Achtung voreinander bis heute erhalten. Und auch unser liebevoller Umgangston miteinander ist nie verloren gegangen. Zudem sehen und nehmen wir das Leben stets mit einer großen Portion Humor.