Samstag, 27. Juli 2013 18:27 Uhr

Die Queen ist abgehauen, der Buckingham-Palast öffnet seine Tore

Wenn Queen Elizabeth II. für die Sommermonate aufs Land zieht, öffnet sich der Buckingham-Palast in London für das Volk.

Die Queen ist abgehauen, der Buckingham-Palast öffnet seine Tore

In diesem Jahr steht eine Ausstellung zum 60. Kronjubiläum im Vordergrund.

Es ist wie im Film: Zu patriotischer Musik wird in den Staatsräumen des Buckingham-Palastes in diesem Sommer die Krönung von Königin Elizabeth II. vor 60 Jahren neu inszeniert. Ein Privatfilm aus dem Königshaus enthüllt Lustiges und zärtliche Momente. So halten sich Prinz Charles, damals 4, und seine Schwester Anne, 2, kurz vor dem offiziellen Fototermin die Augen zu. Prinz Philip küsst seine neu gekrönten Ehefrau auf die linke Wange, worauf sie ihre Krone neu zurechtrückt. Die Queen und ihre 2002 verstorbene jüngere Schwester, Prinzessin Margaret, tragen knallroten Lippenstift.

Die „persönliche Dimension“ der Krönungszeremonie vom 2. Juni 1953 will Kuratorin Caroline de Guitaut mit der Ausstellung „The Queen’s Coronation“ herausstellen. Sie steht im Mittelpunkt der diesjährigen traditionellen Sommer-Öffnung des Palastes vom Samstag bis zum 29. September. „Wir erwarten einen erfolgreichen Sommer, weil wir im Moment sehr populär sind“, sagte ein Sprecher bei einer Presseführung. Im letzten Jahr kamen 515.000 Besucher.

Mit dem Projekt, die Staatsräume für eine Schau von glanzvollen Roben, Diamanten und Uniformen zu nutzen, will Guitaut die Krönung zu einem „Erlebnis für Jedermann“ machen. Was für jüngere Generationen schon Geschichte ist, soll besonders durch Video-Aufnahmen und 8-Millimeterfilme aus dem königlichen Heimkino lebendig werden. «Wir hoffen zu zeigen, was der Tag wirklich bedeutete, insbesondere auch persönlich für die Queen», sagte Guitaut.

Das wird unter anderem an dem Highlight der Ausstellung, dem Krönungskleid, deutlich. Mehr als 10 Stunden lang war die damals 27-jährige Queen – seinerzeit mit einer Wespentaille – in das reich bestickte Kunstwerk aus Seide, Satin, Perlen, Kristallen und Pailletten eingezwängt. Die Schleppe aus Hermelin, Samt und Seide war 6,5 Meter lang. Alles andere, was sie an dem Tag trug, wie zum Beispiel die weiße Seidenrobe zur Salbung, wurden einfach oben drüber gestülpt.

Zu sehen sind auch die cremefarbenen Outfits von Charles und Anne sowie zahlreiche Uniformen und Requisiten. Zur Untermalung wird an patriotischer Musik von Elgar bis Händel nicht gespart. „Musik schafft Atmosphäre. Wir wollen, dass die Besucher mit einstimmen“, sagte Guitaut dazu.

Im state dining room wird der Besucher geradezu verführt, sich an den wie beim Krönungsbankett gedeckten Tisch zu setzen. Die Speisekarte vom Originalmenü mit „Lamm à la Windsor“, Spargel und Erdbeeren liegt bereit. Aber die Blumen, Ananas und Trauben sind nicht echt, verrät ein junger Palast-Angestellter. „Das wäre zu viel Arbeit und zu teuer“, sagt er. „Obwohl man davon ausgehen kann, dass sich die Königin das leisten könnte“, fügt er schmunzelnd hinzu. (Anna Tomforde, dpa)

Foto: Str

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