Diese Lebensmittel sollten Sie vor dem Schlafen nicht essen

Schlafprobleme können mit der Ernährung zusammenhängen. (amw/spot)
Schlafprobleme können mit der Ernährung zusammenhängen. (amw/spot)

Stock-Asso/Shutterstock.com

29.01.2021 17:45 Uhr

Schlafstörungen plagen viele Menschen. Das könnte bei manchem an der Ernährung liegen. Die Autoren Dörte und Jesko Wilke erklären, welche Lebensmittel man am Abend nicht essen sollte.

Viele Menschen haben mit Schlafproblemen zu kämpfen. Auch wenn das Bett noch so bequem ist und die Müdigkeit einen tagsüber schon übermannt, wollen am Abend die Augen einfach nicht zufallen. Das kann an der Ernährung liegen, wie die Autoren Dörte und Jesko Wilke von „Das Schlaf-gut-Kochbuch“ wissen. „Wenn der Magen übervoll ist und die Verdauung Schwerstarbeit leisten muss, leidet die Schlafqualität“, erklären die Experten. Von welchen Lebensmitteln man am Abend lieber die Finger lassen sollte und wie wichtig Schlaf für unsere Gesundheit ist, verraten Dörte und Jesko Wilke im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Inwiefern sind Schlafqualität und Ernährung miteinander verknüpft?

Dörte und Jesko Wilke: Jeder kennt das Phänomen, dass man nach einem üppigen Abendessen nicht besonders gut schläft. Wenn der Magen übervoll ist und die Verdauung Schwerstarbeit leisten muss, leidet die Schlafqualität. Wir sind noch etwas tiefer in die Materie eingestiegen und haben festgestellt, dass wir über die Nahrung auf die Wach- und Schlafhormone Einfluss nehmen können. Außerdem kommt es entscheidend darauf an, wie Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß über den Tag verteilt sind.

Was heißt das genau?

Wilke: Viele denken, man soll fettige Speisen am Abend meiden. Das stimmt auch, aber es ist nicht alles: Wir betrachten eiweißreiche Mahlzeiten ohne Kohlenhydrate zum Abendessen als problematisch.

Also ist Low Carb am Abend nicht so gut?

Wilke: Genau. Eiweiß aktiviert nämlich den Stoffwechsel, regt die Fettverbrennung an und liefert viel Energie, macht also unterm Strich wach. Kohlenhydrate – wohlgemerkt vernünftige aus Kartoffeln, Nudeln oder Reis und Gemüse – machen hingegen glücklich und beruhigen. Doch die fehlen bei Low Carb. Es mag zwar beim Abnehmen helfen, eignet sich jedoch nicht für ein schlafförderliches Abendmahl.

Welche Getränke sollte man vor dem Schlafen nicht trinken?

Wilke: Kaffee und Tee enthalten den Wachmacher Koffein, sind also nichts für die Abendstunden. Empfindliche Menschen sollten bereits mittags keine koffeinhaltigen Getränke mehr zu sich nehmen. Dazu gehören übrigens auch Cola, Mate-Tee und Energydrinks. Alkohol ist ebenfalls problematisch. Wir schlafen zwar schneller ein, wenn wir ein paar Gläser Rotwein getrunken haben, wachen jedoch nach ein bis zwei Stunden wieder auf. Denn: Sobald die direkte Wirkung des Alkohols nachlässt, wird der Schlaf leichter und die Schlafqualität schlechter. Wir haben dann Probleme wieder einzuschlafen. Studien zeigen, dass durch Alkohol die Tiefschlafphasen gestört werden. Wichtige Regenerationsprozesse unseres Organismus können so nicht optimal ablaufen.

Welche Lebensmittel helfen im Gegensatz dazu beim Schlafen?

Wilke: Vor allem solche, die an der Bildung von Melatonin, unserem körpereigenen Schlafhormon, beteiligt sind. Zur Melatoninproduktion im Gehirn benötigen wir nämlich einen bestimmten Eiweißbaustein – die Aminosäure L-Tryptophan. Diesen Stoff kann der Körper nicht selbst produzieren, wir müssen ihn mit der Nahrung zu uns nehmen. Und dabei gibt es eine Hürde: Er gelangt nur reibungslos ins Gehirn, wenn gleichzeitig Kohlenhydrate im Spiel sind. Deshalb sind Lebensmittel optimal, die beides enthalten – wie Cashewkerne, Sonnenblumenkerne, Amaranth, Haferflocken oder Linsen.

Wie wichtig ist ein guter Schlaf für unsere Gesundheit?

Wilke: Schlaf ist geradezu existenziell! Vor allem, weil unser Stoffwechsel in der Nacht regeneriert. Wird dieser Vorgang gestört, gerät der gesamte Energiestoffwechsel der Zellen aus dem Lot. Auch die Psyche leidet, weil wir im Schlaf Erlebtes verarbeiten.

Und wie wirkt sich Schlafmangel aus?

Wilke: Kurzfristig führt er zu Konzentrationsstörungen, Leistungsdefiziten und erhöhter Stressanfälligkeit. Bei chronischem Schlafmangel wird es gefährlich. Er schwächt das Immunsystem, fördert Entzündungen und chronische Erkrankungen, weil die Zellregeneration gestört ist.

(amw/spot)