Disney+ zeigt Kinder-Klassiker nur noch für Erwachsene

Peter Pan mit Federschmuck. (mia/spot)

imago images/Everett Collection

02.02.2021 12:08 Uhr

Rassismus und Stereotype gibt es auch in Zeichentrickfilmen zuhauf - besonders in älteren Kinder-Klassikern. Disney hat daraus nun Konsequenzen gezogen: Einige Filme sind mit Kinderprofilen auf dem Streamingdienst Disney+ gar nicht mehr zu finden. Erwachsene bekommen eine Warnung.

Manche Filme auf der Streamingplattform Disney+ sind seit einiger Zeit mit Warnhinweisen versehen – für Kinder sind einige Titel gar nicht mehr zugänglich. „Peter Pan“, „Aristocats“, „Susi und Strolch“, „Dumbo“ und „Das Dschungelbuch“ sind mit Kinderprofilen nicht mehr aufzurufen.

Erwachsene bekommen vor den jeweiligen Filmen nun einen Warnhinweis. Darin heißt es unter anderem: „Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen. Diese Stereotype waren damals falsch und sind es noch heute.“ Gleichzeitig informiert Disney, dass es die Inhalte nicht entfernen wolle, da es ihnen wichtig sei, aus ihnen zu lernen.

„Veralberung und Aneignung der Kultur und Bildwelt der indigenen Völker“

Zu den rassistischen Klischees gehören unter anderem etwa die Darstellung der Indigenen in „Peter Pan“. Diese werden wiederholt als „Rothäute“ bezeichnet, ein beleidigender Begriff. „Der Film porträtiert Ureinwohner auf stereotype Weise, die weder die Vielfalt der Ureinwohner noch ihre authentischen kulturellen Traditionen widerspiegeln“, erklärt Disney dazu. Auch dass Peter Pan Federkopfschmuck trägt und einen Tanz aufführt ist laut Disney eine Form der „Veralberung und Aneignung der Kultur und Bildwelt der indigenen Völker“.

In „Aristocats“ und „Susi und Strolch“ sind es stereotypische Darstellungen und antiasiatische Rassismen, die die Katze Shun Gon und die Siamkatzen Si und Am bedienen. Besonders offensichtlich ist der Rassismus jedoch in „Dumbo“: Eine Gruppe gesichtsloser, schwarze Arbeiter baut in einer Szene nachts im Regen das Zirkuszelt auf und singt ein Lied, in dem es beispielsweise heißt: „Wenn andere Leute ins Bett gegangen sind, plagen wir uns bis wir fast tot sind. Wir sind Hilfsarbeiter mit glücklichen Herzen.“

(mia/spot)