22.03.2020 14:39 Uhr

DIY: Corona-Atemmaske selber basteln – das Zeug hat jeder Zuhause

South China Morning Post

Wissenschaftler in Hongkong haben eine billige und einfache Möglichkeit gefunden, in Zeitden der Corona-Pandemie selbstgemachte Masken herzustellen. Der Grund dafür sind lange Warteschlangen und schwindende Vorräte von Schutzausrüstung. Tausende von Menschen warten oftmals über Nacht vor Apotheken, um neue Lagerbestände zu erwischen, tragen damit aber auch die Kosten von bis zu 400 Hong Kong Dollar (knapp 50 Euro) für eine Schachtel mit 50 Stück dieser chirurgischen Masken.

„Es kann öffentliche Panik lindern“

In den Warteschlangen fehlen allerdings oft ältere Menschen, da sie zu schwach oder zu arm sind, um sich dem anzuschließen. Einige müssen die wenigen Masken die sie übrig haben, oft tagelang wiederverwenden.

Die Universitätsklinik von Hongkong-Shenzhen arbeitete für das Projekt mit einer wissenschaftlichen Einrichtung zusammen, um die Do-it-yourself-Methode zu entwickeln.

„Ich hoffe, dies kann die öffentliche Panik lindern. Wissenschaftliche Tests haben ergeben, dass diese hausgemachten Masken einen gewissen Schutz bieten können, wenn man zu Hause keine Maske hat “, erklärte der Exekutivrat und Vorsitzende der Seniorenkommission, Dr. Lam Ching-choi. „Es ist nicht gut für ältere Menschen, Risiken einzugehen – wie zum Beispiel sich am frühen Morgen für eine Maske anzustellen.“

80 bis 90 % Funktion regulärer Masken

Lam sagte, er habe mit mehreren Schulen Kontakt aufgenommen, um herauszufinden, ob Schüler, die zu Hause lernen, dazu beitragen könnten, mehr Masken herzustellen. Professor Yuen Kwok-yung, der führende Mikrobiologe der Stadt, habe ebenfalls die Verwendung solcher Masken befürwortet.

Joe Fan King-man, der stellvertretende Krankenhauschef der Einrichtung, sagte, die selbstgemachten Masken seien Labortests unterzogen worden. Sie hätten nachweislich 80 bis 90 Prozent der Funktion regulärer chirurgischer Masken hinsichtlich ihrer Filtration von Tröpfchen.