Sonntag, 3. November 2019 15:20 Uhr

Donald Trump, seine Brille und Herrn Scavinos Kammer neben dem Oval Office

Dan Scavino und sein Herrscher. imago images / UPI Photo

Die Twitter-Versessenheit von US-Präsident Donald Trump ist berüchtigt und gefürchtet. In den letzten Jahren seit seinem Amtsantritt hat er Twitter vollständig in das Gefüge der Verwaltung im Weißen Haus integriert und das Wesen der Präsidentschaft verändert.

Nun gibt es ein paar neue Details, die haben hauptsächlich mit seiner Fehlsichtigkeit zu tun, die wiederum seine extreme Kurzsichtigkeit in politischen Dingen in keinster Weise entschuldigen kann.

So soll Trump eigentlich eine Lesebrille tragen, um zu sehen was er da in sein iPhone zu tippen beabsichtigt, heißt es laut ‚New York Times‘. Und da er angeblich nicht wolle, dass ihn andere mit dieser Brille sehen, diktiere er seine Kommentare, Lobhudeleien und Hasstiraden Dan Scavino, zuständig für Digitales und Social Media im Weißen Haus.

Donald Trump, seine Brille und Herrn Scavinos Kammer neben dem Oval Office

Trump sucht den Durchblick. Foto: imago images / ZUMA Press

Entwürfe in extragroßer Schrift

Und das geht wohl so: Sobald Mister President kurz nach 10 Uhr im Westflügel hereinschwebe übernehme Scavino die Kontrolle über den Twitter-Account des Despoten und twittert als @realDonaldTrump von seinem eigenen Handy oder Computer für den Rest des Arbeitstages.

Scavino hocke in einem schrankgroßen Räumchen direkt neben dem Oval Office, bis Herr Trump „Scavino!“ ruft. Dann eilt er herüber, um auch die Ideen des Herrschers entgegenzunehmen. Oft druckt er seine eigenen vorgeschlagene Tweets in extragroßen Schriften aus. „Ein Artikel auf einer Seite, den Herr Scavino kürzlich für ihn ausgedruckt hat, umfasste nach Angaben einer Person, die ihn gesehen hatte, sechs Seiten, nachdem die Schriften vergrößert worden waren“, schreibt die ‚Times‘.

Dan Scavino wird umschwärmt

Doch Herr Scavino darf nicht einfach so als Lakai abqualifiziert werden. Auch wenn es im Weißen Haus offenbar zugeht wie bei Hofe.
So werde die kleine Kammer neben dem Oval Office immer wieder Anlaufstelle für Adjutanten, Geschäftsleute, Freunde , Gesetzgeber und Duckmäuser, die möchten, dass der Präsident etwas twittert.

„Er muss twittern, als müssten wir essen“, sagte Kellyanne Conway, seine Beraterin im Weißen Haus, laut ‚New York Times‘ in einem Interview. Bislang schockierte, amüsierte und nervte der 73-Jährige seine 66 Millionen Follower mit 11.390 Tweets! Twitter sei für Trump ein Instrument seiner Außenpolitik heißt es da. Diktatoren habe er in seiner Amtszeit bislang mehr als hundert Mal gelobt, sich aber über die traditionellen Verbündeten Amerikas fast doppelt so oft beschwert.

Seit dem Beginn der Russland-Untersuchungen habe Trump dem Bericht zufolge seinen monatlichen Twitter-Output verdreifacht. Schlimmer geht halt immer.

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