14.11.2020 09:10 Uhr

Donald Trump sieht schwarz und ist ganz grau geworden

Donald Trump überraschte die letzten Tage mit einer neuen Farbe seines Haupthaares. Das ist dem traditionellen Grau eines Elder Statesman gewichen. Was war da denn los?

Trump am Freitag den 13.. Foto: imago images / ZUMA Wire

Der amtierende US-Präsident ist nicht nur bekannt für seine jahrzehntelang mit größter Sorgfalt drapierter Haartolle, sondern auch für die Farbe seines Kopfhaares: Altes Uringelb. Nun scheinen die wie von Zauberhand einem anderen Ton gewichen: Einem belanglosem Grau! Wie seine Zukunft im Weißen Haus.

Wo sind die gelben Haare?

Bei seiner ersten öffentlichen Ansprache nach seiner Wahlniederlage sorgte Donald Trump am Freitag jedenfalls für reichlich Gesprächsstoff im Netz. Noch am 6. November hatte der 74-Jährige bei einem seiner Pressetermine deutlich gelbere Haare. Bei Twitter kommt man zu einem fast einhelligen Urteil: Ihm habe die Wahlniederlage offenbar mächtig zu schaffen gemacht. „Hat sein Haar die Realität eher erkannt als er selbst?“ heißt es da stellvertretend bei Twitter. Trump hat bekanntlich bis heute seine Wahlniederlage nicht anerkennen wollen.

Offenbar sieht er dabei offenbar doch schwarz und ist deshalb so aschfahl geworden. „He knows it’s over.“ („Er weiß, dass es vorbei ist“) zitierte die „New York Times“ gerade einen seiner Berater. Doch Trump versucht noch immer die Tatsachen zu leugnen. Und da wie immer die anderen Schuld sind, verpackt er das Desaster bislang in die durchaus raffinierte Worthülse vom „gestohlenen Wahlsieg“.

Donald Trump sieht schwarz und ist ganz grau geworden

imago images / ZUMA Wire

Zweite Amtseinführung erwartet

Trump-Sprecherin Kayleigh McEnany ist genauso besoffen vom Wunschdenken und verkündete gestern ganz tapfer, dass ihr Chef die Wahl gewonnen habe und er wie selbstverständlich vor seiner zweiten Amtszeit stünde. Im Fernsehsender „Fox Business News“ bekräftigte sie in voller Aberkennung der Realitäten: „Ich denke, dass der Präsident bei seiner eigenen Amtseinführung anwesend sein wird“. Sie wollen noch immer nicht wahrhaben, dass die Zeit der gescripteten Realityshow aus dem Weißen Irrenhaus vorbei ist. Jedes Herumkritzeln am Demagogen-Drehbuch hilft diesmal nix, weil nicht Trump und seine Gefolgsleute das Ende der Geschichte bestimmen können.

Nach übereinstimmenden Berichten der US-Medien CNN, NBC, ABC und CBS konnte Trumps Herausforderer nach den neusten Auszählungs-Ergebnissen 306 Wahlleute hinter sich versammeln, der amtierende Präsident kommt auf 232. Damit stehen die Ergebnisse aller Bundesstaaten fest.

Demonstrationen erwünscht

Joe Biden war von den US-Sendern bereits am letzten Samstagvormittag wegen seines Vorsprungs zum Sieger erklärt worden. Zahlreiche Staatsoberhäupter haben dem President-elect inzwischen gratuliert. Fehlen nur noch die Diktatoren Kim Jong-Un und Putin.

Da bei Trump das böse Wörtchen „Niederlage“ noch nie zum Vokabular gehörte, ermutigte er die letzten Stunden seine Fans im Lande zu Protestkundgebungen. Das Ganze verpackte er verschwurbelt wie so oft: Trump fühle sich bekräftigt von „all der enormen Unterstützung da draußen, besonders auf Kundgebungen, die ganz natürlich überall im Land aufkommen“. Er behalte sich vor in Washington vorbeizuschauen und vielleicht „Hallo“ zu sagen. Es sei „herzerwärmend“, die gewaltige Unterstützung zu sehen. (PV)