Dreifachmord-Prozess in Starnberg beginnt

Einer von beiden wegen Mordes angeklagten Männer (m) wird in den Sitzungssaal geführt.
Einer von beiden wegen Mordes angeklagten Männer (m) wird in den Sitzungssaal geführt.

Sven Hoppe/dpa

23.08.2021 13:40 Uhr

Es geht um den Tod einer dreiköpfigen Familie in Oberbayern. Jetzt stehen zwei Freunde des getöteten Sohnes vor Gericht.

Gut eineinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer Familie im oberbayerischen Starnberg hat am Montag der Dreifachmord-Prozess gegen zwei Verdächtige begonnen.

Ein 21 Jahre alter Deutscher und ein 19 Jahre alter Slowake müssen sich am Landgericht München II wegen Mordes, besonders schweren Raubes und Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten.

Die beiden jungen Männer sind nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft München II für den Tod des 21-jährigen Freundes des Hauptangeklagten und von dessen Eltern verantwortlich. Eine Polizeistreife hatte die Leichen der 60 Jahre alten Frau und ihres 64 Jahre alten Mannes sowie des Sohnes am 12. Januar 2020 entdeckt. Ihre Tat sollen die Angeklagten geschickt kaschiert haben – die Ermittler hielten nämlich zunächst den Sohn für den Täter.

Doch weitere Ermittlungen führten zu dem nun tatverdächtigen 21-Jährigen, der mit dem Sohn befreundet war und den Abend mit ihm verbracht haben soll. Er soll – wie auch der tote junge Mann – ein Waffennarr gewesen sein und es auf die illegalen Waffen seines Freundes abgesehen haben.

Der Verteidiger des jüngeren, als Mittäter angeklagten Mannes äußerte schon vor Prozessbeginn starke Zweifel an der Version, die die Staatsanwaltschaft zugrunde legt. Die Anklage habe „ihre Wissenslücken mit viel Fantasie statt mit Ermittlungsarbeit gefüllt“, kritisierte Rechtsanwalt Alexander Stevens. Es gebe zahlreiche Hypothesen, was sich an jenem Abend in dem Anwesen abgespielt haben könnte. Beispielsweise halte er auch die ursprünglich angenommene Variante vom Sohn als Mörder seiner Eltern weiterhin für möglich.