Montag, 16. Januar 2012 13:46 Uhr

Dschungelcamp-Mutter Ramona Leiß: „Ich habe mich erst mit 50 geoutet“

Köln. Ex-ZDF-Moderatorin Ramona Leiß wird in den nächsten Tagen im RTL-Dschungelcamp die Mitbewohner sicher noch reichlich auf Trab halten, wie ihre letzten leicht überzogenen Auftritte zeigten. Aber auch die schwachen Momente der bekennenden Lesbe machen die sechs Millionen Zuschauer neugierig. Gestern sprach sie zum Beispiel mit Ausziehmodel Micaela Schäfer über ihr Outing.

„Du hast doch eine Freundin, oder? Aber du hast auch einen Sohn, also hast du auch mal Männer geliebt. Wie kommt das eigentlich, dass man von hetero auf einmal auf bi…“, erkundigt sich Micaela bei Ramona am Morgen des dritten Camp-Tages.

Ramona: „Ich glaube, dass in jedem Menschen Bi-Anteile drin sind.“ Micaela: „Ja das stimmt – allerdings.“
Ramona: „Ich kenne viele Frauen, die schon immer in sich die Sehnsucht tragen – also das sagen sie einem dann, wenn sie ehrlich sind – einmal mit einer Frau zusammen zu sein. Ich hab halt festgestellt, dass mir das lieber ist. Das ist ganz anders als mit einem Mann. Es ist irgendwie gleicher. Das Verständnis ist so selbstverständlich in jeder Alltagslage. Den weiblichen Körper, die Sexualität finde ich einfach auch schöner. Hast du das schon mal ausprobiert?“
Micaela: „Nee! Also ich hab schon mit Frauen rumgeknutscht – aber das war nur so Spaß.“

Ramona: „Ich mag bei Frauen das Anschmiegsame, da ist viel mehr Zärtlichkeit. Und es ist sehr viel entspannter – gerade beim Sex. Bei Sex mit Männern hatte ich immer das Gefühl: okay, da gibt es ein Vorspiel, dann wird darauf zugearbeitet, dass jetzt der große Akt kommt. Bei Frauen ist das so nicht. Man kennt den Körper der Frau einfach besser, weil man ja selber eine Frau ist. Und dadurch, dass es entspannter ist, funktioniert es auch sehr gut.“

Micaela: „Könntest du dir jetzt vorstellen, dich noch mal in einen Mann zu verlieben?“
Ramona: „Nein, im Moment kann ich mir das nicht vorstellen. Platonische Liebe ja, aber sexuell bin ich zurzeit gar nicht interessiert an Männern.“

Micaela: „Wie war das so für deine Angehörigen, für deinen Sohn?“ Ramona: „Für meine Eltern war es leider sehr schwierig. Sie haben es im Geheimen akzeptiert, wollten aber nicht dass ich es öffentlich mache. Und ich hab mir damals auch gesagt, vielleicht ist das für den Jungen, der wird dann in der Schule angesprochen… man weiß es ja nicht. Irgendwann habe ich dann gesagt, jetzt möchte ich mich nicht mehr verstecken. Ist ja auch beruflich irgendwie ein Problem. Ich habe ja reine Familienunterhaltung gemacht und nicht im Talk-Show- oder journalistischen Bereich gearbeitet – wo es ja akzeptiert ist – sondern in der braven Unterhaltung. Und da hab ich Angst gehabt, dass es Probleme gibt. Und das ist auch so. Das hatte für mich schon Nachteile. Ich hab dann schon meine Sendung verloren – so vor zwei Jahren. Die sagen einem natürlich nicht warum. Ich habe mich erst geoutet als ich 50 war.“

Micaela: „So spät und du hast es so lange ausgehalten!“ Ramona: „Ja, das war nicht schön. Das tut schon weh, wenn du immer einen Teil von dir verschweigst. Ich kenne viele Schauspielerinnen, die sich auch nicht outen, weil sie Angst haben, nicht mehr für die heterosexuellen Rollen gebucht zu werden. Wie bei den Boygroups und den Fußballern.“

Micaela: „Ich frage mal den Ailton. Ailton, es sind doch viele Fußballer schwul, oder?“ Ramona: „Die haben doch große Probleme?“ Ailton: „Groß. In meine Mannschaft, wo ich spiele ich hab nicht gesehen. Wenn schwule Spieler, es ist immer professionell. In Kabine oder bei Training – ist ein normal Mensch.“ Ramona: „Es gibt bei lesbischen Frauen auch immer viele Vorurteile. Zum Beispiel, einer ist immer die Frau und einer der Mann. Ich bin ja gerade deswegen mit einer Frau zusammen, weil ich ja keinen Mann will. Wenn du zum Beispiel Anne Will siehst – das hat mir zum Beispiel geholfen beim Outing – sie ist eine tolle Frau, ihre Freundin ist auch super – da hab ich mir gedacht, jetzt kann ich mich auch outen. Nicht so wie Hella von Sinnen, die ja so ein bisschen die Klischees bedient – wobei die Hella ist menschlich ein ganz eine Nette, ganz sensibel.“

Text, Fotos: RTL

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