Montag, 11. Mai 2020 21:52 Uhr

Eckart von Hirschhausen empfiehlt „radikale Akzeptanz“

STARPRESS/cinnemon red

Der Arzt, Kabarettist und Moderator Eckart von Hirschhausen empfiehlt, nicht mit den coronabedingten Einschränkungen zu hadern. „Man sollte sich sagen: Ich bin freiwillig zu Hause, weil ich das für sinnvoll halte und damit andere Menschen schütze. Und ich versuche, das Beste daraus zu machen“, sagte der 52-Jährige der dpa.

„Es klingt fast buddhistisch, aber der beste Trick ist: radikale Akzeptanz.“ Je mehr psychische Energie wir damit vertrödelten, der Realität vorzuwerfen, dass wir uns das Ganze anders vorgestellt hätten, desto anstrengender werde es.

„Parallelwelt in den sozialen Medien“

Die Bundesregierung sei bisher nicht konsequent genug gegen Verschwörungstheorien und Falschinformationen vorgegangen, kritisierte der TV-Moderator. „Ich erlebe zwei Welten – eine offizielle und eine komplette Parallelwelt in den sozialen Medien.“ Dies sei enorm gefährlich, weil sich psychologisch jeder die Informationen suche, die zu seiner Weltsicht passten. Es gebe eine Verstärkung und Verzerrung zugunsten von Hass, Hysterie und Populismus, beobachtet von Hirschhausen. „Von Menschen, die ich eigentlich für vernünftig gehalten habe, bekomme ich Videos weitergeleitet mit den krudesten Typen und Botschaften.“

Der Mediziner drehte Ende April eine Woche im Universitätsklinikum Bonn, um die Menschen hinter den Fallzahlen der Pandemie zu zeigen. Die Dokumentation „Hirschhausen auf Intensiv“ wird an diesem Dienstag (12. Mai 20.15 Uhr) im WDR Fernsehen gezeigt.

Eckart von Hirschhausen empfiehlt "radikale Akzeptanz"

© WDR

WDR-Doku am Dienstag

Seit dem 20. April, dem Tag, an dem die ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen gelten, verbringt er eine Woche im Krankenhaus. Hirschhausen erlebt hautnah mit, wie sich das Notfallzentrum auf einen unbekannten Ansturm von infektiösen Patienten vorbereitet, wie es sich anfühlt, mit Atemschutzmaske einen Operationssaal zu reinigen oder wie die Kommunikation mit Angehörigen gelingen kann, wenn sie ihren Liebsten nicht nah sein dürfen. Die Dreharbeiten zur der Dokumentation „Hirschhausen auf intensiv“ fanden unter Einhaltung aller hygienischen Vorsichtsmaßnahmen vom 20. bis zum 24. April statt. Eckart von Hirschhausen (r) trifft Oberarzt Jens-Christian Schewe (l).

Anschließend folgt ein Extra des Wissenschaftsmagazins „Quarks“ mit dem 52-Jährigen. (dpa/KT)

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