20.04.2020 07:27 Uhr

Eckart von Hirschhausen: „Masken sind die Hose fürs Gesicht“

imago images / Andreas Gora

Eckart von Hirschhausen ist Mediziner und Comedian. In dieser Doppelrolle blickt er auf die Corona-Krise und fällt zur Diskussion um die Maskenpflicht ein klares Urteil.

„Weil wir aktuell nicht alle Menschen testen können, ist das Schlaueste: Wir verhalten uns alle wie potentielle Überträger und schützen unsere Mitmenschen vor uns“, sagte der 52-jährige Doktor im Interview mit dem Nachrichtenportal t-online.de. Um seine Argumentation anschaulich zu machen, wählt von Hirschhausen ein Beispiel aus dem Alltag: „Wenn ein Betrunkener neben mir in der U-Bahn steht und Wasser lässt, macht es einen großen Unterschied, ob er eine Hose anhat oder nicht. Einmal werde ich nass, einmal die Hose. Masken sind die Hose fürs Gesicht. Und wenn sie nass sind, sollte man sie wechseln. Hosen weiterhin auch.“ So nebenbei: Fragt sich, wo Herr Hirschhausen U-Bahn fährt.

Ein Schutz für alle anderen

„Selbstgebastelte Masken sind kein ‚Atemschutz‘, denn der Schutz vor Viren, die mich anfliegen, ist gering. Es ist aber ein guter Aus-Atem-Schutz, ein Schutz für alle anderen“, so von Hirschausen weiter.

Ein Vorbild für diese Verinnerlichung des Masketragens würden Länder aus Asien liefern: „Masken hatten bisher in Deutschland ein echtes Imageproblem: Wer eine trug, machte sich verdächtig. Man dachte bei Maskenträgern nie an etwas Gutes, eher an Pest und Cholera, Banküberfall oder Karneval. In anderen Ländern ist das anders.“ In Südkorea sei es gelungen, die Epidemie auszubremsen. „Masken aufzusetzen in der Öffentlichkeit war nach aller Wahrscheinlichkeit ein wirksamer Teil dieser Erfolgsstrategie.“

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