Montag, 23. Dezember 2013 19:05 Uhr

Edin Hasanovic: Das neue aufregende Gesicht des deutschen Films

Am 17. Januar kommt endlich das TV-Drama ‚Schuld sind immer die anderen‘ auf DVD auf den Markt. In dem bewegenden Film um einen jugendlichen Straftäter, der unter unerwarteten Umständen einem ehemaligen Opfer wiederbegegnet, brilliert Edin Hasanovic neben Julia Brendler in der Hauptrolle.

Edin Hasanovic: Das neue aufregende Gesicht des deutschen Films

Und darum geht’s: Ben bekommt im idyllisch gelegenen ‚Waldhaus‘ die einmalige Chance auf einen Neuanfang: Als einer von sieben jugendlichen Straftätern soll er in der familiären Gemeinschaft soziale Kompetenz erlernen und Geborgenheit erfahren. Doch als er auf seine Hausmutter Eva trifft, ist er geschockt: Sie ist eines seiner Opfer. Sein brutaler Überfall auf sie wurde nie aufgeklärt. Während Ben alles versucht, um in der Gruppe nicht aufzufallen, wächst in Eva der Verdacht.

Das Gesicht von Hasanovic wird man sich definitiv merken müssen, denn da kommt in Zukunft noch einiges auf uns zu. klatsch-tratsch.de sprach mit Edin kurz vor dem Fest über den Film, seine Pläne – und die Weihnachtsfeiertage.

‚Schuld sind immer die Anderen‘ ist einer der ganz starken Filme, in denen Du mitgespielt hast und mit dem Du 2012 Deinen Durchbruch geschafft hast. Wie hast Du Dich für die so großartige Rolle als jugendlicher Brutalo-Gewalttäter vorbereitet?
Wenn man Durchbruch sagt, erwarten viele Menschen sofort, dass man denjenigen kennt. Das tun in meinem Fall nur jene Leute etwas mehr, die in der Filmbranche tätig sind. Ich habe mehr zu tun, werde aber genauso wenig auf der Straße erkannt. Das ist toll. Darauf kommt’s erstmal an.

Vorbereitet habe ich mich, wie ich das bei jeder Rolle tue: Ich suche mir reale Vorbilder und schaue was ich von denen für die Rolle benutzen kann. Wenn ich sie in meinem Bekanntenkreis nicht habe, dann muss ich diese suchen. Auf der Straße, in der U-Bahn, Dokus, Büchern, im TV & Co. Meist aber nur um ein körperliches Gefühl zu bekommen. So habe ich mehrere „Bens“ zusammengewürfelt, denen ich in der S-Bahn gegenübersaß, um zu sehen wie so jemand guckt oder heimlich ein paar Meter durch die Stadt gefolgt bin, um den Gang zu studieren, und daraus meinen eigenen Ben gemacht. Das Bauchgefühl, was wichtig ist, um reflexartig so zu handeln wie die Rolle es täte und um geistig mit ihr eins zu werden, bekomme ich, wenn das Drehbuch gut geschrieben und eine Charakterrolle tiefgründig durchdacht ist. Dieses Bauchgefühl war hier nach den ersten Seiten sofort da.

Edin Hasanovic: Das neue aufregende Gesicht des deutschen Films

Warum sollte man Deiner Meinung nach diesen Film unbedingt gesehen haben und was macht diesen Film so besonders?
‚Schuld sind immer die anderen‘ ist nicht einer dieser Filme, die „für die ganze Familie gemacht sind“. Er ist selten lustig und die Lovestory ist auch nur ganz klein gehalten. Ein Happy End gibt’s auch nicht. Aber er berührt. Und wühlt auf. Und bringt den Zuschauer in einen Konflikt. Er regt zum Nachdenken an und ist erdrückend spannend. Dieser Film ist ein intensives Kammerspiel. Täter und Opfer treffen aufeinander und müssen zusammenleben. Ben erkennt Eva sofort. Sie erfährt nach einiger Zeit wer er ist. Diesen Film kann man nicht mal eben so nebenbei schauen. Man wird eingesogen. Ob man will oder nicht.

Ich kann mit Sicherheit sagen, dass jeder, der ‚Schuld sind immer die anderen‘ gesehen hat, nicht kalt gelassen wurde. Diesen Film müssen noch mehr Menschen sehen, weil ihn allein schon die vielen Publikumspreise dazu berechtigen.

Du scheinst ein Abonnement auf die Figuren von gewalttätigen Jugendlichen zu haben? Woran liegt das?
Das stimmt nicht. Ich bin aus meiner Sicht abonniert auf einen der schönsten Rollentypen: den Wandlungsfähigen. Was gibt es besseres für einen Schauspieler?! Mehrere Charaktere und Seiten in einer Figur glaubhaft darzustellen. Meine Rollen sind nie eindimensional und einfach. Nie. Sie sind nie einfach die Gewalttäter. Das wäre mir zu langweilig zu spielen. Das ist die Vorraussetzung. Danach entscheide ich unter anderem, ob ich die Rolle annehme oder nicht.

Edin Hasanovic: Das neue aufregende Gesicht des deutschen Films

Aber die Menschen stürzen sich gerne auf das Oberflächliche und reden sogar bei ‚Schuld sind immer die anderen‘, wo die weiche Seite meiner Figur Ben mehr als die Hälfte des Films ausmacht, viel lieber über den Brutalo. Das ist einfacher für die, die das sagen und schreiben. Sie machen die Schubladen auf und zu wie es ihnen passt und lassen ein Bild entstehen, was tatsächlich schlicht und einfach nicht stimmt.
Wenn ich einen Mörder spiele, dann ist er auch Informatiker und schwer in die Kommissarin verliebt. Der Nazi ist gleichzeitig Tierschützer. Der U-Bahn-Schläger ist auch der reumütige, der aus seinen Fehlern gelernt hat, und um den Tod eines Menschen aufzuklären auch einen Freund verrät. Das waren nur einige Beispiele. Was stimmt ist, dass meine Rollen sehr oft eine kriminelle Ader haben. Aber ich glaube, das ist bei den vielen Krimis, die Deutschland hat, nichts Verwerfliches. Ich bin 21. Was soll ich sonst spielen? Einen Anwalt? Ich glaube, so geht es sehr vielen „jungen Schauspielern“ hier. Für die „guten Rollen“ bin ich nicht glatt genug. Aber die sind auch langweilig.

Was werden wir demnächst von Dir demnächst zu sehen bekommen?
Am 24. Dezember bin ich im ZDF in einem Märchen zu sehen. ‚Die Goldene Gans‘ wurde verfilmt und ich durfte dabei sein. Ein toller Film und eine großartige Erfahrung sowas zu spielen. 2014 kommen ein paar Filme im Fernsehen, da ich gut gearbeitet habe in diesem Jahr. An der Seite von Armin Rohde, Barbara Auer, Margarita Broich und Co. werde ich in einer Folge der „Nachtschicht“ zu sehen sein.
Oder „Sarajevo“. Ein Film der die Ereignisse 1913/14 darstellt, die den ersten Weltkrieg auslösten. An der Seite von Ken Duken und Alwara Höfels bin ich außerdem in der von Niki Stein inszenierten schwarzen Komödie „Elternabend“ zu sehen.

Edin Hasanovic: Das neue aufregende Gesicht des deutschen Films

Was waren Deine schönsten Erlebnisse 2013?
2013 war von vorne bis hinten mein Jahr. Es ging los mit dem Dreh vom erfolgreichen und unglaublich tollen Berliner-Tatort ‚Gegen den Kopf‘. Das Herausragendste war wahrscheinlich die LOLA-Nominierung. Um dieses Ereignis zu beschreiben bräuchte ich mehrere Seiten.
Dann der Günther-Strack-Preis in Hamburg. Die vielen tollen Projekte, die ich machen und die Menschen, die ich in diesem Zuge kennenlernen durfte. Ich habe eine neue Wohnung und ein neues Auto. Wenn ich irgendwann meinen Kindern von meinem Leben erzähle, dann von 2013.
Ein wenig Angst vor 2014 habe ich aber schon. Jetzt kann es nämlich nur bergab gehen, damit das Gleichgewicht stimmt.

Wie verbringst du die Weihnachtsfeiertage?
Die Weihnachtstage verbringe ich im Fitnessstudio. Während sich die einen beschenken und die anderen über den Stress beschweren, muss ich mich körperlich auf eine Boxer-Rolle vorbereiten, die ich dann im nächsten Jahr spielen darf.

'Schuld sind immer die anderen'

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Fotos: Laura Schleicher/FFL.de

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