Freitag, 31. Januar 2014 14:10 Uhr

Der Entdecker von Heidi Klum probiert sich 18 Monate als Frau

Christian Seidel, Autor und ehemaliger Fernsehproduzent, beschließt, für ein Jahr als Frau zu leben. Er ist weder trans- noch intersexuell, noch möchte er sich einer Hormon- oder Sexualtherapie unterziehen. Er will einfach die Frauen besser verstehen und seine Rolle als Mann hinterfragen.

Der Entdecker von Heidi Klum probiert sich 18 Monate als Frau

Wie dieses Experiment funktioniert hat, und ob es nach diesem Jahr problemlos möglich war, wieder der Mann zu werden, der er früher war, hat der Autor Dariusch Rafiy mit der Kamera beobachtet.

Der Buchautor erregte in seinen Frauenkleidern eher peinlich berührtes Getuschel.

Etwa 18 Monate zog der ehemalige Manager von Talkmasterin Arabella Kiesbauer als Frau durch seine Heimatstadt München. Seidel hat lange vor dem Aufkommen von TV-Casting-Shows Schönheiten wie Claudia Schiffer als Manager betreut und gilt als einer der Entdecker von Heidi Klum. In Nylonstrümpfen und High Heels, mit falschem Busen und rot lackierten Fingernägeln. Arte hat den 54-Jährigen während dieser Zeit begleitet. Den 60-minütigen Dokumentarfilm ‚Christian und Christiane‘ zeigt der Fernsehsender heute Abend um 22.40 Uhr.

Der Entdecker von Heidi Klum probiert sich 18 Monate als Frau

Sein Entschluss stößt in seiner nächsten Umgebung, bei seiner Frau, seinen Freunden und Freundinnen auf Skepsis, ja auf Widerstand: Was will er damit beweisen? Macht sich da jemand etwas vor? Ist über das Rollenverhalten von Mann und Frau nicht schon alles gesagt? Und lassen sich allein durch die Verwendung von Make-up und Mode Rückschlüsse auf männliches und weibliches Verhalten ziehen?

Das ist die Ausgangssituation der Dokumentation ‚Christian und Christiane‘, in dem der Autor Dariusch Rafiy ein Jahr lang Christian Seidel in seiner Rolle als Christiane begleitet hat. Wenn Seidel als Mann so etwas wie eine graue Maus im Sakko ist, so gleicht Christiane der Inkarnation einer blonden Göttin: 1,80m Gardemaß in High Heels, mit langen, schlanken Beinen unter einem knappen Minirock, wohlproportionierte Kurven, die sich unter einem engen Pullover abzeichnen, und langes, seidenweiches Haar. Eine Frau, nach der sich die Männer umdrehen. Ist da jemand seinem eigenen Idealbild von Weiblichkeit erlegen?

Der Entdecker von Heidi Klum probiert sich 18 Monate als Frau

Die Kamera ist live dabei, wenn Seidel Strümpfe, BH und Rock anzieht. Wenn er sich im Nagelstudio schön machen lässt. Wenn er freudig neue Klamotten anprobiert.

Aber auch, wenn er von Leuten auf der Straße angestarrt wird. Oder von Fußballfans angepöbelt. Auch Seidels Frau ist nicht gerade begeistert von der Verwandlung ihres Mannes. Sie sagt ihm offen, dass Freunde hinter seinem Rücken lästern. Hier setzt Rafiy ein gelungenes Element ein: Seidels Ehefrau ist nie im Bild zu sehen. Sie tritt als mahnende Stimme aus dem Hintergrund auf, die den Ex-Manager immer wieder auf den Boden der Tatsachen zieht.

Der Film profitiert außerdem von Seidels Lust an der Konfrontation. Mit rotem Lippenstift und in Stöckelschuhen geht er zu einem Kickbox-Kampf. Noch weniger könnte er nicht ins Bild passen.

Wie also erlebt Christiane die Welt aus „weiblicher“ Perspektive? Und wie nimmt Christiane ihre „ehemaligen“ Geschlechtsgenossen wahr? Und wie wiederum reagiert ihre Umwelt auf Christiane? Ist es nach einem Jahr problemlos möglich, wieder der Mann zu werden, der er einmal war? Und will Christiane das überhaupt noch?

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