17.11.2020 07:00 Uhr

Ellis Kaut wäre 100 geworden: Das müssen Sie über den Pumuckl wissen

Ellis Kaut, die Autorin von "Meister Eder und sein Pumuckl", wäre am 17. November 100 Jahre alt geworden. Wie sie zu dem berühmten Kobold kam und weitere spannende Fakten.

imago images/Stefan M Prager, United Archives

Ellis Kaut (1920-2015) ist nicht nur die Erfinderin des Pumuckl – schon mit knapp 18 Jahren wurde die vor 100 Jahren in Stuttgart geborene, und als Kleinkind nach München gezogene Kinderbuchautorin zu einer lokalen Berühmtheit: 1938 wurde sie zum ersten offiziellen Münchner Kindl gekürt. Das wichtigste Werk der Schriftstellerin ist aber der kleine Kobold in Meister Eders Werkstatt, den sie Anfang der 60er Jahre erfand und der sich bis heute großer Beliebtheit bei Kindern erfreut. Das gilt es über den Klabautermann und seine Erfinderin zu wissen.

Pumuckls Entstehung

Bereits vor dem Pumuckl war Kaut mit „Kater Musch“ erfolgreich. Dessen Geschichten hat sie als Hörspielreihe für den BR geschrieben. Im Sommer 1961 war der Sender auf der Suche nach einem neuen Hörspiel für sein Kinderprogramm. Ellis Kaut fiel auf der Suche nach einer Idee als Erstes der Name Pumuckl ein – ein Spitzname, den ihr Mann ihr verpasst hatte. Am 21. Februar 1962 strahlte der Bayerische Rundfunk das erste Hörspiel von „Meister Eder und seinem Pumuckl“ aus. Die Pumuckl-Stimme kam schon damals von Hans Clarin (1929-2005).

Meister Eder

Zum Pumuckl gehört bekanntlich Meister Eder, der Besitzer einer Schreinerwerkstatt in einem Münchner Hinterhof. Den liebenswürdigen Junggesellen Anfang 60, an dessen Leimtopf der rothaarige Kobold kleben geblieben ist, sollte in der TV-Serie eigentlich der Hörspielsprecher Alfred Pongratz (1900-1977) darstellen. Als dieser kurz vor Beginn der Dreharbeiten überraschend verstarb, übernahm Gustl Bayrhammer (1922-1993) den Part. Die erste Staffel lief 1982 und 1983, Staffel zwei 1988 und 1989. Zusätzlich entstanden Kinofilme, Bücher und Hörspiel-Kassetten sowie 1999 eine weniger erfolgreiche weitere TV-Staffel, „Pumuckls Abenteuer“.

Sie schuf Pumuckls Aussehen

Für das Erscheinungsbild von Pumuckl darf sich der kleine Kobold bei Barbara von Johnson (78) bedanken. Die deutsche Illustratorin und Künstlerin ist die erste Gestalterin des Rotschopfs, sie illustrierte von 1963 bis 1978 Ellis Kauts Pumuckl-Geschichten. Die Animation des Pumuckl für das Fernsehen wurde in Ungarn vorgenommen.

Streit um Pumuckl

Ein Gericht sprach Barbara von Johnson 2003 zu, bei jeder optischen Darstellung von Pumuckl als Urheberin der grafischen Vorlage genannt zu werden. Später gab es Ärger, weil von Johnson einen Kindermalwettbewerb unterstützte, bei dem eine Freundin des Pumuckl gesucht wurde. Hier sah Kaut ihre Urheberpersönlichkeitsrechte verletzt. Das Gericht entschied zugunsten der Zeichnerin. Ellis Kaut und Barbara von Johnson haben sich später versöhnt.

Howard Carpendales Beitrag

„Hurra, hurra, der Pumuckl ist da“ – keine Pumuckl-Folge ohne das berühmte Titellied. Die Melodie stammt von Komponist Fritz Muschler (1945-2010). Außerdem beteiligt an dem Song war aber nicht nur Regisseur Ulrich König (71), sondern u.a. auch Schlagersänger Howard Carpendale (74). Pumuckl-Sprecher Hans Clarin selbst sang das Lied ein.

Kulisse abgerissen

Gustl Bayrhammer, der 1993 im Alter von 71 Jahren starb, hatte sich nach dem Ende der Pumuckl-Dreharbeiten gegen den Abriss von Altstadthäusern im Münchner Viertel Lehel eingesetzt. Darunter auch die Filmkulisse der Schreinerwerkstatt in einem Hinterhof der Widenmayerstraße 2. Allerdings erfolglos.

Weltweiter Erfolg

Die Fernsehserie über den Kult-Kobold lief in 28 Ländern über die Bildschirme. Bekannt ist Pumuckl selbst in Brasilien und China. Neben der Hörspiel-, Buch- und Fernsehserie hat der berühmte Rotschopf sogar ein eigenes Musical.

TV-Comeback

Über dieses Geschenk zum 100. Geburtstag würde Ellis Kaut sich bestimmt freuen: Der Pumuckl soll zurück ins Fernsehen kommen! Es ist eine neue Serie geplant, wann und wo diese zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt.

(ncz/hub/spot)