10.11.2013 20:07 Uhr

Ennio Morricone: Das wohl größte Filmmusik-Genie wird heute 85

Ennio Morricones Name ist untrennbar mit dem Italo-Western verbunden Ennio Morricone, italienischer Filmkomponist und Dirigent, der in seiner jahrzehntelangen Karriere für Hunderte Filme die Musik geschrieben hat und mit zahlreichen Preisen geehrt wurde.

Viele seiner Soundtracks sind Ohrwürmer und weltweit bekannt – allen voran die Mundharmonika-Melodie aus dem Western-Klassiker ‚Spiel mir das Lied vom Tod‚ aus dem Jahr 1969, die einem noch immer Gänsehaut über den Rücken jagt. Doch auch mehr als 40 Jahre danach hat der gebürtige Römer noch nicht genug von der Musik: Nach wie vor gibt er mit großem Orchester Konzerte rund um den Globus. Heute feiert Morricone seinen 85. Geburtstag.

Millionen Menschen kennen die Melodien Morricones, bringen sie oft aber nicht sofort mit seinem Namen in Verbindung. Der introvertierte Italiener bleibt lieber im Hintergrund, macht sich nichts aus Ruhm, Glamour und Hollywood, komponierte lange Zeit unter zwei Pseudonymen. Obwohl der noch immer vielbeschäftigte Italiener vor allem für seine Filmmusik bekannt ist und die Geschichte des Genres entscheidend mitprägte, arbeitet er auch erfolgreich als Musiker und Dirigent.

Geboren ist Morricone im Römer Stadtteil Trastevere, aufgewachsen in einer musikbegeisterten Familie mit vier Geschwistern. Sein Vater war Trompeter und auch Morricone interessierte sich schon als Kind für die Musik, begann im Alter von sechs Jahren zu komponieren. 1938 schrieben ihn seine Eltern am Konservatorium in Rom ein, wo er Diplome in Komposition und Trompete erwarb und danach zunächst in Orchestern spielte.

Als Filmkomponist versuchte er sich schon Ende der 1950er Jahre, sein großer Durchbruch gelang ihm aber erst, als er seinen Schulfreund Sergio Leone wiedertraf. In den 60er Jahren schrieb Morricone die Musik zu den Italo-Western des italienischen Regisseurs, die ihn zunächst zum Star der Filmmusik-Szene seines Landes und später weltberühmt machten. Zahlreiche Komponisten orientierten sich in den folgenden Jahren an dem von Morricone geprägten Stil in der Filmmusik.

Wohl auch deshalb bringen viele seinen Namen vor allem mit diesem Genre in Verbindung, auch wenn es nur einen Bruchteil seines Werks ausmacht: Gerade einmal für etwa 30 Italo-Western schrieb Morricone die Musik, eine verschwindend geringe Zahl im Vergleich zu den mehr als 500 Soundtracks, die insgesamt aus seiner Feder stammen. Im Laufe seiner Karriere arbeitete der Römer mit weltbekannten Regisseuren wie Roman Polanski, Oliver Stone und Margarethe von Trotta zusammen. Aber auch klassische Musik und Fernseh-Melodien hat er komponiert.

2007 erlebte Morricone mit dem Oscar für sein Lebenswerk die Krönung seiner Karriere, nachdem er zuvor die Hoffnung auf die begehrte Trophäe fast schon aufgegeben hatte. Fünfmal war der Italiener nominiert und leer ausgegangen. Der Oscar bedeutete jedoch nur das i-Tüpfelchen auf Morricones umfassenden Sammlung von Preisen und Auszeichnungen: Mehrere Golden Globes erhielt er im Laufe seiner Karriere, dazu einen Grammy für die Musik von «The Untouchables». Vor kurzem wurde er zudem mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

Morricone ist seit 1956 mit Maria Travia verheiratet, gemeinsam hat das Paar drei Söhne und eine Tochter. Einer der Söhne arbeitet ebenfalls als Komponist. Der ernsthaft wirkende Ennio Morricone lebt und arbeitet zurückgezogen in seiner Heimatstadt Rom. Neben dem Komponieren dirigiert er auch Orchester, gibt Konzerte in aller Welt. Dabei ist der grauhaarige Italiener mit der Hornbrille immer auf seine Privatsphäre bedacht, Medientrubel und Skandale sind ihm fremd. (dpa)

Foto: Georgi Licovski

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