05.03.2020 21:16 Uhr

Eric Stehfest: Wie er zu normalem Sex zurückgefunden hat

imago images / Gartner

Eric Stehfest war Star bei GZSZ, berühmt wurde er durch seine erschütternde Drogenbeichte mit seinem Buch „9 Tage wach“. Am 15. März hat die Verfilmung Fernsehpremiere.

Rund zehn Jahre war der heute 30 Jahre junge Dresdner süchtig nach Crystal Meth. Jetzt verriet der neue Details über die Zeit und die Droge. „Sie schaltet Gefühle nicht aus, sondern macht Negativgefühle erträglich – wobei das Problem ist, dass man das wahre Ausmaß seiner Probleme nicht mehr spürt“, erzählte Stehfest im Gespräch mit ‚GoldeneKamera.de‘.

Eric Stehfest: Wie er zu normalem Sex zurückgefunden hat

Edith Stehfest (l.); Eric Stehfest (r.). Foto: ProSieben

„Leider jedoch verhindert Crystal Meth gleichzeitig, dass wir uns die Freiheit schenken, alles fühlen zu dürfen und zu müssen – und unsere Erlebnisse zu verarbeiten.“

Am Anfang habe er Crystal Meth auch wegen des Sex probiert. Dies sei für ihn einfach „faszinierend, wahnsinnig und grenzüberschreitend“ gewesen. Ich kannte das bis dahin nur aus Pornos. Sex auf Drogen versaut einem die Sexualität. Das ist wirklich gefährlich.“

„Ganz große Lustlosigkeit“

Doch nach dieses orgiastischen Phasen unter Drogeneinfluss war es nach dem Entzug für ihn und seine Frau Edith nicht einfach für ihn „normalen Sex“ zu haben. „Das ist ja das Problem. Erstmal kommt eine ganz, ganz große Lustlosigkeit. Auch der Sinn, jemandem nahe zu sein, verschwindet. (…) Es bedurfte wirklich harter Arbeit, um wieder normalen Sex zu haben. Ich musste mich anstrengen, das zu wollen, und habe mir gemeinsam mit meiner Frau neue Reize gesetzt. Jetzt versuchen wir, verschiedene Sachen nochmal anders zu machen – denn nur, weil man früher unter Drogen Sex hatte, heißt das nicht, dass man besonders mutig war oder viel ausprobiert hat. Man hatte einfach bloß Sex auf Drogen. Mittlerweile erlebe ich Sachen, die ich mit Drogen nicht erlebt habe.“

Eric Stehfest: Wie er zu normalem Sex zurückgefunden hat

Eric Stehfest (l.); Edith Stehfest (r.). Foto: ProSieben

Stehfest glaubt übrigens auch, dass gerade auch in seiner Branche Drogen konsumiert werden. „Diese Branche ist versauter als alle anderen Bereiche. Das hat natürlich damit zu tun, dass sich dort oft sensible Menschen ansammeln, die wahnsinnig viel wahrnehmen, spüren und darunter auch leiden – und sich dann ausdrücken und etwas loswerden müssen.“

TV-Doku „Dropout“

Mehr über die Zeit erzählt Eric Stehfest am 15. März im Anschluss an die Ausstrahlung von „9 Tage wach“ (mit Jannik Schümann in der Hauptrolle) in der ProSieben-Doku „Dropout“. In der Dokumentation zeigt der cleane Meth-User Eric Stehfest, wie leicht es ist, sich die Droge zu beschaffen, und wie schwer, wieder von ihr wegzukommen. Hierfür geht er zurück an die Orte seiner Vergangenheit und trifft dort unter anderem auf Junkies, Dealer und Ex-User. Dabei spricht er über seine persönliche Sicht auf die Droge und sein Leben nach „9 Tage wach“.