Eric und Edith Stehfest verarbeiten Vergewaltigung in Musikvideo

Maria GradlMaria Gradl | 28.10.2021, 19:30 Uhr
Eric Stehfest bei "9 Tage wach"-Premiere im neuen Look
Eric Stehfest bei "9 Tage wach"-Premiere im neuen Look

Eric Stehfest und seine Ehefrau Edith. Foto: imago images / APress

Vergangene Woche erlebte Familie Stehfest eine Achterbahn der Gefühle. Eigentlich sollte Edith Stehfest auf ihren Vergewaltiger bei einer Gerichtsverhandlung treffen. Doch daraus wurde nix. Er schwänzte den Gerichtstermin. In einem Musikvideo verarbeitet die 26-Jährige nun ihre schlimmen Erfahrungen.

Als Edith Stehfest in der Badewanne ihres Bekannten und Vergewaltigers ohne Unterwäsche zu sich gekommen sei, kann sie sich dies zunächst nicht erklären. Die Erinnerungen der vergangenen Stunden sind ausgelöscht. Erst als Polizeibeamte die Künstlerin mit einem Video konfrontieren, erahnt sie, was ihr innerhalb der Bewusstlosigkeit zugestoßen sein muss – sie wurde missbraucht.

Über diese schreckliche Zeit spricht die 26-Jährige offen, um anderen Betroffenen Mut zu machen.

In einem neuen Musikprojekt stellt sich Edith Stehfest alias Lotta Laut nun ihrer dunklen Vergangenheit. Doch allzu laut, wie es ihr Künstlername vermuten lässt, war es die vergangenen Tage im Leben der Sängerin nicht. Am Landgericht Leipzig sollte der Vergewaltigungsfall von Edith Stehfest, der Ehefrau Ex-GZSZ-Schauspieler Eric Stehfest, erneut aufgerollt werden. Doch der Täter blieb unentschuldigt dem Gerichtsgebäude fern.

Edith Stehfest will abschließen

Dabei hatte sich Edith die Worte bereitgelegt, die sie ihrem Peiniger entgegen feuern wollte. Weil Edith nicht die Chance bekam, ihrem Täter ins Gesicht zu schauen, entschied sich das Paar kurzerhand diese Szene in einem neuen Musikvideo zu integrieren, um endlich mit dem Kapitel abzuschließen.

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Auf Instagram nahm Eric Stehfest seine Follower einen Tag lang mit hinter die Kulissen des Videodrehs in Dresden. Am Set führt Eric durch die Szenarie und erklärt: „Edith soll dem Täter gegenübersitzen und ihm das sagen, was sie ihm zu sagen hat. Danach soll der Täter vor ihren Augen abgeführt werden.“ Alles sei natürlich eine fiktive Geschichte. Inspiriert aus dem wahren Leben der Stehfests.

Dunkle Geschichte, dunkle Kulisse

Die Bilder sprechen eine dunkle Sprache. Ein grauer Verhörraum, puristisch, kahl und kühl. In der Mitte ein Tisch, an dem Edith sitzt. Ihr gegenüber ein Mann in Handschellen. Ihr Vergewaltiger.

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Auf die Frage ihres Mannes, wie sich Edith gerade fühle: „Aufgeregt. Angespannt, weil es diese Situation leider so nie gab.“ Deswegen hole sie das im Musikvideo nach. Nach eigenen Aussagen von Edith, will sie die Geschichte in die ganze Welt senden.

Eric Stehfest appelliert an alle Opfer

„Es ist vielleicht auch eine kleine Hilfe für euch da draußen, wenn ihr Opfer Verbrechens geworden seid, setzt euren Täter imaginär vor euch und sagt ihm, was ihr gefühlt habt und versucht dadurch das Ganze aus euch rauszubekommen und die Macht aus euch selbst zurückzuholen und auf dem Weg damit Frieden zu schließen“, erklärt Eric Stehfest, der selbst in seiner Kindheit Opfer eines Missbrauchs wurde.

Eric Stehfest: So soll es nach seinem TV-Karriere-Aus weitergehen

Eric Stehfest mit Ehefrau Edith Stehfest. Foto: imago images / Future Image

Die Akte „Vergewaltigung“

Das Amtsgericht Leipzig sprach Max H. im vergangenen Dezember der Vergewaltigung schuldig und verurteilte ihn zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis. Ihm wird vorgeworfen, die damals 17-jährige Edith mit K.o.-Tropfen betäubt und vergewaltigt zu haben. Diese Schandtat soll er per Video gefilmt haben.

Der Täter legte im Oktober Berufung ein, weswegen der Fall nun neu verhandelt werden sollte. Doch Max H. blieb dem Termin unentschuldigt fern. Selbst sein Anwalt wusste nicht, wo sich sein Mandant derzeit aufhält. Gegenüber t-online erklärte eine Sprecherin des Gerichts, dass der Angeklagte trotz des unentschuldigten Fernbleibens noch immer Zeit habe, Rechtsmittel einzulegen. Diese Frist sei grundsätzlich immer gegeben, da es denkbar sei, dass das unentschuldigte Fernbleibens einen triftigen Grund haben könnte.

Wie es im Prozess weitergeht, bleibt abzuwarten. Für Eric Stehfest ist klar: „Er wird seine Strafe bekommen.“