Erste Trans-Zwillinge weltweit: Opa verkauft Haus für OP

Opa verkaufte sein Haus für OP: Die ersten Trans-Zwillinge
Opa verkaufte sein Haus für OP: Die ersten Trans-Zwillinge

Instagram/ @maylaphoebe09 / @sofialbuck

01.03.2021 20:15 Uhr

Die brasilianischen Teenager Mayla und Sofia sind eineiige Zwillinge. Geboren wurden sie als Brüder, aber glücklich sind sie nun als Schwestern. Und nach einer gemeinsamen Geschlechtsumwandlung die ersten Transgender-Zwillinge weltweit.

Mayla und Sofia machen – wie viele Zwillingsschwestern – alles gemeinsam. Dabei denkt man wohl an Friseurbesuche, Shoppingtrips und Co., doch die beiden Brasilianerinnen haben sich zusammen einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. Damit sind sie das allererste Transgender-Zwillingspaar der Welt.

Sie kamen als Zwillingsbrüder zur Welt

Mayla und Sofia kommen als eineiige Zwillingsbrüder auf die Welt, doch schon früh merken sie, dass sie sich nicht mit diesem Geschlecht identifizieren können. Vor wenigen Wochen kommt dann der Moment, auf den die beiden 19-Jährigen lange gewartet haben: sie unterziehen sich einer Geschlechtsumwandlung. Innerhalb von zwei Tagen werden die beiden vom selben Arzt operiert. Nur kurz darauf verrät Mayla im Interview mit dem „Mirror“: „Ich bin immer noch dabei, es zu realisieren. Ich fühle mich nicht mehr unwohl, wenn ich liege oder sitze. Es ist wunderbar.“

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Sie haben es nicht leicht als Transsexuelle in Brasilien

Auch wenn die beiden jetzt mehr als glücklich sind, war es ein harter Weg für die Zwillinge. Denn in ihrem Heimatland Brasilien werden jährlich mit am meisten Morde an Transsexuellen begangen. Und Hass ist schon lange ihr ständiger Begleiter. In der Schule wurden sie immer wieder von Mitschülern beleidigt. Auch jetzt, nach der OP, gibt Mayla zu: „Ich habe noch immer Angst davor, dass irgendein Typ auf der Straße mich beleidigt oder schlägt.“

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Ihr Opa verkaufte sein Haus für die OP

Trotz dieser Feindlichkeit, stand die Familie der Transfrauen immer hinter ihnen. Der Großvater von Mayla und Sofia verkaufte sogar ein Haus, um die knapp 15.000 Euro teure Geschlechtsumwandlung seiner Enkelinnen zu finanzieren. Um ihm für diesen riesigen Gefallen danken zu können, möchte Mayla jetzt Medizin studieren, um ihren Großeltern ein neues Haus zu kaufen.

„Sie haben immer gewusst, dass wir Mädchen sind.“

Doch auch der Rest ihrer Familie stand immer hinter den Kämpferinnen. „Sie haben immer gewusst, dass wir Mädchen sind“, erklärt die 19-Jährige. Trotzdem war ihre Familie stets in Sorge um Mayla und Sofia: „Ihre Angst war nie, dass wir sind, wer wir sind, sondern, dass andere uns verletzen.“

(AK)