Eurovision Song Contest 2023 findet nicht in Ukraine statt

dpadpa | 17.06.2022, 13:38 Uhr
Die Gruppe Kalush Orchestra aus der Ukraine hat den jüngsten ESC-Wettbewerb gewonnen.
Die Gruppe Kalush Orchestra aus der Ukraine hat den jüngsten ESC-Wettbewerb gewonnen.

Luca Bruno/AP/dpa

Wo findet der nächste ESC statt? Jedenfalls nicht in der Ukraine, wie die Europäische Rundfunkunion mitteilte. Die Begründung für die Absage ist nachvollziehbar.

Der nächste Eurovision Song Contest (ESC) findet wegen des russischen Angriffskriegs nicht beim diesjährigen Sieger Ukraine statt. Das teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Freitag in Genf mit.

Stattdessen wolle man Gespräche mit der BBC führen, ob der ESC 2023 in Großbritannien ausgerichtet werden könne. Auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR) bestätigte die Entscheidung der EBU.



Begründung der Absage

„Es ist zu einer bekannten Tradition geworden, dass der Gewinner des Eurovision Song Contest den Wettbewerb im darauffolgenden Jahr ausrichtet, sofern bestimmte Kriterien, darunter die Gewährleistung der Durchführbarkeit der Veranstaltung und der Sicherheit aller Beteiligten, einschließlich der Öffentlichkeit, erfüllt sind.

Angesichts des andauernden Krieges seit dem russischen Einmarsch in das diesjährige Siegerland hat sich die EBU die Zeit genommen, eine umfassende Bewertung und Durchführbarkeitsstudie sowohl mit UA:PBC (Anmerk. der Red.: die ukrainische Rundfunkanstalt) als auch mit Fachleuten von Drittanbietern durchzuführen, auch in Bezug auf Sicherheitsfragen.

Der Eurovision Song Contest ist eine der komplexesten Fernsehproduktionen der Welt, an der Tausende von Menschen arbeiten und teilnehmen und die 12 Monate Vorbereitungszeit benötigt.

Nach einer objektiven Analyse ist die Referenzgruppe, das Leitungsgremium des ESC, mit großem Bedauern zu dem Schluss gekommen, dass UA:PBC unter den derzeitigen Umständen die Sicherheits- und Betriebsgarantien, die ein Fernsehveranstalter für die Ausrichtung, Organisation und Produktion des Eurovision Song Contest gemäß den ESC-Regeln benötigt, nicht erfüllen kann.“

Gespräche mit der BBC

Ferner heißt es: „Infolge dieser Entscheidung wird die EBU nun im Einklang mit den Regeln und zur Gewährleistung der Kontinuität der Veranstaltung Gespräche mit der BBC aufnehmen, die in diesem Jahr den zweiten Platz belegt hat, um möglicherweise den Eurovision Song Contest 2023 im Vereinigten Königreich auszurichten.

Wir haben die feste Absicht, dass sich der Sieg der Ukraine in den Shows des nächsten Jahres widerspiegeln wird. Dies wird für uns in unseren Gesprächen mit den möglichen Gastgebern eine Priorität sein.“

Das Kalush Orchestra hatte den Eurovision Song Contest 2022 im italienischen Turin gewonnen.

(dpa/K&T)