Fahnenmast erschlägt 23-Jährige – Prozess beginnt

dpadpa | 25.04.2022, 10:12 Uhr
In Gedenken: Blumen liegen auf dem Platz vor dem Kieler Rathaus.
In Gedenken: Blumen liegen auf dem Platz vor dem Kieler Rathaus.

Wolfgang Schmidt/dpa

Es sollte ein locker-leichtes Begrüßungsfoto der neuen Auszubildenden werden, doch der Termin endet dramatisch. Eine 23-Jährige findet den Tod.

Zwei Männer aus Bayern müssen sich seit Montag für den Tod einer jungen Frau durch einen umgestürzten Fahnenmast auf dem Kieler Rathausplatz vor Gericht verantworten.

Zu Prozessbeginn brachten die Verteidiger im Kieler Amtsgericht das Bedauern der Angeklagten über den Vorfall zum Ausdruck. „Er wollte hier und heute sein Bedauern ausdrücken“, sagte der Anwalt des 75 Jahre alten Beifahrers. Der Anwalt sprach von einem „fürchterlichen Geschehen“. Der 62 Jahre alte Lkw-Fahrer und der Beifahrer müssen sich wegen fahrlässiger Tötung einer Auszubildenden am 3. August 2020 vor Gericht verantworten.

Der Fahnenmast war 14 Meter

Die 23-Jährige wurde von einem 14 Meter hohen Fahnenmast erschlagen. Sie hatte sich am Morgen ihres ersten Ausbildungstages als städtische Angestellte mit 50 weiteren neuen Azubis für ein gemeinsames Foto auf dem Rathausplatz versammelt.

Währenddessen war ein Lastwagen beim Rückwärtsfahren gegen den Fahnenmast gefahren. Der brach und erschlug die junge Frau. Die Mutter der jungen Frau tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf. Sie verfolgte den ersten Verhandlungstag vor Ort.