29.07.2020 18:20 Uhr

Fall Maddie: Polizei stößt bei Grabungen auf versteckten Kellerraum

Was geschah mit Maddie McCann? Seit 13 Jahren fehlt von dem in Portugal verschwundenen kleinen Mädchen jede Spur. Jetzt ist die Polizei bei Grabungen in einem Kleingarten Hannover auf einen versteckten Kellerraum gestoßen. Birgt er die Lösung des mysteriösen Vermisstenfalles?

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Am Stadtrand der niedersächsischen Landeshauptstadt hat die Polizei die Grabungsarbeiten in einer Kleingartenanlage auch am Mittwoch fortgesetzt. Mit Erfolg: Im Laufe des Tages sollen die Einsatzkräfte zuerst auf Fundamentreste – und darunter auf einen unterirdischen Kellerraum gestossen sein. Hierbei soll es sich um die Reste einer inzwischen abgerissenen Gartenlaube handeln.

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Verdächtiger soll in Hannover gelebt haben

Was befindet sich in diesem unterirdischen Raum? Was hat der Keller mit Maddie zu tun? Liegt hier womöglich die Lösung des Falles? Ihre Leiche? Spekulationen gibt es viele, doch die Ermittler hüllen sich bislang in absolutes Schweigen.

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Fest steht: Die Grabungen stehen definitiv im Zusammenhang mit der 2007 aus einer portugiesischen Ferienanlage verschwundenen dreijährigen Maddie McCann – dies bestätigt die Staatsanwaltschaft Braunschweig. Fest steht auch, dass die Grabungen mit dem deutschen Christian B. zu tun haben. Der 43-jährige Deutsche gilt inzwischen als Hauptverdächtiger im Fall Maddie.

Der mehrfach vorbestrafte Mann, gegen den in diesem spektakulären Fall wegen Mordes ermittelt wird, soll nach dem Verschwinden der kleinen Maddie in Hannover gelebt haben. Laut Medienberichten seit 2007.

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Das Grundstück ist seit Jahren verwaist

Ein Pächter einer benachbarten Parzelle berichtete einem Reporter der „Bild“, dass der Keller bereits seit langem dort angelegt war, von einem früheren Pächter. Die Laube war Ende 2007 abgerissen worden, der Keller allerdings nicht zugeschüttet.

Zuletzt war das Gartengrundstück unbenutzt, auf dem Gelände wucherten Brombeerbüsche und ein Kirschbaum, der vor dem Start der Grabungen gefällt wurde. In den zwei Jahren, in denen er seine Parzelle nutze, habe er auf dem Nachbargrundstück niemanden gesehen, so der Pächter.

War Christian B. in den Jahren zuvor Pächter dieser Parzelle? Kannte er einen der Ex-Pächter? Welche Verbindungen es konkret zwischen B. und der Kleingartenanlage und vor allem dem Kellerraum geben könnte, ist noch gut gehütetes Polizeigeheimnis.

Christian B. im Fokus der Ermittler

Nach Recherchen der Zeitung „Neue Presse“ hat B. in einem Transporter auf einem Werkstattgelände geschlafen – rund vier Kilometer von dem Kleingarten entfernt. Der 43-Jährige, der auch wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vorbestraft ist, wird verdächtigt, die dreijährige Maddie 2007 im portugiesischen Praia da Luz entführt und ermordet zu haben.

Derzeit sitzt er in Kiel eine Strafe ab, die das Amtsgericht Niebüll 2011 gegen ihn verhängt hat. Dabei ging es um den Handel mit Drogen. Die Haft soll im Frühjahr 2021 enden. Anfang Juni wandten sich Ermittler an die Öffentlichkeit, um Zeugen zu finden und Informationen aus der Bevölkerung zu bekommen.

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800 Hinweise nach „Aktenzeichen XY … ungelöst“

Nach einem erneuten Zeugenaufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ Anfang Juni gingen mehr als 800 Hinweise bei den Ermittlern ein. Zudem werden europaweit ungeklärte Verbrechen beziehungsweise Vermisstenfälle überprüft, ob es Bezüge zu dem verurteilten Sexualstraftäter geben könnte. Der schweigt bislang zu den Mordvorwürfen.

„Nach Akteneinsicht sehen wir weiter“, sagte sein Anwalt Friedrich Fülscher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Doch wenn etwas an den Vorwürfen gegen Christian B. dran sein sollte, dann arbeitet die Zeit kontinuierlich gegen ihn.

BKA sperrt Luftraum über dem Suchgebiet

Währen Christian B. schweigt, gräbt die Polizei weiter auf dem Geländer der niedersächsischen Kleingartenanlage. Wie lange die Durchsuchung des Grundstücks noch dauern wird, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht mit. Für die Polizeiarbeit wurde ein Zelt in dem Garten aufgebaut. Hier werden alle Fundstücke untersucht – vorerst fern von den Augen der Öffentlichkeit.

Damit dies auch erst einmal so bleibt, hat das BKA den Luftraum über dem Suchgebiet in der Kleingartenanlage für Helikopter und Drohnen gesperrt. Das bestätigte die ermittelnde Staatsanwaltschaft Braunschweig gegenüber der Zeitung „Bild“.

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