22.09.2020 14:00 Uhr

Fall Maddie: Staatsanwalt hat Beweise für ihren Tod

Steht der Fall Maddie kurz vor der Aufklärung? Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte jetzt in einem Interview, Beweise für den Tod des Mädchens zu haben.

imago images / imagebroker

Was geschah mit Maddie McCann? Seit 13 Jahren fehlt von dem in Portugal verschwundenen kleinen Mädchen jede Spur. Doch jetzt gibt es laut Staatsanwaltschaft Beweise, die ihren Tod belegen. Dies bestätigt Hans Christian Wolters im Interview mit einem portugiesischen TV-Sender.

„Materielle Beweise“ für den Tod von Maddie

Die damals dreijährige Maddie war 2007 aus einer portugiesischen Ferienanlage an der Algarve verschwundenen. Wolters, der wegen Mordverdachts gegen Christian B. ermittelt, bestätigte in dem Interview des TV-Senders RTP, dass es „materielle Beweise“ für den Tod der kleinen Britin gibt. Mit seinen Aussagen zerstört der Staatsanwalt jetzt die letzten Hoffnungen von Maddies Eltern, ihre Tochter jemals lebend wieder zu sehen.

Alles spricht dafür, dass Maddie tot ist

Wolters wird gefragt: „Haben Sie irgendwelche materiellen Beweise dafür, dass Madeleine tot ist?“ Darauf antwortet der Ankläger mit „ja“. Die Interviewerin hakt nach: „Welche Beweise für ihren Tod haben Sie? Haben Sie ein Video von der toten Maddie?“ Aber Wolters weicht, sagt: „Zu den Sachen, die wir haben, kann ich nichts sagen.“ Und weiter: „Wir haben überhaupt keine Anhaltspunkte dafür, dass Madeleine noch lebt. Und das, was wir wissen, spricht alles dafür, dass sie tot ist.“

Die Eltern trifft keinerlei Schuld

Er wäre nicht an die Öffentlichkeit gegangen oder hätte den Eltern die Hoffnung genommen, wenn es nicht diese Gewissheit gäbe. Seit 13 Jahren kämpfen Kate und Gerry McCann für die Aufklärung des Falles, obwohl sie selbst kurzzeitig ins Visier der Ermittler geraten waren. Doch diesen Verdacht räumt der Staatsanwalt nun endgültig aus: Die Eltern, so Wolters, die zwischendurch ebenfalls unter Verdacht standen, etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun zu haben, trügen keine Schuld.

Christian B. gilt als Hauptverdächtiger

Aktuell im Visier der Ermittler steht der 43-jährige Christian B.. Der Verdächtige sitzt zurzeit wegen eines Drogendelikts in der JVA Kiel. Anfang 2021 wäre diese Strafe verbüßt. Doch neue Ermittlungen belasten den mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter schwer: Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen des Verdachts des Mordes. „Daraus können Sie entnehmen, dass wir davon ausgehen, dass das Mädchen tot ist“, so Wolters bereits im Juni.

Fall Maddie: Staatsanwalt hat Beweise für ihren Tod

imago images / Independent Photo Agency Int.

Christian B. und der Fall Maddie

Madeleine McCann verschwand am Abend des 3. Mai vor 13 Jahren aus einer Ferienwohnung im portugiesischen Praia da Luz, während ihre Eltern in der Nähe in einem Restaurant zu Abend gegessen haben. Das Mädchen ist seither verschwunden. Nach Erkenntnissen der Ermittler lebte Christian B.zum Zeitpunkt von Maddies Verschwindens an der portugiesischen Algarve, mehrere Zeugen belasteten ihn. Auch soll B. am Abend des 3. Mai 2007 ein Telefonat in der Nähe der Ferienwohnung der McCanns geführt haben, aus der das Mädchen verschwand. Der Vermisstenfall Maddie sorgt bis heute immer wieder international für Schlagzeilen.

(SKy)

Das könnte Euch auch interessieren