30.11.2020 20:45 Uhr

Fanta 4 über ihre Corona-App: „Mitdenken ist besser als Querdenken“

Nachdem ihre brandneue Corona-App endlich auf dem Markt ist, verrät Smudo aus Die Fantastischen Vier die Motivation hinter der App und wie genau sie funktionieren soll.

imago images / Steffen Schellhorn

Die Fantastischen Vier sind schon immer Querdenker… aber im positiven Sinne. Eigentlich sind Michael Bernd Schmidt alias Smudo, Thomas Dürr alias Hausmeister Thomas D, Michael Beck alias Michi Beck oder Dee Jot Hausmarke und Andreas Rieke alias And.Ypsilon einfach nur eine der erfolgreichsten Hip-Hop-Gruppen Deutschlands. In der Vergangenheit haben sie bereits einige verrückte Projekte gestartet, und ihr neustes könnte ein Lebensretter sein: Die Corona-App „Luca“.

„Luca“ für mehr Datenschutz

Die brandneue App, die es seit dem 30. November zum Downloaden gibt, soll die Zettelwirtschaft der Restaurants und Veranstaltungen leichter machen und für mehr Datenschutz sorgen. Anstatt dass man als Gast im Restaurant also all seine Daten aufschreiben muss – und so quasi jedem, der Zugang zu der Zettelbox hat, Zugang zur eigenen Identität gestattet, soll die App viel einfacher funktionieren: Indem man einen Code auf dem Tisch scannt, checkt die App anonym am Standort ein. Die Daten liegen dann nicht einfach offen für alle da, sondern werden erst bei konkreten Risiken angefragt. „Es ist schon ein Unterschied, ob man seine Daten im Restaurant auf einen Zettel schreibt und dort lässt oder ob man sie in seinem Telefon hat und sie nur dann angefragt werden, wenn sie wirklich gebraucht werden“, erklärt Smudo im Interview mit RTL und ntv.

„Luca“ zur Entlastung der Gesundheitsämter

Luca soll bei Konzerten, Restaurantbesuchen, so sie denn wieder möglich sind, aber auch in Altenheimen und überhaupt bei Treffen den Gesundheitsämtern helfen, die Kontakte schnell und unkompliziert nachzuverfolgen. „Die App ersetzt die analoge Dokumentationspflicht. Sprich, dass man in einem Restaurant seinen Namen hinterlassen muss, das kommt auf einen Zettel und wird aufbewahrt und wenn es dann zu einem Infektionsfall kommt, dann fragt das RKI bzw. das Gesundheitsamt den Patienten: ‚Wo waren sie denn?’“ Das geht doch auch ohne Zettel und per Knopfdruck, dachte sich der Musiker zusammen mit ein paar Kumpels aus Gastronomie und IT-Wirtschaft und machte sich an die Arbeit. „Eigentlich will das Gesundheitsamt ja nur wissen, wen sie anrufen sollen, um ihn zu warnen, das macht die App dann automatisch.“ So könne man die Leute entlasten, die jetzt im Gesundheitsamt sitzen, um unleserliche Zettel zu lesen, was sie von wichtigeren Aufgaben abhalte.

Persönliches Anliegen für Smudo

Smudo hat seine ganz eigenen Motive, diese App zum Publikum zu bringen: „Es fehlt mir sehr vor Leuten zu spielen, die Emotionen, die man erzeugt, und diese Rückkopplung zwischen Musiker und Publikum, das was bei einem Konzert entsteht, das ist seit einem Jahr weg. Das fühlt sich schon komisch an.“ Als er neulich ein Konzert eines kanadischen Musikers in einem vollen Stadion gesehen habe, da seien ihm fast die Tränen gekommen. „Mir fehlt das Zusammenkommen mit den Leuten, das ist etwas, was ich im Allgemeinen sehr vermisse. Ich genieße es ja schon, mit den Fantas die wöchentliche Videokonferenz zu machen.“

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„Mitdenken ist besser als Querdenken“

Und im Übrigen seien von Corona doch alle betroffen, jeder leide unter den Einschränkungen und müsse sie meistern. „Ich finde, wir müssen alle zusammenhalten und nach vorne gucken“, so Smudo. Und in Anspielung auf die Proteste der Corona-Leugner und selbsternannten Querdenker: „Auf der Homepage des RKI steht ja auch, dass die Pandemie etwas ist, gegen das man sich gemeinschaftlich anstrengen sollte. Deshalb finde ich auch, Mitdenken ist besser als Querdenken!“ (RTL & ntv/AKo)